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Richtig lüften Wer luftdicht baut, muss selber lüften oder lüften lassen!

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Alt 19.05.2013, 21:24   #1
sanierer
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Beiträge: 14
Standard Hilfe! Was soll ich tun?

Hallo Freunde,

Ich habe ein Hanghaus mit Eingang an der Souterrainseite. 50qm

Souterrain als Diele (10qm) und Hobbyräume und Gästezimmer (40qm). (Der

Keller an der Rückseite zum Souterrain ist gedämmt.).Im ERdgeschoss ca

125qm Wohnfläche und im Obergeschoß zwei große Kinderzimmer (25qm und

35qm). Das ganze Haus ist mit der Eingangsdiele über die

Stockwerke/Treppenhaus verbunden, die Räume haben von dort eigene

Zugänge/Türen. Nun dachte ich mir eine Kontrollierte Lüftungsanlage mit

Wärmerückgewinnung installieren zu lassen, was mir einiges

Kopfzerbrechen bereitet.


Eigentlich wollte ich die KLW nur über das Treppenhaus

Obergeschoss/Erdgeschoss/Diele im Souterrain und die Wohnräume des

Erdgeschosses machen lassen und die beiden großen Kinderzimmer im

Dachgeschoss (werden in 3-4 Jahren leerstehen) sowie das Gästezimmer

und die Hobbyräume im Souterrain (werden im Winter kaum gebraucht) von

der KLW aussparen. Dies unter energetischen Gesichtspunkten, da ich

diese Räume im Winter nur auf ca 15° zu temperieren vorhabe. Würde ich

diese Räume in das Lüftungskonzept einbeziehen, so würden diese ein

enormes Quantum an Kaltluft einbringen und ich befürchte

Zugerscheinungen und unangenehm kalte Zuluft.


Der Lüftungsbauer meint allerdings, ich solle alle Räume in die Anlage

einbringen und alle Räume auf 21° temperieren. Es würde dabei

energetisch kaum ein Unterschied zu der von mir überlegten Variante

bestehen und Zugerscheinungen wären ausgeschlossen. Während ich

letzteres gerne glaube, habe ich allerdings gehörige Zweifel, ob ich

mit seinem Konzept energetisch besser fahre. u-Wert: Mauerwerk=0.44,

Fenster (Glas+Rahmen)= 1.33. Dach top-isoliert.


Ich kann mir schwer vorstellen, dass, wenn ich nahezu das halbe Haus

voll mitheize nicht erhebliche Heizungsverluste habe.Was meint Ihr?
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Alt 20.05.2013, 11:30   #2
Schrödingers Katze
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sondern von einem HLS-Ingenieur oder Bauphysiker mit Erfahrung im Lüftungsbereich rechnen lassen....Das Honorar dürfte gut angelegtes Geld sein.
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Alt 20.05.2013, 19:22   #3
sanierer
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Zitat:
Zitat von Schrödingers Katze Beitrag anzeigen
sondern von einem HLS-Ingenieur oder Bauphysiker mit Erfahrung im Lüftungsbereich rechnen lassen....Das Honorar dürfte gut angelegtes Geld sein.
Braucht es denn das? Gibt es denn hier nicht genug Praktiker mit Erfahrungen? Abgesehen davon, was nützen mir theoretische Werte, die dann mit der Praxis nicht übereinstimmen.
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Alt 21.05.2013, 09:35   #4
Schrödingers Katze
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Ich meine einen Experten vor Ort, der sich die Sache genau anschaut und bewertet. Eine Ferndiagnose ist nicht möglich. Jede Simulation ist so gut oder so schlecht wie die Eingabedaten.
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Alt 21.05.2013, 10:19   #5
sanierer
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So einen Experten vor Ort habe ich. Allerdings habe ich den Eindruck, er vertritt wohl eher seine eigenen Interessen (möglichst große Anlage/viel installieren) als die des Kunden. Der Bauingenieur/Architekt der die Anlage abnehmen soll (zwecks Förderung) ist völlig unbedarft. Doch ist meine Frage von Profis wirklich so schwer zu beantworten?
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Alt 21.05.2013, 10:35   #6
H. Trauernicht
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Eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist eine luftdichte Gebäudehülle.

Diese sollte man vorab prüfen lassen und dabei untersuchen, ob die Luftdichtheit überhaupt noch nachträglich hergestellt werden kann.

Wenn die herangezogenen Experten das anders sehen, würde ich sie austauschen.
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 21.05.2013, 12:26   #7
sanierer
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Endlich eine konkrete Antwort. Vielen Dank. Habe noch die Überlegung die beiden großen Kinderzimmer (60qm) jeweils mit eigener Ab- und Zuluft zu versorgen, sodass ich sie bei Auszug der Kids von der Lüftungsanlage abkoppeln kann (Anlage muß dann natürlich neu eingemessen werden). Was haltet Ihr davon?

