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Normen, Vorschriften, Urteile Normen, Vorschriften und Gerichtsentscheidungen, die zum Thema Luftdichtheit von Bedeutung sind.

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Alt 13.08.2012, 19:16   #1
bauplaner
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Standard zulässige Werte für den n50-Wert eines Tiefkühllager-Komplexes

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Hallo und Guten Tag, ich habe ein wohl eher spezielles Problem;

es geht um den Luftdichtheits-Test eines großen Tiefkühllager-Komplexes mit 4 zugehörigen KaltLuft-Kanälen, die auf der Tiefkühllager-Decke angeordnet sind.
Von hier fällt dann die kalte Luft (- 34°C) nach unten in das Tiefkühllager (- 24°C).

wo kann man dazu etwas zu den regel-üblichen /zulässigen n50-Werten erfahren /nachlesen ?

die DIN EN 13829 (2001) bzw die davon abgeleiteten EnEV-Werte von 3,0 bzw 1,5 /h sind doch dazu nicht brauchbar ?!
aber wo bekommt man akzeptable Richtwerte her ?


die Firma die den Test durchgeführt hat, hat im TestProtokoll einen gemittelten /rechnerisch bereinigten (?) Ergebniswert n50 von 0,1725/h ausgewiesen

wie ist dieser Wert nun einzuschätzen ?
ist es ein guter ein mittlerer oder ein eher schlechter Wert für ein Tiefkühl-Lager ???


kann mir in dieser Sache Bitte jemand weiterhelfen ?
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Alt 14.08.2012, 09:40   #2
Schrödingers Katze
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Bei Tiefkühllagern muß die Luftdichtheit sehr hoch sein, denn
- die Energieverluste durch Leckagen sind gewaltig bei bis zu 50K Temperaturdifferenz zwischen innen und außen
- jede Leckage führt zu örtlicher Vereisung
Der n50 ist insofern als Beurteilungskriterium allenfalls für den ersten Punkt geeignet, als Grundlage für eine rechnerische Ermittlung des Energieverlustes durch Leckagen. Viel wichtiger ist eine gut dokumentierte Leckageortung, um Schwachstellen weitestgehend abstellen zu können.
An Vorschriften ist da öffentlich rechtlich nicht viel zu holen, allenfalls in technischen Richtlinien zum Kühlanlagenbau, die ich allerdings nicht kenne. Vllt kann hier ein HLS-Ingenieur weiterhelfen.
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Alt 14.08.2012, 16:56   #3
bauplaner
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Danke für die Antwort;

parallel zum BlowerDoor-Test wurden mit einer Wärmebild-Kamera 4 verschiedene Leckage-Stellen fotografisch dokumentiert.
Das ist also insoweit geschehen

was mir dazu nicht klar ist, 4 Stellen sind wie gesagt mit Fotaos dokumentiert;
ich meine es sollten aber wesentlich mehr als nur 4 sein ?
es sind wohl dann nur die 4 größten Leckagen ?

und diese Stellen wurden doch von der Kamera unabhängig vom BlowerDoor-Test ausgewählt ?
oder beeinflußt der BlowerDoor-Test die Wärmebild-Aufnahmen die während des BlowerDoor-Tests von einer zweiten Person gemacht werden ?
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Alt 14.08.2012, 19:56   #4
Schrödingers Katze
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Wenn man die Kühlhalle unter Unterdruck setzt, stellen sich die Luftfahnen aus wärmerer Luft in der Thermographie dar. Aber es gehört ein wenig Erfahrung dazu, diese von Wärmebrücken oder Stellen mit anderer Emissivität zu unterscheiden.
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Alt 15.08.2012, 01:13   #5
bauplaner
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in Verbindung mit dem Test-Protokoll habe ich noch ein weiteres Problem > im TestProtokoll werden noch zwei weitere Kriterien mit Ergebnis-Kennziffern ausgewertet;

a) die Luftdurchlässigkeit bei 50 Pa > q50 mit 0,666 m³/h m²
und
b) der nettogrundflächenbezogener Leckagestrom bei 50 Pa > w50 mit 2,285 m³/h m²

wie sind nun diese Ergebnisse zu bewerten ?
liegen diese Zahlen im normativen Mittelwert oder fallen sie außer der Reihe ?
wo bekomme ich dazu VergleichsWerte her ?


