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Forscher_ohne 17.03.2015 23:18

Teilbereiche Messen
 
Ist es rechtlich erlaubt, einen repräsentativen Teilbereich eines Gebäudes zu messen und die Ergebnisse entsprechend auf das gesamte Gebäude hochzurechnen, um einen gesamt n50/q50 Wert ausweisen zu können?

Es geht dabei auch um eine Abschätzung des Fehlers gegenüber einer Komplettmessung eines Gebäudes.

H. Trauernicht 18.03.2015 07:56

Mit dem Thema befasst sich auch folgende Veröffentlichung des FLiB:

http://www.flib.de/Presse/2012/presse_01_2012.html Link geht nicht mehr!

Neuer Link: http://flib.de/presse/2012/01/Meld_LDimBestand_I.pdf

Wichtig bei der dort beschriebenen Vorgehensweise ist, dass der volumengewichtete Mittelwert der Luftwechselrate bei 50 Pascal gebildet wird. Dieser muss den für das Gebäude geltenden EnEV-Grenzwert einhalten.

Zur Fehlerabschätzung steht darin: Beim Messen einzelner Wohnungen erfasst man interne Luftströme über Leckagen zu benachbarten Wohneinheiten nahezu zwangsläufig mit. Werden die Grenzwerte dennoch eingehalten, deutet dies auf eine die EnEV-Anforderungen tendenziell sogar übertreffende Luftdichtheit der Gebäudehülle insgesamt hin.

Geändert am 27.8.2015 Herbert Trauernicht, Grund: Link ging nicht mehr.

Schrödingers Katze 18.03.2015 09:45

Das vom FLiB beschriebene Vorgehen wird zwar von der KfW-Bank akzeptiert, ist aber baurechtlich (EnEV-Nachweis ) nicht sattelfest. So gibt es aus Zeiten Bauminister Tiefensee / Staatssekretär Hegner noch eine Antwort des Letztgenannten auf eine entsprechende Anfrage, die besagt, daß das gesamte Gebäude gemessen werden müsse. Da Baurecht jedoch Ländersache ist, wäre eine baurechtlich verbindliche Klärung des Sachverhalts - so oder so - wünschenswert. Näheres weiß evtl User "Alpino" der damals die Anfrage stellte.

alpino 18.03.2015 13:09

Exemplarische Teilprüfung nicht möglich
 
Die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz hat über die Arbeitsgruppe beim DIBt mehrfach darauf hingewiesen, dass die EnEV für die Prüfung der Luftdichtheit die Prüfung des gesamten Gebäudes verlangt.

In der aktuellen Staffel Auslegung XIV-1 zu § 6 Abs. 1 lautet die Anwort:

1) ..."Hierfür ist ein Nachweis der Dichtheit des gesamten Gebäudes vorzusehen („Blower-Door-Test“)."
2) "Für die Luftdichtheitsprüfung nach Anlage 4 Nummer 2 ist das Prüfverfahren nach DIN EN 13829 (Verfahren B) zu wählen."

In der refernzierten DIN EN 13829 heißt es dazu unter .....
5.1.2 "Zu untersuchender Gebäudeteil
Der Umfang des zu untersuchenden Gebäudes oder Gebäudeteils ist folgendermaßen festgelegt:
1)Normalerweise umfasst der zu untersuchende Gebäudeteil alle absichtlich beheizten, gekühlten oder mechanisch belüfteten Räume."
... "Einzelne Teile eines Gebäudes können separat gemessen werden; z.B.
kann jede Wohnung eines Mehrfamilienhauses für sich gemessen werden."
"ANMERKUNG1 Es ist möglich, dass ein Mehrfamilienhaus Luftdichtigkeitsanforderungen erfüllt, aber eine oder mehrere einzelne Wohnungen diese nicht einhalten."

Es müssen also - für den öffentlich-rechtlichen Nachweis - immer alle Teile des Gebäudes geprüft werden; entweder gemeinsam oder alle separat mit gemeinsamer Auswertung.

Einzige Ausnahme: Bei Nichtwohngebäuden können Zonen unterschiedlich konditioniert und auch unterschiedlich bezüglich der Luftdichtheit behandelt werden.

Die von Herbert zitierte FLIB-Pressemeldung halte ich in diesem Zusammenhang für problematisch, da sie nicht die aktuelle Rechtslage wiedergibt, sondern den Änderungswunsch des FLIB. Das DIBt hat gerade mit der Prüfung von Energie-Ausweisen begonnen. Jeder LD-Prüfer sollte sich schriftlich vom DIBt bestätigern lassen, dass er dieses nicht-EnEV-konforme Verfahren im Einzelfall anwenden darf, wenn er nicht in eine Haftungsproblematik hineingeraten will. Die Tatsache, dass bis dato noch keine Bußgeldbescheide für falsch ausgestellte Eneregie-Ausweise erlassen wurden, ist keine Garantie dafür, dass auch zukünftig so verfahren wird.

alpino 26.08.2015 15:35

Hallo Herbert,

der FLIB-Link funzt nicht mehr. Möglicherweise hat der FLIB den Beitrag zurück gezogen?

Gruß aus MÜnchen

H. Trauernicht 27.08.2015 09:34

Hallo Mischa!
Nein, der Flib hat seine Internetseite so umgebaut, dass die Links nicht mehr funktionieren.

Dieser Wirkung sind sich viele Internetseiteninhaber nicht bewusst. Man schüttelt viele Verlinkungen damit ab.

Das dürfte kaum beabsichtigt sein.

Ich habe den Link oben aktualisiert. Er lautet jetzt

http://flib.de/presse/2012/01/Meld_LDimBestand_I.pdf


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