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Ausführungsdetails Wie macht man's richtig?

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Alt 27.07.2012, 19:08   #1
adlatus
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Standard Ergänzung der Aufsparrendämmung mit Zwischensparrendämmung

Hallo zusammen,

wir sind mitten in der Dachsanierung und haben schon viel gelernt...

Folgender Aufbau ist vorhanden: Aufsparrendämmung PurenPlus mit 160 mm, als diffusionsoffen beworben, hat m.E. aber einen sd-Wert von etwa 30 m, Rauminnenseitig,d.h. auf die Sparren ist eine Unterspannbahn verlegt, aber nicht als luftdichte Ebene.

Ursprünglich war vorgesehen, den Raum zwischen den Sparren als Luftebene zu belassen, geht nach meiner Kenntnis aber nicht, da oberhalb keine luftdichte Ebene ausgeführt wurde.

Daher muss diese luftdichte Ebene noch rauminnenseitig realisiert werden.

Jetzt ist vorgesehen, zwischen die Sparren eine Zellulose-Dämmung einzublasen (140 mm), darunter eine "intelligente" Klimamembran. Der Vertreter der Aufsparrendämmung hatte eine PE-Folie mit einem sd-Wert von 20 m empfohlen, alle Anbieter der Zellulose haben sich aber für eine Klimamembran ausgesprochen, da dann auch nach innen eventuelle Feuchtigkeit entweichen kann.

Als Innenverkleidung sind Rigips-Platten mit 12, 5 mm vorgesehen. Ursprünglich wollte ich noch davor OSB-Platten mit 18 mm verbauen (wg. Schallschutz), allerdings sagte man mir, dass dies in Konflikt mit der Klimamembran treten würde.


Kann der geplante Aufbau funktionieren bzw. auf was müsste ich noch aufpassen bzw. Wert legen?

Danke schon mal für die Hilfe und Beteiligungen.

Schöne Grüße

Adlatus
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Alt 27.07.2012, 21:30   #2
Schrödingers Katze
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Wichtig ist auch noch, was über der Aufdachdämmung ist (Dachbegrünung?), und wie exponiert (Klimazone, Höhenlage, Wind) das Gebäude steht. Diese Faktoren bestimmen die Außentemperatur und damit die Druckdifferenz, bei der eine Rückdiffusion erst stattfinden kann. Eine OSB-Platte wirkt als Dampfbremse, muß also in die Diffusionsberechnung mit eingehen.

Am besten sollte man die in Frage kommenden Aufbauten mit allen Randbedingungen instationär rechnen (lassen), z. B. mit WUFI oder Delphin. Glaser reicht hier m.E. nicht mehr aus. Manche Hersteller von rückdiffundierenden Dampfbremsen (Klimamembran, "intelligente" Dampfbremsen...) bieten diesen Service an, wenn eine nennenswerte Menge ihres Produktes erworben wird.
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Alt 28.07.2012, 17:04   #3
adlatus
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Vielen Dank für die super schnelle Antwort.

Unser Haus liegt im Rhein-Main-Gebiet, 230 m über NN, unser Dach hat eine Neigung von ca. 35 Grad und ist mit der einen Seite nach Süden und mit der anderen Hälfte nach Norden ausgerichtet. Denke, dass ist eine ganz normale Situation.

Der Dachdecker ist bei der Ausführung davon ausgegangen, dass ich auf jeden Fall eine Zwischendämmung einbaue und hat daher keine luftdichte Ebene ausgeführt. Dies scheint offenbar grundsätzlich üblich und nicht zu beanstanden oder gibt es eine Verpflichtung, eine luftdichte Ebene direkt unterhalb der Aufsparrendämmung herzustellen?

Für mich stellt sich die Situation jetzt jedenfalls so dar, dass noch eine luftdichte Ebene rauminnenseitig, auf die Sparren, hergestellt werden muss. Daher suche ich jetzt nach einer Lösung, die mir keine bzw. wenig Probleme bereitet und bin daher für weitere Vorschläge und Anregungen dankbar.

Ursprünglich war angedacht, nur die Aufsparrendämmung zu verbauen und dadurch die KfW-Werte zu erfüllen. Ich wollte den Raum zwischen den Sparren leer lassen und dann mit OSB-Platten (wg. Schallschutz) und Rigips-Platten verkleiden. Mein Dachdecker - und die überwiegenden Meinung im Internet - rät aber von einer solchen Luftschicht mit 140 mm dringend ab; auf jeden Fall sollte diese Ebene gefüllt werden. Trifft dies zu?

Die OSB-Platte scheinen mir durch die Zellulose jetzt entbehrlich. Da es offenbar wg. der Dampfbremswirkung Probleme geben könnte, werde ich wohl darauf verzichten.

Wäre es denn einfacher, wenn ich statt der Klimamembran eine Dampfbremse mit einem festen sd-Wert verwende? Und welcher Wert müsste das sein?