und auch nochmal zu dem n50-Wert in Verbindung mit technischen Richtlinien zum Kühlanlagenbau;

beim KühlraumBau sind mir keine relevanten technischen Richtlinien bekannt ?
und KälteAnlagen gehen an diesem Thema doch vorbei ?

bitte, wenn ich dazu noch irgendwie einen Hinweis bekommen könnte der mir beim recherchieren weiterhilft.
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Alt 15.08.2012, 08:21   #6
H. Trauernicht
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q50 und w50 sind das Ergebnis der Messung auf andere Bezugsgrößen bezogen.

Der Volumenstrom V50 wird dabei durch die Bezugsgröße dividiert.

Hier sind die Definitionen zu finden:

n50 = Luftwechselrate: http://www.luftdicht.de/abisz.htm#Luftwechselrate
q50 = Luftdurchlässigkeit: http://www.luftdicht.de/abisz.htm#Lu...%C3%A4ssigkeit
w50 = Nettogrundflächenbezogener Leckagestrom: http://www.luftdicht.de/abisz.htm#Ne...4chenbezogener

Der hüllflächenbezogene Wert q50 ist für die Beurteilung von großen Gebäuden besser geeignet als der fast ausschließlich verwendete n50-Wert.

Das sind aber Details, die bei Ihrer grundlegenden Fragestellung noch keine Rolle spielen dürften.

Meine Erfahrung ist, je exotischer die Messaufgabe ist, desto weniger weiß der Auftraggeber, wo die Grenze zwischen einem guten und einem schlechten Ergebnis liegt. Diese Bewertung kann der Auftraggeber aber grundsätzlich nicht dem Messdienstleister überlassen! Ich gehe ja auch nicht zum Zahnarzt und über lasse ihm, wo meine Schmerzgrenze liegt.
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Alt 15.08.2012, 11:12   #7
bauplaner
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die Definitionen sind für mich nicht das Problem, da ich mir von Ihrer Seite freundlicherweise die DIN 13829 runtergeladen habe und auch in Ihrem Luftdicht-Lexikon gelesen habe

mein Problem ist, wie sind die ermittelten Werte einzuschätzen ?
diese Einschätzung gehört als ein kleiner Teil zu einer GesamtEinschätzung der ausgeführten Kühlraum-Bauleistungen eines Kühllager-Komplexes.
Ich suche also eine gesetzlich sanktionierte Vergleichs-Grundlage bzw Zielwerte-Vorgaben für eine derartige Spezial-Baumaßnahme.

diese Blower-Door-Prüfungen werden doch schon seit längerer Zeit auch (und gerade) für den KühlraumBau durchgeführt.
Da muß es doch auch eine definierte und anerkannte Festlegung zu den Zielwerten geben ?
/im anderen Fall stellt sich überspitzt für mich die Frage > warum werden derartige Prüfungen sonst überhaupt gemacht ?
oder
der Prüfbericht weist doch i.d.R. nur einen Ergebniswert (n50-Wert) aus; - was nutzt einem Auftraggeber aber dieser Wert wenn er ihn nicht irgendwo vergleichend einordnen kann ?

der reine Zahlenwert bei einer derartigen SpezialAufgabe (ich rede hier ja nicht vom EFH-Bau) sollte doch für die Meisten erstmal eine völlig neutrale Sache sein ?


irgendwie habe ich für mich persönlich dazu bis jetzt die Erkenntnis entwickelt, das der n50-Wert beim KühlraumBau so zwischen 0,1 und 0,3 h-1 liegen sollte (?)
/ich meine hier der “bereinigte“ /“gemittelte“ /“programm-errechnete“ Endwert (ich weiss nicht ob ich das nun richtig ausgedrückt habe)
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Alt 15.08.2012, 12:00   #8
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von bauplaner Beitrag anzeigen
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.....
Da muß es doch auch eine definierte und anerkannte Festlegung zu den Zielwerten geben ?
/im anderen Fall stellt sich überspitzt für mich die Frage > warum werden derartige Prüfungen sonst überhaupt gemacht ?.

zum Glück ist nicht alles gesetzlich reglementiert, so bleibt noch Raum für den Verstand


Zitat:
Zitat von bauplaner Beitrag anzeigen
......
der Prüfbericht weist doch i.d.R. nur einen Ergebniswert (n50-Wert) aus; - was nutzt einem Auftraggeber aber dieser Wert wenn er ihn nicht irgendwo vergleichend einordnen kann ?....

