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osc83v 13.01.2014 09:39

Dachaufbau Schrägdach?
 
Hallo Forenteilnehmer,

mein Haus steht im Rohbau fertig und das Dach ist gedeckt. Nun suche ich schon länger nach dem optimalen Dämmstoff für eine Zwischensparrendämmung. Die Aufsparrendämmung ist bereits verbaut, das Dach gedeckt.

Folgender Aufbau von Innen nach Außen:

Gipskartonplatte 12,5 mm
Gipskartonplatte 12,5 mm
Dampfbremse pro clima intello 0,2 mm
Rockwool Klemmrock 200 mm
Brettschalung Kiefer 24 mm
Unterdeckbahn Würth Trio 0,2 mm
Aufsparrendämmung Bauder PIRAZ 50 mm
Dachlattung und -Deckung

Hier auch bei u-wert.net gerechnet:

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?cid=Yy1tXREv&d0=1.25&mid0=23879&d1=1.25&mid1=65&d 2=0.02&mid2=622&d3=20&mid3=26726&x3=65&lid3=409153 566&d4=20&mid4=2901&x4=12&lid4=409153566&d5=2.4&mi d5=2901&d6=0.05&mid6=93&d7=5&mid7=21766&bt=1&T_i=2 0&RH_i=50&T_e=-20&RH_e=80&outside=3&name=Plan+Rockwool+feuchtevar iabel%0A

Grundsätzlich überlege ich zwischen einer Steinwolle, oder aufgrund des besseren Verhaltens bei Feuchte, einer Holzfasermatte.
Weiter denke ich, dass es grundsätzlich besser wäre, die Dampfsperre feuchtevariabel auszuführen, um eventuell ausfallende Feuchte besser wieder abzuführen.
Nach Eingabe meines Dachaufbaus war ich aber erstaunt, dass sich im Winter doch relativ viel Tauwasser im Bereich der Brettschalung/Unterspannbahn/Aufsparrendämmung sammelt. Der Hersteller Bauder hat hier mit der "Diffusionsoffenheit" in seinen Prospekt wohl ein wenig übertrieben.

Meine Fragen:
1) Macht es Sinn, besser auf feuchtevariable Dampfsperren zu setzen?
2) Würde eine Holzfaser-Zwischensparrendämmung das Problem der Feuchte oberhalb verbessern oder gar lösen?
3) Gibt es bei der schon bestehenden Aufsparrendämmung einen besseren Dachaufbau?
4) Kann man davon ausgehen, dass im o.g. Fall die Feuchte durch die Schlitze der Brettschalung besser in die nächsten Schichten diffundiert und erst in der Aufsparrendämmung ausfällt? Würde das dann noch ein Problem darstellen?

Danke!

Schrödingers Katze 13.01.2014 11:25

Für eine verbindliche Aussage
 
zu den Fragen und dem beschriebenen Aufbau schlage ich eine hygrothermische Simulationsberechnung (WUFI oder Delphin) vor. Die auf Glaser basierenden Rechenmodelle können eine Rückdiffusion oder feuchtevariable Dampfbremsen nicht darstellen. Ob und wie das Ganze optimal funkzioniert, hängt auch vom Außenklima (samt Verschattung) und vom Raumklima ab.

osc83v 13.01.2014 11:34

OK. Danke!

Wer liefert mir so etwas? Sicher ein Bauphysiker meiner Wahl oder?
Die Software selbst wird wohl zu teuer und in ersten Schritt zu kompliziert sein? :confused:

sniper-psg1 13.01.2014 19:42

moin osc83v

schonmal über zellulose einblasdämmung nachgedacht

Schrödingers Katze 13.01.2014 21:55

...nicht jeder Bauphysiker hat schon die WUFI-Software, einige schon (u.a. auch ich....-keine Werbung - keine Kapazitäten frei). Aber etliche Hersteller von Dampfbremsen etc bieten die Überrechnung ihrer Aufbauten als Service an.
@ sniper: Natürlich bietet Zelluloseflockendämmung bezüglich Feuchte einige Vorteile, auch bezüglich Hitzeschutz im Sommer, dafür ist der Wärmeleitwert nicht gerade berauschend. Aber auch diese Variante kann ihre Vorteile in einer WUFI-Berechnung beweisen.....;)

osc83v 14.01.2014 07:33

Pro Clima hat mit Wufi gerechnet
 
Die Firma ProClima hat das ganze mit Wufi gerechnet. Im Ergebnis wurde festgestellt:

Zitat:

"Diese Berechnungen führen zu folgenden Randbedingungen für das oben beschriebene Bauteil:

1. Voraussetzung für die Funktion und Sicherheit ist eine unverschattete Konstruktion. Verschattungen können durch Aufbauten wie z.B. Gebäudesprünge, Attiken oder Nachbargebäude entstehen. Die Verschattung durch Baumbestand und Topographie ist ebenfalls zu prüfen. Hiervon ausgenommen bleiben in diesem Fall: Photovoltaik- und thermische Solaranlagen, die dachparallel verlegt werden.

2. Diese diffusionsdichte Konstruktion liegt unterhalb einer geografischen Höhenlage von 1.200 m ü. NN.

3. Alle Materialien zwischen Luftdichtungsebene und äußerer Abdichtung müssen zum Zeitpunkt des Einbaus der Wärmedämmung und Luftdichtung trocken sein (z. B. Hölzer φ ≤ 20 %). Die Dokumentation der Materialfeuchtigkeiten ist empfehlenswert.

4. Eine weitere Voraussetzung für ein bauschadensfreies Bauteil ist die Überprüfung der Luftdichtheit mittels Differenzdruckverfahren (z.B. pro clima WINCON oder BLOWER DOOR) mit Leckageortung. Es wird empfohlen diese Prüfung der Luftdichtheitsebene vor dem Aufbringen weiterer Bauteilschichten durchzuführen. Damit wird die Leckageortung und ggf. erforderliche Nachbesserungen wesentlich erleichtert, bzw. Rückbaumaßnahmen vermieden.

5. Beim Betrieb einer mechanischen Lüftungsanlage ist darauf zu achten, dass diese im Winter keinen Überdruck (bilanzierter Wert) im Gebäude erzeugt.


Punkt 2 finde ich in der Formulierung bedenklich. "Diffusionsdichte Konstruktion"?

osc83v 14.01.2014 08:25

Nord
 
Würde das bedeuten, dass das Schrägdach der Nordseite (genau Nord) nicht funktioniert?

Schrödingers Katze 14.01.2014 10:31

Zitat:

Zitat von osc83v (Beitrag 4957)
.....2. Diese diffusionsdichte Konstruktion liegt unterhalb einer geografischen Höhenlage von 1.200 m ü. NN........

Punkt 2 finde ich in der Formulierung bedenklich. "Diffusionsdichte Konstruktion"?

Man könnte auch schreiben "nicht tauwasserfreie Konstruktion" - nichts bedenkliches daran

Was soll das Ganze mit der Nordrichtung zu tun haben? Wurde die Richtung und Dachneigung nicht an proclima übermittelt?

osc83v 14.01.2014 15:11

Nein. Die Dachneigung und Ausrichtung wurde nicht übermittelt. Eine Dachneigung liegt glatt Süd, die andere glatt Nord. Die Giebel bilden quasi die Ost-West-Achse.

Schrödingers Katze 14.01.2014 19:58

Wie steil? Bei unter 45° ist die Himmelsrichtung üblicherweise nicht relevant.


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