Sollte es bessere Lösungen für die vorhandene Aufsparrendämmung geben, bin ich für Vorschläge sehr dankbar (z.B. statt Zellulose Steinwolle, usw.). Mein Ziel ist es, das Dach fertig zu stellen und dabei das bestehende System nicht zu gefährden.

Schwierig wird noch die Abdichtung um die Kehlbalken sein, aber das werde ich dann der ausführenden Firma überlassen. Vorgesehen ist nach Abschluss der Arbeiten ein Blower-Door-Test.

Die beschriebenen Berechnungsmethoden muss ich noch suchen...

Vielen Dank nochmals für die nette und kompetende Unterstützung.


Schöne Grüße

adlatus
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Alt 28.07.2012, 22:13   #4
Schrödingers Katze
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Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir hier keine Beratung im Einzelfall durchführen, das ist Aufgabe der Fachplaner vor Ort, die dafür auch ein Honorar beziehen. Es gibt bei einer Sanierung nicht "die" richtige Lösung, vielmehr müssen die Aspekte Wärmeschutz, sommerlicher Wärmeschutz, Dampfdiffusion, Konvektion(Luftdichtheit) und Schallschutz mit der jeweiligen Gewichtung 1 Vermeidung von Bauschäden + Machbarkeit, 2 Wunsch der Bauherrschaft, 3 Budget bewertet und geplant werden. Dazu kommen eine rechnerische Überprüfung, handwerkliche Aspekte und Qualitätssicherung (z.B. Blower Door). Dieser Themenkreis ist zu komplex für eine Ferndiagnose. Aber wir zeigen hier gerne Lösungswege auf, das ist auch im allgemeinen Interesse.
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Alt 29.07.2012, 13:48   #5
adlatus
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Vielen Dank nochmals für die schnelle Reaktion. Es tut mir leid, dass die Fragestellung so umfangreich war und vielleicht der Eindruck erweckt wurde, wir wollten das Honorar für einen Energieberater sparen. Leider hat uns unser Berater nicht ausführlich über die Vor-/Nachteile unseres Systems aufgeklärt, so dass wir jetzt - nachdem das Dach nahezu fertig ist - noch die Gelegenheit sehen, Optimierungen durchzuführen. Auch erhalten wir die unterschiedlichsten Einschätzungen, was sinnvoll oder notwendig ist. Ich könnte natürlich einen weiteren Berater einschalten, möchte mir aber nicht nur das Geld, sondern auch die Ausführungen ersparen, dass man das doch alles hätte anders machen müssen. Dazu sind wir jetzt (leider) schon zu weit. Es geht mir "nur" noch um die Vermeidung von Bauschäden.

Diese Situation war die Motivation meiner Fragestellungen.

Einig sind sich alle, dass eine luftdichte Ebene rauminnenseitig angebracht werden muss, ob das aber eine Klimamembran oder eine Dampfbremse mit festem sd-Wert sein muss, darüber habe ich keine überzeugende Antwort bekommen.

Nach meiner Einschätzung erscheint mir die Zwischendämmung mit Zellulose und einer Klimamembran als möglicher Weg, um das Gesamtsystem funktionsfähig fertigzustellen.Eine sinnvolle Alternative ist für mich nicht erkennbar. Mein Berater schlägt vor, nur noch die OSB-Platten und Rigibs-Platten einzubauen und die Luftschicht zu belassen. Dies scheint mir aber aus den dargelegten Gründen keine gute Idee.

Schöne Grüße

adlatus
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Alt 29.07.2012, 17:04   #6
Schrödingers Katze
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Es gibt grundsatzlich 2 Lösungswege:
1. Diffusion nur nach außen. SD-Wert innen muß größer sein als SD-Wert außen, also z.B. echte Dampfsperre innen, kann aber an Anschlußpunkten und Durchdringungen zu Problemen bei der sachgerechten Ausführung führen, will heißen, Erstellung der Luftdichten Ebene muß bei dieser Variante "perfekt" sein.
2. mit Rückdiffusion. Luftdichtheit muß natürlich trotzdem sein, aber dieses System ist nicht ganz so empfindlich. Die Diffusion sollte aber, wie bereits erwähnt, rechnerisch geprüft werden (WUFI o.glw.)
Der Energieberater ist übrigens nicht immer der richtige Fachmann zur Detailplanung, eher ein Bauphysiker oder ein erfahrener Bauleiter.
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Alt 29.07.2012, 23:03   #7
adlatus
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Danke, jetzt ist für mich die Situation doch schon wesentlich klarer. Ich konzentriere mich auf die Klimamembran, auch insbesondere wegen der größeren Fehlertoleranz, und suche nach jemandem, der mir eine Berechnung durchführen kann. Aus Ihrer Antwort leite ich ab, dass das Thema "Luftschicht zwischen den Sparren" keine Option ist.

Schöne Grüße

adlatus

Anmerkung: Es hat mir sehr gefallen, dass so schnell auf meine Antworten reagiert worden ist.
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