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Detailfragen zur Messung Vorbereitung des Gebäudes, Volumenberechnung, Abdichtungen ...

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Alt 18.06.2015, 20:14   #1
MadBull
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Beiträge: 6
Standard Prüfung einzelner Wohnungen im Reihenhaus

Hallo zusammen,

hiermit gebe ich nun auch meinen Einstand im Forum mit einer Frage. Zunächst möchte ich aber noch sagen, dass ich froh bin das es dieses Forum gibt, es gab ja auch mal eine Rundmail wegen mangelnder Aktivität der Mitglieder. Ich denke (auch teilweise aus eigener Sicht) gibt es dafür mehrere Gründe:
Viele lesen eben mit, haben jetzt aber selbst bis her nur recht einfache EFH und MFH geprüft (so wie ich) und deswegen kaum Fragen zu stellen.
Auf der anderen Seite "trauen" sich manche Neulinge vllt. auch nicht bei komplizierten Fällen Ihre Meinung abzugeben.
Luftdichtheitsprüfung scheint trotz Allem in der Öffentlichkeit noch nicht so "das Thema" zu sein.
Und zu guter Letzt gibt es denke ich einfach noch nicht so viele Prüfer, die zugleich gerne in Foren aktiv sind Mit der steigenden Bedeutung von Luftdichtheitsprüfungen gerade in privaten Bereich wird sich das aber hoffentlich auch ändern.

Nun zu meinem Problem:
Ich bin heute bei einer Besichtigung gewesen, bei einem zu Prüfenden Objekt. Das angekündigte Mehrfamilienhaus entpuppte sich vor Ort als 3er-Reihenhaus mit 3 Eingängen, Hausnummern X, Xa, Xb (pro Haus ca. 7 WE). Wie immer ist man viel zu spät dran und die Wohnungen zum Großteil schon übergeben.
Der Bauherr hatte sich anscheinend schlau gemacht und brachte die teilweise Prüfungen einzelner Wohnungen in Spiel. Es gibt ja vom FliB eine "Verfahrensanweisung" für bewohnte MFH (eigtl. im Bestand) bei der man 20% der Wohnungen einzeln prüft, jedoch mind. eine pro Geschoss und anschließend ein Mittelwert gebildet wird.
Der Bauherr möchte natürlich Geld sparen und quer über alle 3 Reihenhäuser 20 % prüfen. Das hat aber erst mal natürlich nicht zu interessieren. Es soll ja fachlich richtig sein. Also "erlaubt" oder nicht eurer Meinung nach?

Ich möchte gleich selbst in die Diskussion einsteigen:
Im vorliegenden Fall handelt es sich meiner Meinung nach um drei einzelne Gebäude. Diese sollten ja auch jeweils einzeln energetisch berechnet worden sein?
Auf der anderen Seite ist es dann doch wieder ein Gebäude mit einer zusammenhängenden Hülle (Bauabschnitte durch Feuerschutzwände getrennt).
Zudem wurde das Gebäude ja in einem Rutsch gebaut. Wenn man bei einem "normalen" MFH die 20%-Prüfung erlaubt, geht man ja davon aus, dass das Haus homogen ist. Denn sonst könnte man ja immer in einer nicht geprüften Wohnung des größten Pfusch vermuten, obwohl der Rest des Gebäudes tip-top ist. Diese Logik müsste sich dann aber wiederum auf Reihenhäuser übertragen lassen.

Letztendlich geht es mir aber um mich selbst. Ich möchte nicht meinen "Ruf" riskieren. Wenn es also irgendwelche bedenken gibt, das eine solche Prüfung negativ auf mich zurückfällt, lasse ich die Finger davon oder es wird so geprüft wie es richtig ist.
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Alt 19.06.2015, 22:45   #2
Schrödingers Katze
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Ja, grundsätzlich muß man zunächt mal entscheiden, ob die Messung nach KfW-Kriterien maßgebend ist. Das ist nur der Fall, wenn im EnEV-Nachweis ohne Prüfung gerechnet wurde, also auch keine Lüftungsanlage angerechnet. Und dazu der Förderantrag nach dem 1.6.14 gestellt.
Bei Förderantrag vor 1.6.14 ohne Anrechnung BDT in der EnEV ist die Prüfung rein rechtlich verzichtbar. Ob das sinnvoll wäre, steht auf einem anderen Blatt.
Falls der BDT im EnEV-Nachweis angerechnet wurde, wird die KfW-Regelung getoppt von der baurechtlichen Regelung, daß entweder das Gebäude "en bloc", oder aber in Abschnitten (z.B. je 7er Reihenhaus, oder je Wohnung geprüft wird, in jedem Falle aber das gesamte Gebäude. Nähere Erläuterungen in den Posts von User "alpino".
Und ob für das Ganze ein Energieausweis erstellt wird, oder für jedes "Reihenhaus" einer, ist letztlich Ermessenssache, auch müssen die Meßabschnitte und die EnEV-Abschnitte nicht identisch sein, es wäre also denkbar, drei Prüfberichte zusammenzufassen für einen EnEV-Nachweis, oder auch eien Prüfbericht für drei EnEV-Teilnachweise anzusetzen, Hauptsache, es wurden alle Abschnitte geprüft.
p.s. Habe schon des Öfteren bereits bezogene Einheiten geprüft, in Anwesenheit des Nutzers kein Problem. Bei Prüfungen im sanierten Bestand geht es oft gar nicht anders. Ist nur ein wenig organisatorischer Aufwand.
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Alt 22.06.2015, 10:16   #3
MadBull
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Vielen Dank schon mal für die Antwort! Die Einträge von "alpino" habe ich nun auch gelesen. Zu meinem Eingangspost muss ich noch zwei Korrekturen nachreichen:

