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Ausführungsdetails Wie macht man's richtig?

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Alt 20.07.2016, 00:33   #1
repurtar
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 18.07.2016
Ort: BaWü
Beiträge: 5
Standard Luftdicht und so

Hallo, ich hatte mit einer Frage von meiner Seite dieses Forum aufgesucht.
Diese könnt ihr hier nachlesen: http://www.luftdicht-forum.de/showthread.php?t=1176

Ich habe nun zunächst eigene Recherchen über die Anbringung von Dampfbremsen und dem drauf folgende Aufbau angestellt und bin jetzt eher mehr verwirrt als zu vor.
Das soll jetzt aber hier nicht explizit Thema sein.

Ich habe einen Altbau, da wurde hier und da vom Vorbesitzer schon mal gedämmt und ich weiß nicht ob in Eigenleistung oder Fachmann.

Z. B. bin ich mal hinter den Kniestock gekrochen weil ich was nachsehen wollte. Dann habe ich gesehen, dass zwischen Fußpfette und der darunterliegenden Außenmauer hier und da ein Spalt ist bei dem man nach außen sehen kann.
Auf der Nordseite wurde die Wand von außen gedämmt. Bin dann dort hinter den Kniestock um zu sehen wie es da aussieht. Natürlich konnte ich kein Licht sehen aber soweit ich das mit der Taschenlampe erkennen konnte sind da auch ab und an Spalten bei denen man dann von innen auf die Isolierung blicken kann.

Nun... Ich kann ohne alles ab zu bauen keinen SChimmel erkennen, welcher ziemlich sicher eh nicht da ist. Ich rieche nichts was darauf hindeutet und da das ganze schon seit mehreren Jahren so ist wäre es wohl auch schon längst irgendwo, sei es außen oder innen, irgendwie sichtbar geworden wenn es ein Problem sein sollte.

Ich frage mich ehrlich gesagt so langsam auch wie man einen Altbau mit Dampfbremse überhaupt jemals dicht bekommen will.
Viele lassen nachträglich dämmen aber mir kann doch keiner erzählen das dann alles und jede Ecke die vorhanden ist mit Dampfbremse abgedichtet wird. Der Aufwand ist für Fachmann und Heimwerker doch viel zu groß so einen Altbau dicht zu bekommen. Ich meine das kann doch keiner Bezahlen...
Ich habe wohl auch noch nicht ganz über rissen was der Sinn einer Dampfbremse ist. Ich gehe bisher davon aus diese soll die Isolierung vor Feuchtigkeit von innen Schützen.
Im Altbau gibt es aber, besonders wenn der teilrenoviert oder mit Gauben verbaut ist überall Ecken und Kanten die fast nicht dicht zu bekommen sind.
Dann hat man hier und dort teilrenovierte Bereich usw. Mag gar nicht dran denken wie es bei einem 200 Jahre altem Haus sein muss bei dem alle 50 Jahren mal was gewerkelt wurde...

Ich habe dann z. B. gelesen das alles 100% dicht sein muss und ich frage mich einfach wie man das jemals realisieren will...
Geht es da eher um Heizungsverluste oder ist das Thema immer Schimmel?
So bin ich doch der Meinung das hinter dem Kniestock doch mal ein Spalt sein kann, da geht doch nur minimal Heizungsenergie verloren und die Luft kann rein und raus.

Wenn ich dem ganzen was ich nun so bisher gelesen habe glauben schenke dann müsste mein Haus von oben bis unten mit Schimmel überzogen sein oder ich habe da eben was nicht so ganz verstanden. Jedenfalls habe ich keine Schimmel bzw. ich gehe sehr stark davon aus.

Kann mich da mal wer ein wenig drüber aufklären, ich steh hier so langsam wie der Ochs vor dem Berg und bereue es gerade irgendwie die Entscheidung gefasst zu haben mein Dachbereich fertig aus zu bauen.
Hätte ich den Entschluss nicht gefasst könnte ich sicher ruhiger schlafen

Geändert von repurtar (20.07.2016 um 00:36 Uhr).
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Alt 20.07.2016, 08:50   #2
Schrödingers Katze
Moderator
 
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 989
Standard

Grundsätzlich geht es hier um 2 verschiedene Dinge.
1. Energie sparen. Dazu gilt die Prämisse "so dicht wie möglich" Wenn z.B. unter der Schwelle Luftleckagen bestehen, bedeutet das sehr hohe Verluste, z.B. bei einem normal großen EFH hebt ein umlaufender Luftspalt ins Freie die Wirkung der Dachdämmung auf. Bei so "guter" Belüftung wird natürlich die Feuchte abgeführt, sodaß kein Schimmel entsteht....Das war die bevorzugte Baumethode bis in die 60er Jahre, kein Schimmel, aber 400 kWh/m²a Heizenergie
2. Bei dichten Konstruktionen auf einen vernünftigen, geregelten Feuchtehaushalt achten, um auch dann Schimmel und andere Holzgefährder zu vermeiden. Da gibt es wiederum verschiedene Ansätze, und auch Kombinationen sind oft sinnvoll, gerade im Sanierungsbereich.
- kontrollierte Lüftung (Zu-und Abluftanlage mit WRG, im Altbau meist dezentral, LTM Thermo-Lüfter oder ähnlich). feuchtegesteuert. Hält das Feuchtenieveau im Haus niedrig, sodaß kein Schimmel entsteht.
- geeignete (alkalische) Bau-und Dämmstoffe für die warmseitigen Schichten, entziehen möglichem Schimmel den Nährboden. (z.B Kalziumsilikatplatten statt Gipskarton)
- Berechnung des Feuchtetransports im Bauteil durch Kapillarität, Diffusion und Konvektion, am besten mit einem instationären Verfahren (z.B. WUFI) - damit kann man festlegen, ob eine diffusionsoffenen oder dampfdichte Bauweise von Vorteil ist, und wie diese im Einzelnen aussehen muß (sD-Wert der Dampfbremse/-sperre, Art der Dämmstoffe etc)
Wie hoffentlich zu sehen ist, ist diese Materie zu komplex für internetgestütztes "Selberstricken".......
__________________
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