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C. Burkhardt 26.06.2016 15:30

Blower-Door-Test zum Nachweis möglichst nicht zu spät durchführen
 
Die Ausgabe Juni 2016 der Mitgliederzeitschrift "Ingenieure in Bayern" der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau enthält auf Seite 9 einen Hinweis auf ein Urteil des OLG Düsseldorf vom 23.10.2015 (22 U 57/15).

Aus dem Urteil ergibt sich die Folgerung, dass Blower-Door-Tests zum Nachweis der Luftdichtheit möglichst bald nach Fertigstellung der Gebäudehülle durchzuführen sind - zwar nach Schließen der Beplankungen entsprechend EnEV / KfW-Anforderungen jedoch möglichst noch vor abschließenden Arbeiten am Gebäude.

Im betreffenden Verfahren wurden erst sehr spät gravierende Leckagen entdeckt, die Nachbesserungen und nochmalige Arbeiten wie zum Beispiel Malerarbeiten nötig machten. Auf den Kosten für diese nochmaligen Malerarbeiten blieb der Bauherr am Ende sitzen, da diese nicht entstanden wären, wenn der Blower-Door-Test vor den Malerarbeiten durchgeführt worden wäre und die Leckagen damit früher erkannt worden wären.
Details siehe auch Veröffentlichung des vorangegangenen Verfahrens beim Landgericht Mönchengladbach, 1 O 308/09, Urteil vom 02.03.2015.

Gegenüber den Kosten, die in diesem Verfahren entstanden sind, wäre auch eine zusätzliche baubegleitende Luftdichtheitsprüfung im Vorfeld erheblich günstiger gewesen!

Schrödingers Katze 27.06.2016 19:12

Wenn man es ganz korrekt haben will
 
sollte man die Messung im Bauzustand, unmittelbar nach Fertigstellung der luftdichten Hülle, durchführen, um mögliche Leckagen zu lokalisieren und zu beheben, für den verbindlichen n50 oder q50 (z.B. KfW) dann noch zusätzlich eine Messung im bezugsfertigen Zustand durchführen. Das ist natürlich so richtig, wenn auch Bauherrschaften/Investoren schwer zu vermitteln....
Praktikabel ist, wenn die erste Messung den Grenzwert mit hinreichender Sicherheit einhält, in Abstimmung mit Bauherrschaft und BL auf die zweite Messung zu verzichten. Bedeutet natürlich. daß man das Risiko nachträglich entstehender Leckagen eingeht, sei es durch später unsachgemäß installierter Durchdringungen, oder "Zeitbomben" wie Verklebungen auf ungeeignetem Untergrund (Staub, Feuchte) oder zuviel Bewegungspotential in Konstruktionen. Daher sollte man bei der Erstmessung auch den jeweiligen Ausbauzustand exakt dokumentieren.

H. Trauernicht 05.07.2016 11:31

Danke für den Hinweis! Ich konnte ihn schon in einem ähnlich gelagerten Fall weitergeben.


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