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Normen, Vorschriften, Urteile Normen, Vorschriften und Gerichtsentscheidungen, die zum Thema Luftdichtheit von Bedeutung sind.

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Alt 12.05.2015, 19:26   #1
bdr53227
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Standard Messanlage - Kalibrierung oder nicht?

Messanlage - Kalibrierung oder nicht?

Upps, da führte doch der letzte Fachvortrag auf dem BUILDAIR-Symposium am 9. Mai 2015, in Kassel, zum Thema „Kalibrierung von BlowerDoor Messgeräten – Aufwand und Erkenntnisse“ von Paul Simons zu Verwirrungen bei der Zuhörerschaft.
Vom Vortragenden wurde vermittelt, Blowerdoor Messanlagen müssten regelmäßig kalibriert werden. Die DIN EN 13829 schreibe vor, dass Differenzdruckmessgeräte alle zwei Jahre und die Gebläse alle vier Jahre überprüft werden müssten. Man konnte den Kongressteilnehmer/ -innen die Überraschung regelrecht von den Gesichtern ablesen. Wer hat denn überhaupt schon mal seinen Ventilator kalibrieren lassen? Und plötzlich und überraschend sollen diese nun zum stolzen Preis von rund 600,- Euro alle vier Jahre kontrolliert werden?
Für weitere Verwirrung sorgte dann die Frage eines Teilnehmers, diese Aussage träfe doch sicherlich nur auf Geräte der Blowerdoor GmbH zu? Mehr als holperig kam dann die Antwort seitens des Referenten, sowie zweier Fachverbandsvertreter, diese Fristen seien im FLiB-Infoblatt 12/2013 so empfohlen worden.

Aber wie sieht die Wahrheit um die Kalibrierungspflicht nun wirklich aus? Ich habe mal versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen und dort anzufangen worauf sich alle berufen.

DIN EN 13829 vom November 2001 Hier steht unter 4.1 Allgemeines sehr klar geschrieben:

Die regelmäßige Kalibration des verwendeten Messsystems entsprechen den Herstellerangaben oder einem standardisierten Qualitätssicherungssystems ist erforderlich.

Nicht mehr und nicht weniger.

Im Anhang A wird dann noch die Ausrüstung zur Druckerzeugung beschrieben in denen aber nur die Art der Erzeuger erklärt wird.

A.2 Gebläse mit Luftkanal
A.3 Blower-door
A.4 Ventilatoren gebäudeeigener Lüftungs-, Klima- oder Lüftungsanlagen

Ja, Sie haben richtig gelesen, vergessen Sie alle teuren Herstellergeräte zur Durchführung einer Differenzdruckmessung, die eingebaute Lüftungsanlage und ein Differenzdruckmessgerät reichen aus, eine Messung nach dieser Norm durchzuführen, -solange diese „kalibriert“ sind.
Über den eigentlichen Hauptdarsteller bei einer Messung, dem Differenzdruckmessgerät werden keine weiteren Informationen in der DIN EN 13829 gegeben. Es werden nur noch Anweisungen zum Aufbau und Anschluss der Schläuche gemacht, die vom Wortlaut den Inhalt der Bedienungsanleitung eines bekannten Herstellers für Messanlagen widergeben.

Somit dürfte klar sein, wenn überhaupt haben wir uns nach den Herstellern zu richten. Von drei Herstellen habe ich folgende Info erhalten:

Hersteller Gebläse Messgerät
BlowerDoor GmbH 4 Jahre 2 Jahre
Retrotec 5 Jahre 5 Jahre
Wöhler jährlich jährlich


Im Dezember 2013 hat dann der FLiB (Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e. V.) in seinem Infoblatt – Prüfbericht nach DIN EN 13829 Teil 2 – unter Punkt d) folgendes veröffentlicht:

Die DIN EN 13829 fordert eine Genauigkeit, die nur über regelmäßige Kontrolle der Messtechnik gewährleistet ist. Der FLiB empfiehlt folgende Intervalle: Druckmessgerät alle 2 Jahre, Volumenstrommesseinrichtung alle 4 Jahre, Thermometer alle 4 Jahre.

