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MaliAtze 31.01.2009 18:30

BDT in Wärmebedarfsberechnung
 
Hallo zusammen,
ich bin Energieberater, und da die Bautätigkeit hier noch nicht von der Krise getroffen zu sein scheint, wird hier in der Region noch ordentlich neu gebaut. Es handelt sich oft um Fertighäuser, was ja nicht von vorne herein schlecht sein muß. Jedoch habe ich nun bereits einige Wärmebedarfsberechnungen gelesen, die oft zu 59,32 kWh/qm x a (also KfW60-Haus; H(t) passt auch immer) und ähnlich knappe Ergebnisse kommen. Natürlich wird immer die Luftdichtheit nachgewiesen (Häkchen im relevanten Kästchen). Keiner kann sich jedoch dran erinnern, daß jemals so etwas gemacht wurde, die Hersteller rücken das Testprotokoll nicht heraus (komisch, oder?? :D).
Dazu zwei Fragen:
1)Wer haftet denn dafür, daß der Bauherr auch das bekommt, was in der Wärmebedarfsberechnung vorgesehen ist (zugesicherte Eigenschaft??? :rolleyes:)
2)Haftet u.U. auch der Bauherr für falsch ausgestellte Wärmebdarfsberechnungen und deren Ergebnisse? Interessante Frage im Bezug auf KfW 60-Förderung. :eek:
Gruß aus dem Nordschwarzwald
Maliatze

H. Trauernicht 31.01.2009 20:54

Auszug aus Merkblatt
 
"Wie ist die Verwendung der Mittel nachzuweisen?

Bei Bau/Herstellung eines KfW-Energiesparhauses 60 oder 40 einschließlich Passivhaus ist innerhalb von 9 Monaten nach Vollauszahlung des Darlehens die Bestätigung des Sachverständigen nach Errichtung oder Herstellung von Energiesparhäusern (Formular-Nr. 141 651) über die Hausbank bei der KfW einzureichen.
Für KfW-Energiesparhaus 40 einschließlich Passivhaus:
Kreditnehmer haben innerhalb von 9 Monaten nach Vollauszahlung des Darlehens den programmgemäßen und zeitgerechten Einsatz der Mittel gegenüber der Hausbank nachzuweisen.
Hinweis für KfW-Energiesparhäuser 40 und Passivhäuser [A.]:
Alle Angaben zur Antragstellung, zum Verwendungszweck und zum Nachweis der Einhaltung der Fördervoraussetzungen sind subventionserheblich im Sinne des § 264 des Strafgesetzbuches in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes."


Quelle: Merkblatt - Ökologisch Bauen 144 145

Der Kreditnehmer ist verantwortlich.
Öffentlich-rechtlich (z.B. Einhaltung der EnEV) ist meines Wissens der Bauherr verantwortlich.
Der ist dumm, wenn er nicht auf die Nachweise pocht!

Schrödingers Katze 01.02.2009 11:00

Zitat:

Zitat von MaliAtze (Beitrag 2081)
...Haftet u.U. auch der Bauherr für falsch ausgestellte Wärmebdarfsberechnungen und deren Ergebnisse....

Hängt von der Qualifikation des Bauherrn ab. Falls er in der Lage ist, so etwas selbst zu prüfen, und ihm das nachweisbar ist: ja
In den 99,8% aller anders gelagerten Fälle haftet in BaWü (Baurecht = Landesrecht) zunächst der Planvervasser, falls dieser den Nachweis nicht selbst erstellt hat (Normalfall) kann von diesem wiederum der Aufsteller in Haftung genommen werden.
Etwas komplexer wird die Sache im Bauträgergeschäft....sry, bin kein Jurist ;)

Allgemein: Falls BDT angerechnet wurde, oder werden mußte, ist ein Zertifikat über das Ergebnis des BDT (nicht zwingend ein ausführliches Meßprotokoll) als Anlage zum Energieausweis erforderlich. Manche Baurechtsbehörden (leider nicht alle) wollen das auch so haben. Aber im Zweifel wirkt ein entsprechender Hinweis an die Baurechtsbehörde meist in entsprechender Richtung.

KfW: Wie Herbert sagte, haftet hier der Antragsteller, bis hin zum Risiko des Subventionsbetrugs. Aber auch dieser kann bei seinen Vertragspartnern eine einwandfreie Leistung notfalls einklagen.

MaliAtze 02.02.2009 10:09

Vielen Dank mal
 
Hallo,

vielen Dank mal für die schnellen Antworten. Mir ist bewußt, daß jeder juristische Fall anders gelagert ist. In diesem Fall ist die Bauherrschaft eben mal wieder über den Tisch gezogen worden. (Die Leute tun mir leid, ich bin ja auch schon über den Tisch gezogen worden, kenn dieses Gefühl noch sehr gut)
Der Bauträger stellt sich in diesem Fall eben auf den Standpunkt, jetzt klagt mal schön (in dem Wissen, daß sich vor Gericht alles lange hinzieht, und zum Schluß sowieso der Vergleich steht, der Bauträger sich dann aber je nach Quote in die Insolvenz verabschiedet).
Ich rätsele gerade, bei wieviel Prozent der geplanten und gebauten KfW 60-Häusern ein BDT korrekt gemacht wird, und bei wievielen unkorrekt (das Spiel mit dem Volumen), oder gar nicht. Das gröbste war, daß ein Bauträger einer Kundin gesagt hat, der BDT wäre bei einem gleichgearteten Haus sehr gut ausgefallen, deshalb wäre ihr Haus auch dicht, der Bauträger würde nicht bei jedem Haus einen BDT machen, das wäre viel zu aufwändig und teuer. Na denn....

Gruß

Maliatze

Schrödingers Katze 02.02.2009 18:12

ja, solche Bauträger gibt es :mad:
aber zum Glück auch andere, bei denen der BDT zum Standard gehört, die Bauleitung nicht nur als Fremdwort kennen, und die erkannt haben, daß auch in guten Empfehlungen Folgegeschäfte liegen können. :)

malermainz 26.10.2013 23:47

BDT sollte Standart sein. Ich denke auch wenn man darauf setzt hat man auch immer die meiste Sicherheit. In meiner Erfahrung und die vieler Maler aus Frankfurt - Achtung, dieser Link führt nur zu einer Werbeseite! S.K. - hat sich BDT bewährt.

Grüße


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