Einen Blower-Door-Test Fachmann habe ich bereits (Begehung des Hauses ohne Test) zugezogen. Dieser meint, dass man die Luftdichtigkeit herstellen kann und hat diesbezüglich bereits Tipps gegeben.
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Alt 31.05.2013, 15:38   #8
eco-casa
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Wenn ich eine Lüftungsanlage projektiere, lege ich sie natürlich für alle genutzten Räume des Hauses aus, da die Nutzung der Räume sich ja immer wieder ändert ist das auslassen von Teilbereichen eher sinnlos.
Was ich immer machen kann, ist das verändern der Luftmengen, also gering genutzte Räume auf geringere Luftmengen einstellen.
Da es sich nicht um eine Luftheizung handelt und die Luftmengen insgesamt deshalb nicht zu groß ausfallen, gehe ich nicht davon aus, daß ein zwei etwas geringer beheizte Räume nennenswerten Einfluss auf Zugerscheinungen haben.
Zu beachten ist aber insbesondere bei Kellerräumen, daß dort keine Räume mit erdkühlen Wänden permanent belüftet werden wegen der erheblichen Gefahr sommerlichen Kondensatausfalls.
Gruß
Arno Kuschow
__________________
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
ECO CASA GmbH

Steinzeit ist vorbei !
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Alt 31.05.2013, 17:33   #9
sanierer
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Zitat:
Zitat von eco-casa Beitrag anzeigen
Was ich immer machen kann, ist das verändern der Luftmengen, also gering genutzte Räume auf geringere Luftmengen einstellen.
Vielen Dank Arno! Das ist die Lösung, auf die der Laie (aber offensichtlich auch mancher Experte) nicht kommt. Wie ist das Gute doch so nah!

Ich habe noch eine Frage: Wenn ich davon ausgehe, dass angenommen 50% der Räume (Flure/Schlafzimmer/Nebenräume) später einmal max. mit 17° temperiert werden und 50% mit 21°, so habe ich im Wärmetauscher bestenfalls eine Durchschnittstemperatur von 19°. Nehme ich dann noch einen Enthalphiewärmetauscher mit 80% sensibler Wärmerückgewinnung, so liegen die aus der Anlage zurückgeführten Lufttemperaturen (19°-3,8°) bei 15,2° sodass ich zur Temperatur in den Wohn- Arbeitsräumen (21°) eine Temperaturdifferenz von fast 6° erhalte. (Bei Minustemperaturen entsprechend mehr.). Gibt das keine Zugpropleme? Ein Heizungsbauer mit dem ich u.a. sprach hat mir daher ein Warmwasserheizungsregister zur Nachheizung angeboten. (Nicht zum Heizen sonder nur um die Luft "auf Temperatur" einblasen zu können.). Macht das Sinn? Man hört davon nie etwas genaues.

Wie ist es mit Vorheizungsregistern bei Enthalphietauschern? Wann braucht man ein solches? Vielen Dank für Deine Geduld und freundliche Hilfe!

sanierer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2013, 19:35   #10
eco-casa
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Zitat:
Zitat von sanierer Beitrag anzeigen
Vielen Dank Arno! Das ist die Lösung, auf die der Laie (aber offensichtlich auch mancher Experte) nicht kommt. Wie ist das Gute doch so nah!

Ich habe noch eine Frage: Wenn ich davon ausgehe, dass angenommen 50% der Räume (Flure/Schlafzimmer/Nebenräume) später einmal max. mit 17° temperiert werden und 50% mit 21°, so habe ich im Wärmetauscher bestenfalls eine Durchschnittstemperatur von 19°. Nehme ich dann noch einen Enthalphiewärmetauscher mit 80% sensibler Wärmerückgewinnung, so liegen die aus der Anlage zurückgeführten Lufttemperaturen (19°-3,8°) bei 15,2° sodass ich zur Temperatur in den Wohn- Arbeitsräumen (21°) eine Temperaturdifferenz von fast 6° erhalte. (Bei Minustemperaturen entsprechend mehr.). Gibt das keine Zugpropleme? Ein Heizungsbauer mit dem ich u.a. sprach hat mir daher ein Warmwasserheizungsregister zur Nachheizung angeboten. (Nicht zum Heizen sonder nur um die Luft "auf Temperatur" einblasen zu können.). Macht das Sinn? Man hört davon nie etwas genaues.

Wie ist es mit Vorheizungsregistern bei Enthalphietauschern? Wann braucht man ein solches? Vielen Dank für Deine Geduld und freundliche Hilfe!

Wir reden ja hier über eine kontrollierte Wohnungslüftung und nicht über eine Luftheizung. Wir müssen also nur den wohnbiologisch notwendigen Luftaustausch bewerkstelligen, das sind pro Person ab 30 cbm in der Stunde...... na gut, bei einem großen Haus mit nur zwei Bewohnern muß man da schon etwas mehr machen, um das Volumen überhaupt ausreichend zu durchlüften.....
Aber das zeigt, daß man nicht riesige Luftmengen stürmisch transportiert, sondern nur einen angenehmen leichten Luftwechsel herstellt.

Das funktioniert bei dezentralen Systemen die nur die Abluft zum Beispiel in einer Warmwasserwärmepumpe nutzen auch mit Frischluftventilen durch die Aussenwand, da kommt die unkonditionierte kalte Aussenluft hinein und sogar die durchmischt sich bei richtiger Positionierung der Ventile zugfrei mit der Raumluft.

Wenn also bei einer zentralen Anlage durch den Anteil von weniger geheizten Räumen die Zulufttemperatur ein wenig weniger warm ist, hat das keine nennenswerten Konsequenzen auf den Wohnkomfort - anständige Ausführung vorausgesetzt!

So ein Vorheizregister im Zuluftstrom ist natürlich eine nochmalige Komforterhöhung. Dabei muß man aber bedenken, daß im modernen Haus auch eine Niedertemperaturheizung eingesetzt wird, die wenn sie die Fußbodenheizung antreibt nicht genug Temperatur hat für so ein Luftwärmeregister und die Heizung dann im extrem unwirtschaftlichen Hochtemperaturbereich laufen zu lassen, nur damit die Zuluft ein wenig wärmer wird wäre eine energetische Todsünde....

Also keine Panik!

Gruß aus Güster
Arno Kuschow
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Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
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