Was bedeuten nun diese Empfehlungen für den Messdienstleister und seine Messungen? Rechtlich dürften die Vorgaben der DIN EN 13829 immer noch über den Empfehlungen des FLiB stehen. Somit wären die Vorgaben der Messgerätehersteller maßgeblich. Aber was bedeutet der Begriff „Empfehlung“ denn dass ist es, was die Hersteller machen? Sie schreiben es nicht zwingend vor. Wie genau werden die Zeitangaben rechtlich bewertet, bedeutet ein Jahr genau 365 Tage? Und ist dann eine Messung ungültig, weil sie mit einem Messgerät gemacht wurde dessen Kalibrierungsfrist einen Tag drüber ist? Dürfen die Auftraggeber dann eine Nachbesserung fordern? Und fallen Messgebläse auch unter die Kalibrierungsempfehlung? Wenn ja, was ist dann mit den in den Gebäude verbauten Lüftungsanlagen, die man verwenden darf? Warum müssen alle Messanlagen in gleichen Intervall geprüft werden obwohl die Einsatzzeiten aufgrund der unterschiedlichen Auslastungen der Messdienstleister erheblich variieren?

Mein Fazit: Es gibt derzeit, wenn überhaupt, nur eine einzige rechtliche Grundlage und das ist die DIN EN 13829. Interessant ist, dass in dieser Norm viel Wert gelegt wurde, wie zu messen ist aber nicht daran gedacht wurde, wer eigentlich messen darf. Und das ist nach dem derzeitigen Stand der Dinge jeder, der sich dazu berufen fühlt. Anstatt den Herstellern eine sicher Einnahmequelle zu organisieren wäre es sicherlich hilfreicher dafür zu sorgen, dass Messungen ausschließliche von Menschen durchgeführt werden dürfen, die dafür qualifiziert sind.


Über eine rege Diskussion zu diesem Thema würde ich mich genauso sehr freuen wie über weitere Informationen zu Kalibrierung Geräte anderer Hersteller.

Geändert von bdr53227 (13.05.2015 um 18:13 Uhr).
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Alt 12.05.2015, 21:57   #2
Schrödingers Katze
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Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 989
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Zitat:
Zitat von bdr53227 Beitrag anzeigen
.......
Hersteller Gebläse Messgerät
BlowerDoor GmbH 4 Jahre 2 Jahre
Retrotec 5 Jahre 5 Jahre
Wöhler jährlich jährlich
........
Ergänzung: LTM Blowtest empfiehlt all 2 Jahre

p.s. Das mit den Messungen ausschließlich durch qualifizierte Meßdienstleister sehe ich ähnlich - wobei man allerdings zwischen qualifiziert und zertifiziert unterscheiden sollte. Ein Zwang zur Zertifizierung würde wahrscheinlich in der typisch deutschen Bürokratie wieder dazu führen, daß für hohen Zeit- und Geldaufwand irgendwelche Personallisten mit zweifelhaftem Wert geführt würden, vergleichbar der neuen praxisfremden Regelung bei KfW-Fördermitteln.
__________________
nothing is foolproof to a sufficiently talented fool
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Alt 13.05.2015, 07:12   #3
bdr53227
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Registriert seit: 21.11.2011
Ort: Bonn
Beiträge: 16
Standard

Dem Thema "Voraussetzungen und Qualifizierung für Messdienstleister" werde ich mich in einem späteren Thread nochmal widmen. Unsere Nachbarländer haben da alle ihre eigenen Vorgaben. Das möchte ich mal zusammenstellen und daraus eine Forderung für Deutschland entwickeln. Alle die Lust haben mitzuwirken, sind aufgerufen teilzunehmen!
bdr53227 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2015, 13:23   #4
Gabwi 41849
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Registriert seit: 13.05.2015
Ort: Wassenberg
Beiträge: 1
Frage Frage Liegt der Wert einer Messung im Wert??????

Ich kann mich meinen Vorschreibern in allen Punkten nur anschließen!!!!

Möchte aber zusätzlich nochmals betonen, dass es für mich keinen Sinn ergibt, das die Messwerte am besten bis auf zwei Stellen hinter dem Komma genau sein sollen.

Denn bist heute kann sich jeder der dazu Lust hat ein Messgerät kaufen und ist damit berechtigt ein Zertifikat auszustellen.