Nein! Ein ordentlicher Prüfbericht weist in erster Linie ein ausführliches und nachvollziehbares Leckageprotokoll auf, und als Zugabe dann die Kennwerte aus der Softwareauswertung des Meßgerätes.
Der AG kann den Zielwert, auch über den öffentlich rechtlich geforderten hinausgehend, auch vorgeben.

Zitat:
Zitat von bauplaner Beitrag anzeigen
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irgendwie habe ich für mich persönlich dazu bis jetzt die Erkenntnis entwickelt, das der n50-Wert beim KühlraumBau so zwischen 0,1 und 0,3 h-1 liegen sollte (?)
....
.
Das hängt von der Gebäudegröße und -geometrie ab. Wie schon Herbert sagte, ist bei großen Objekten der q50 oft die bessere Wahl. Praktisch scheint das eine plausible Näherung zur Einschätzung zu sein. Aber je nach Art und Verteilung der Leckagen kann 0,1 trotzdem schlecht oder 0,3 trotzdem gut sein. Das muß im Einzelfall vom Fachmann beurteilt werden.
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Alt 15.08.2012, 12:51   #9
bauplaner
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Danke erstmal für die Mühe, die Sie sich mit den Antworten gemacht haben.

zum Inhalt habe ich aber in diesem Fall eine abweichende Meinung;

ich muß doch die Ergebniswerte einer in Auftrag gegeben Prüfung auch dann vergleichen können, wenn mir die Materie im Detail nicht grundsätzlich vertraut ist
und dazu benötige ich eben normatierte Richtwerte bzw Zielwert-Vorgaben (für mich hat das an dieser Stelle mit Eigen-Denken nichts zu tun)

wenn es halt erforderlich ist, dann auch Zielwert-Vorgaben für Unter-Ergebnisse (q50 und w50-Wert) um den HauptWert besser beurteilen zu können

und wie soll ich, wie schon gesagt, beurteilen können, ob das Leckage Protokoll z.B. vollständig ist ? oder die wirklichen Schwachstellen erfaßt hat ?
das wird doch eine völlig subjektive Beurteilung


im anderen Fall läuft es für mich darauf hinaus, dass ich einen PrüfBericht von einem anderen Prüfer begutachten lassen muß, weil ich über die Ergebniswerte und den Inhalt nicht selbst fachlich-fundiert genug befinden kann
das sollte aber nach meiner Auffassung nicht das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Prüfung sein


auf der gleichen Schiene liegt für mich die Aussage > … Der AG kann den Zielwert, auch über den öffentlich rechtlich geforderten hinausgehend, auch vorgeben. …

ja dazu muß ich ja erstmal die Kenntnis über relevante Zielwerte haben ? - für mich dreht sich hier etwas im Kreise
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Alt 01.09.2012, 17:09   #10
H. Trauernicht
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Zitat:
Zitat von Schrödingers Katze Beitrag anzeigen

zum Glück ist nicht alles gesetzlich reglementiert, so bleibt noch Raum für den Verstand ...
Das muß im Einzelfall vom Fachmann beurteilt werden.
Der Ruf nach dem planenden Fachmann ist an dieser Stelle aus meiner Sicht berechtigt. Hier tummeln sich leider zu wenig Fachleute, die die Dichtheit vorgeben und dann entsprechend planen. Dienstleistern für Luftdichtheitsmessungen kann man die Planung und Vorgabe von Grenzwerten nicht überlassen. Die kommen ohnehin zu spät zum Bauvorhaben dazu!
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