1. Nach Erhalt der Grundrisse ist es wohl doch mehr ein MFH. Es war von außen nicht ersichtlich, aber die Ordnung mit 3 Eingängen und 3 Häusern wird so nur im EG eingehalten. Darüber überspannen die Wohnugnen teilweise die "EG-Grenzen". Dies wurde wohl so gemacht um sehr große und kleine Wohnungen in einem Gebäude unterzubringen. Eine senkrechte "Reihenhaustrennwand" gibt es so nicht.

2. Die Aussage der 20% Prüfung kam ursprünglich vom Ingenieurbüro, das die energetische Berechnung macht. Die mündliche Anfrage lautete in etwa "wir benötigen für ein größeres MFH einen BDT über ein viertel der Wohnungen".

Die genannten Kriterien, ob dies nun zulässig ist oder nicht (Antrag vor oder nach 1.6.14 etc.), setzen ja Wissen voraus, das beim Ersteller des EnEV-Nachweises liegt. Als reiner Messdienstleister kann ich das so zunächst nicht beantworten. Kann man sich darauf verlassen, dass der Nachweisersteller weiß was er anfrägt?

Ich vermute, die Antwort wird vermutlich lauten, sich immer selbst anzusichern. Aber irgendwo müssen die Aufgaben ja auch klar getrennt sein. Überspritzt gesagt: Ich sehe mich dafür verantwortlich, eine "handwerklich" richtig durchgeführte bzw. normierte Messung abzuliefern. Da ich selbst keine Nachweise erstelle, fehlt mir die Kenntnis, was es für Auswirkungen auf die energetische Berechnung hat, wenn dort gewissen Sachen "angesetzt" werden oder nicht.
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Alt 22.06.2015, 17:56   #4
Schrödingers Katze
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....bei mir ist es eher umgekehrt:
Als Bauphysiker bin ich auch Aufsteller von Nachweisen oder auch Sachverständiger, meine Meßdienstleistungen erbringe ich fast nur ergänzend zu Nachweisen.
Für Ihren Fall: In jedem Fall sicherstellen, daß aus dem Prüfbericht oder Zertifikat hervorgeht, daß nicht alle Einheiten gemessen wurden.
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Alt 22.06.2015, 21:15   #5
MadBull
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Das auf jeden Fall! Der Messbericht wird dahingehend absolut transparent sein - ich habe ja nichts zu verbergen.
Vorne weg kommt ein Deckblatt, auf dem in etwa stehen wird "Prüfung eines MFH...Durchführung gemäß der Veröffentlichung des FLiB....X von insgesamt Y Wohnungen geprüft". Dann folgt eine Tabelle mit den Einzelergebnissen der Wohnungen so wie der vol.-gew. MW als "Gesamtergebnis". Dahinter dann die Messprotokolle der einzelnen WE, so wie sie die LTM-Software ausspuckt. Alles mit dem PDF-Drucker zu einem Dokument verschmolzen.

Und noch zur anderen Sache: Habe auch schon ein bewohntes MFH mit 8 WE wohnungsweise geprüft. Die Terminierung hat die Sekretärin der Baufirma gemacht, das war für mich recht komfortabel. Den Leuten hat es allen gut gefallen, die waren sehr interessiert an der Sache. Wenn sauber gebaut wurde kommen ja i.d.R. auch gute Ergebnisse zustande. Die neuen Eigentümer waren dann richtig "stolz" auf ihre dichte Wohnung. Wenn sich der Bauträger seiner Sache sicher ist, kann das also durchaus noch als späte Werbung in eigener Sache genutzt werden. Meistens überwiegt aber wohl die Angst der böse Prüfer könnte noch ein undichtes Fenster finden...
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