Das führt leider häufig dazu, das nicht unabhängige oder Schreibtisch –Zertifikate angefertigt werden. Am Schreibtisch könnte man es sogar auf drei Stellen hinter dem Komma hinbekommen

Die qualifizierten Messdienstleister (müssen nicht zertifiziert sein) wissen aber welchen Wert eine Messung zur Qualitätsüberprüfung auch ohne Kommazahl hat.

Ich würde mir doch wünschen, dass man sich einmal mit einem Regelwerk für unabhängige Messungen durch qualifizierte Messdienstleister beschäftigt, damit würde sich die Auftragslage für diese positiv ändern.

Mir kommt es allerdings so vor als würde man sich doch mehr mit den Interessen der Hersteller beschäftigen, damit diese immer mehr Einnahmequellen haben.

Dass es nicht nur auf die Exaktheit des Wertes ankommt wissen alle die sich mit dem Thema luftdichte Hülle befasst haben.
Deshalb schreiben wir auch in unser Zertifikat unter den ermittelten Wert:
Bemerkung:
Das Messergebnis schließt (verdeckte) Mängel in der Konstruktion nicht aus.




Hier stellt sich für alle die Frage, liegt Wert bei einer Messung im Wert (hinter dem Komma)!!!


Sollten wir uns nicht erst einmal mit den wesentlichen Dingen widmen?


Wie wichtig sind unabhängige Messungen!!!


Zu:Warum müssen alle Messanlagen in gleichen Intervall geprüft werden obwohl die Einsatzzeiten aufgrund der unterschiedlichen Auslastungen der Messdienstleister erheblich variieren?

Ich habe zum Beispiel ein Gebläse das vermutlich nur ca. 8mal in vier Jahren genutzt wird!
Warum spiel die Laufleistung keine Rolle? Min. 600€ für 8-mal Messen und die Anschaffungskosten? (ist bei der Anschaffung nicht erwähnt worden)
Das steht in keinem Verhältnis!!
Gabwi 41849 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2015, 17:14   #5
H. Trauernicht
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Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.702
H. Trauernicht eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard

Das sind viele sehr spannende Themen, zu denen wir diskutieren sollten. Bitte jede neue Fragestellung in einem neuen Thema beginnen!

Es handelt sich um folgende Fragen:
  1. Kalibrierung, wie oft (Thema des vorliegenden Beitrag)
  2. Warum müssen alle Messanlagen in gleichen Intervall geprüft werden, obwohl die Einsatzzeiten aufgrund der unterschiedlichen Auslastungen der Messdienstleister erheblich variieren?
  3. "Voraussetzungen und Qualifizierung für Messdienstleister" (Ist als Beitrag angekündigt)
  4. Wieviel Stellen hinter dem Komma sind sinnvoll?
  5. Wie können nicht unabhängige oder Schreibtisch –Zertifikate verhindert werden?
  6. Worauf beruht die Anmerkung "Das Messergebnis schließt (verdeckte) Mängel in der Konstruktion nicht aus."?
  7. Sollten wir uns nicht erst einmal mit den wesentlichen Dingen widmen?
Ich bitte die Fragensteller jeweils eines neues Thema zu eröffnen.

Die rege Beteiligung wird sehr begrüßt!
Bis bald.
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
H. Trauernicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2015, 09:29   #6
alpino
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Ort: München
Beiträge: 34
Standard Kalibrierung + DIN + Schreibtisch-Gutachten

Mein Kommentar zur Kalibrierung:

Ein ö.b.u.v. Sachverständiger muss alle eingesetzten Messgeräte im Gutachten namentlich incl. Seriennummern aufführen; diese müssen jährlich kalibrieret werden.

Wenn ich also LD-Messungen durchführe, müsste ich folgende Geräte jährlich kalibrieren lassen. Genau diese Forderung wurde an unser Büro gestellt, nachdem wir für einen Gerichtsgutachter als Subunternehmer gemessen haben:

BLOWER DOOR Gebläse - egal welcher Hersteller;
Druckmessdosen;
Volumenstrom-Messeinrichtung;
Thermometer (richtig gelsen, Genauigkeit nach EN 13829 +-1K);
Thermo-Anemometer;
Laser-Messgerät, wenn es für die Messung der Raummaße verwendet wurde;
Thermokamera, wenn sie für die Visualisierung von Leckagen eingesetzt wird...

Man kann leicht errechnen, wie hoch unser jährlicher Kalibrier-Aufwand da ausfallen würde. Für die eigentliche Messdienstleistung bleibt kaum mehr Geld übrig...

Mein Kommentar zum DIN, speziell NABau (Normenausschuss Bau):

Wer einmal in die NAs hineingeschnuppert hat, der weiß dass dort fast überwiegend Hersteller sitzen (und ein paar ausgeflippte Profs). Das ist ja auch kein Wunder, da die Mitarbeit im NA nicht bezahlt wird und man als Selbständiger diese öden unendlich langen Sitzungen incl. An- und Abreise selbst finenzieren muss. Von Unabhängigkeit oder Objektivität sind die NAs nach meinem Dafürhalten leider weit entfernt. Ich habe da keine großen Hoffnungen.

Aktuelles Beispiel: Vor ein paar Tagen wurde die DIN 18015-5 veröffentlicht. Sie behandelt die Luftdichtheit von Elektroarbeiten (hört hört, endlich nach so vielen Jahren der Ignoranz und des Weghörens!). Die knapp 14 Seiten kosten beim B...Verlag schlappe 80 € (muss ich nicht kommentieren) und wer sie liest, erkennt schlagartig, dass hier eine riesige Chance vertan wurde, endlich dem Elektriker als "natürlichem Feind der Luftdichtheit" ein einfaches, gut durchdachtes und detailliertes Kompendium für luftdichte E-Installation in die Hand zu geben. Es ist ein Drama; wir sollten überlegen, die Einspruchsfrist zu nutzen und die Norm substantiiert zu kommentieren - Herbert und Schrödinger, macht Ihr mit?

Mein Kommentar zum Schreibtisch-Gutachten:

Als Dozent für LD-Schulung und Zertifizierung habe ich zahlreiche Kollegen in die höheren Weihen der profunden EN 13829-Kenntnisse einführen dürfen. Unser Anliegen in der Zertifizierung ist dabei immer, die Spreu vom Weizen zu trennen und den Feld/-Wald/-Wiesen-Prüfer, der mit Internet-Billigangeboten (und daraus resultierender Schlechtleistung) den gesamten LD-Markt nachhaltig schädigt vom qualifizierten (das muss nicht immer heißen zertifizierten) gut ausgebíldeten LD-Prüfer unterscheiden zu lernen. Zunehmend verstehen dies auch Architekten/Bauträger/Kommunen, die hier in Bayern vermehrt in ihren Ausschreibungen entsprechende Nachweise verlangen.

Wens interessiert: Ich halte am 19.09.2015 beim Energieforum in Eugendorf (liegt gleich neben Salzburg, der zweite Tag des Thermografie-Forums ist der Luftdichtheit gewidmet) einen Vortrag mit dem Titel "Datenmanipulation beim Blower Door Test - Wer kontrolliert den Controller und wie kontrolliert man ihn?"
Da werden alle Möglichkeiten der Datenmanipulation aufgezeigt und hierzu Beispiele gerechnet. Dem Bauherrn oder der ausschreibenden Stelle werden Methoden anhand gegeben zu überprüfen, ob alle Daten korrekt aufgenommen und korrekt verarbeitet wurden. Damit kann man den Schreibtisch-Prüfer i.d.R. ganz gut erkennen & packen.
__________________
Ich kümmere mich um die Zukunft, denn ich beabsichtige den Rest meines Lebens darin zu verbringen
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Alt 25.12.2015, 13:14   #7
EnbeTec GmbH
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Ort: Löningen
Beiträge: 17
Standard Gebläsekalibrierung bei Infiltec

Hallo,
wir haben unsere Anlagen von Infiltec (Vertretung Deutschland: Dr. Specht Infrarotmesstechnik GmbH, Taunusstein). Diese schreibt keine Kalibrierung des Gebläses vor. Lt. Herrn Specht wird einmal der Druck vor dem Gebläse und einmal hinter dem Gebläse gemessen und der Ventilator spielt bei diesem System keine Rolle. Daher sollten die Druckmessdosen je nach Inanspruchnahme alle 2 bzw. 4 Jahre kalibriert werden. Der Ventilator muss lt. Herrn Specht nicht kalibriert werden (es gibt hierzu auch keine Herstellervorgaben). Meines Erachtens wird hier versucht die Einnahmen aus den stagnierendem Geräteverkauf zu kompensieren. Es gibt lt. Herrn Specht allerdings Ventilatoren einiger Hersteller, die kalibriert werden sollten / müssen, diese ist jedoch nicht bei Infiltec sowie vielen anderen namhaften Hersteller notwendig (die aber seit 2014/2015 eine Ventilatorkalibrierung empfehlen).
Da Infiltec u. Blower-Door fast baugleich sind und es hier keine Empfehlung des Herstellers zur Gebläsekalibrierung gibt, sind wir froh uns für dieses Gerät entschieden zu haben. .

Somit erfüllen wir die Norm, auch wenn nur die Druckdosen kalibriert werden. Zudem können wir mit einem Ventilator Volumenströme bis 10.000 m³ messen. Auch eine Messung mit mehreren Ventilatoren für große Gebäude ist möglich. Vielleicht nicht mit soviel Schnickschnack, dafür aber normgerecht.

Geändert von EnbeTec GmbH (25.12.2015 um 14:38 Uhr).
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Alt 07.04.2016, 19:18   #8
C. Burkhardt
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Beiträge: 68
Standard Kalibrierung BlowerDoor-Ventilator

Hallo zusammen,

das Thema ist zwar schon etwas älter - dennoch möchte ich es gerne nochmals aufgreifen.

Meiner Ansicht nach muss man die gegenständliche Messtechnik betrachten, ob sich die Messabweichung überhaupt mit der Zeit verändern kann.

Für Druckmessgeräte ist jedem verständlich, daß diese regelmäßig kalibriert werden müssen. Zum Beispiel beim DG-700 gibt es ja auch hierfür extra eine Justiermöglichkeit. In der Regel ist auch nach der Kalibrierung im Protokoll ersichtlich, daß die Justierung sinnvoll und notwendig war.

Für Ventilatoren sehe ich die Empfehlung zur Kalibrierung alle 4 Jahre etwas kritischer - wobei ich nur den BlowerDoor-Ventilator im Detail kenne und demnach auch nur diesen als Beispiel hier nennen möchte.
Die BlowerDoor GmbH folgt zwar mittlerweile auch der Empfehlung des FLiB und empfiehlt ihrerseits die Kalibrierung des Ventilators alle 4 Jahre, gibt aber im Handbuch Stand Januar 2015 auch an (ehrlicherweise, finde ich gut!) "Die werkseitige Kalibrierung des BlowerDoor Messgebläses Modell 4 bleibt grundsätzlich konstant mit Ausnahme einer mechanischen Beschädigung. Darunter fallen die Beschädigung des Druckabnehmers, die Verlagerung des Motors und der Rotorblätter in Bezug zum Gebläsegehäuse, Beschädigungen des Gehäuses, Leckagen bzw. Verstopfung im Druckabnehmerrohr oder in der Schlauchverbindung. Dieses sollte vom Anwender regelmäßig kontrolliert werden."
Wie die einzelnen Bauteile zu kontrollieren sind, beschreibt die BlowerDoor GmbH detailliert im selben Handbuch.

Meine Schlussfolgerung hieraus:
Die Notwendigkeit zur regelmäßigen Kalibrierung eines hochpräzisen Druckmessgerätes ist wie oben beschrieben vollkommen unstrittig vorhanden.
Wer gerne alle 4 Jahre von externer Stelle bestätigt haben möchte, dass die Kennlinien der Messblenden des BlowerDoor Ventilators immer noch gleich sind (im Rahmen der Genauigkeit des Kalibrier-Prüfstandes), kann gerne auch die Kalibrierung seines Ventilators in Anspruch nehmen.
Wer aber regelmäßig (natürlich in kürzeren Abständen als alle 4 Jahre) die Bauteile seines BlowerDoor-Ventilators gemäß Wartungsanleitung überprüft, kann sich genauso sicher sein, dass die Kennlinien des Ventilators im Rahmen der Messgenauigkeit stimmen.
__________________
Luftdicht, was sonst?
C. Burkhardt ist offline   Mit Zitat antworten
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