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Handwerk mit Berührung zum Thema Was muss der Handwerker wissen?

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Alt 06.10.2007, 17:37   #1
eco-casa
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Standard was muß ein Bausachverständiger über luftdichtes Bauen wissen?

Hallo,
ich möchte über einen Fall berichten und den zur Diskussion stellen, ist mir tatsächlich so passiert:
In einem neuen Holzrahmenbau, Rohbau und einige technische Leistungen von Firma erbracht, gesamter Trockeninnenausbau und auch komplettieren der luftdichten Ebene in Eigenleistung durch die Bauherrschaft.....

nach einer relativ kurzen Weile der Nutzung des Hauses stellt sich heraus, daß an der Putzfassade eines Giebels unterhalb eines Fensters und im gesamten Bereich des Stoßes zwischen Erdgeschoßelementen und Giebelelementen Feuchtigkeit in Form von dunklerem Erscheinungsbild des Putzes sichtbar wird............
ein Gutachter kommt hinzu und entdeckt, daß eine Fensterbank kein ordentliches Gefälle hat und führt die großflächige Feuchtigkeitserscheinung an der Fassade auf den einen Fensteranschluß zurück....

ich habe an dem BV in Gegenwart des Gutachters einen Luftdichtheitstest durchgeführt (Haus hat Lüftungsanlage) und einen Wert von 2,9 Luftwechseln unter n50 Bedingungen ermittelt, dabei war offensichtlich, daß aus den Balkenfeldern die in Bezug zu dem schadensbefallenen Giebel standen die größten Luftmengen stammten, eine geöffnete Abseitentür in dem Bereich entließ einen buchstäblichen Sturm ...........
ich habe dazu geäußert, daß ich zumindest einen Teil der Feuchtigkeit auch so erklären könnte, daß im Stoß zwischen EG und DG am Giebel die Verklebung der Luftdichtheitsebene versäumt wurde (nur das erklärt den Sturm aus der Abseite) und es dadurch zu Konvektion in dem Bereich kommt der die Wand durchfeuchtet........
für mich völlig unerklärlicherweise hat der Gutachter den gegenüber der Norm fast doppelt überhöhten und augenscheinlichen Luftwechsel heruntergespielt, er hätte in den zugänglichen/sichtbaren Bereichen des Hauses verklebte Anschlüsse gesehen und ganz dicht bekäme man ein Haus sowieso nicht.....
dann hat er noch völlig widersinnig statt auf die Luft auf der Abseite zu achten, direkt an der Innenwand unterhalb der Geschoßdecke mit Räucherstäbchen ge"testet" , ob denn da Luft käme ,was natürlich nicht der Fall war bei einer gespachtelten und tapezierten Wand, und daraus geschlossen, daß es daran nicht liegen könne ....
ich war derart verdattert von so viel Ignoranz und offensichtlichem Augen verschließen vor den Tatsachen ..............

Habt Ihr / Haben Sie in Eurer / Ihrer Praxis schon derartige Fälle erlebt?

..........ach ja, das war kein "Wald- und Wiesen-Gutachter" sondern ein von Gericht Bestellter und Vereidigter !!!

Gruß und gespannt auf Kommentare

Arno Kuschow
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Alt 06.10.2007, 20:48   #2
Schrödingers Katze
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Standard Was kann man gegen Ignoranz unternehmen????

Laut Schiller ("gegen die Dummheitkämpfen Götter selbst vergebens") wohl nicht allzuviel
Wie alt war der "Gut"achter? Besteht die Möglichkeit, daß er in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht???
Ansonsten ist wohl, v.a. juristisch, nichts zu retten, da selbst die Minderheit der denkenden Richter einem Stück Papier mit Gutachterstempel jederzeit mehr vertraut als gesundem Menschenverstand. (In D und A besonders ausgeprägtes Verhalten)
Schon immer meine Rede: Bürokratie aller Art so kurz wie möglich halten
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Alt 06.10.2007, 22:01   #3
eco-casa
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Zitat:
Zitat von Schrödingers Katze Beitrag anzeigen
Laut Schiller ("gegen die Dummheitkämpfen Götter selbst vergebens") wohl nicht allzuviel
Wie alt war der "Gut"achter? Besteht die Möglichkeit, daß er in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht???
Ansonsten ist wohl, v.a. juristisch, nichts zu retten, da selbst die Minderheit der denkenden Richter einem Stück Papier mit Gutachterstempel jederzeit mehr vertraut als gesundem Menschenverstand. (In D und A besonders ausgeprägtes Verhalten)
Schon immer meine Rede: Bürokratie aller Art so kurz wie möglich halten
..................wenn das so einfach wäre mit dem Alter .... aber der stand voll im Saft, also ohne jedwede Entschuldigung von wegen Senilität...
allerdings hat der sich in dem Verfahren noch weitere Schnitzer geleistet: behauptet, daß das Haus nicht frostsicher gegründet wäre und hat es zurücknehmen müssen nach detailliertem Bodengutachten....
und wegen der o.a. schlecht eingebauten Fensterbank (einer einzigen!)will er den gesamten Putz des ganzen Hauses ersetzen lassen ...
ich schüttle auch nur noch mit dem Kopf
wann und wie kann man so Einen aus dem Job entfernen?
Gruß
Arno Kuschow
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Alt 07.10.2007, 19:27   #4
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von eco-casa Beitrag anzeigen
.........
wann und wie kann man so Einen aus dem Job entfernen?
............
Dann gehts wohl nur auf die harte Tour: Möglichst viel öffentliches Tamtam, Presse - am besten ein großes Boulevardblatt *fiesgrins*, wenn möglich Fernsehen, und den Typ, immer hart an der Beleidigungsgrenze entlang, zwar ohne Namen zu nennen, aber doch eindeutig erkennbar, soweit bloßstellen, daß er für Gerichte nicht mehr tragbar ist!
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Alt 10.10.2007, 15:44   #5
M.Beisse
 
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Ob das funktioniert? Ich kenne hunderte solcher Fälle. Eigentlich müßte ich eine Nackenstütze tragen, wegen des ständigen Kopfschüttelns. Eine Kostprobe: "Die Befestigung der Windrispe wurde visuell abgetatstet." Hat er sich das mit den Hühneraugen angesehen. Besonderer Gag: an der Stelle war gar keine Windrispe. Oder der hier: "Die Dickbeschichtung ist zugelassen gegen drückendes Wasser (Was gem. DIN 18195/6 nicht stimmt). Dies ist leicht erkennbar, da die entsprechende DIN auf dem Eimer abgedruckt ist" Dagegen anzukommen ist selbst bei größtem Schwachsinn kaum möglich. Denn die Richter fühlen sich oft persönlich angegriffen, da sie den Gutachter ja selbst bestimmt haben.
 
Alt 10.10.2007, 18:37   #6
eco-casa
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....da könnt ich ja Glück haben, der Richter hat grad gewechselt....
ich will auch gar nicht alle Punkte des Gutachtens widerlegen, irgendwas auf dem Bau ist ja immer diskussionswürdig und irgendwo hat immer ein Depp irgendwas falschherum angeschraubt, aber die Aussage, daß ein Haus sowieso nicht luftdicht zu bekommen sei ist doch dummdreist und daß er trotz des Sturms aus der Abseite und damit aus der ganzen Zwischenbalkenlage und Giebelanschluß das ignoriert und stattdessen im EG an der gespachtelten Wand nach "Luft" sucht ist schon hammerhart....
Gruß
Arno Kuschow
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Alt 10.10.2007, 18:54   #7
M.Beisse
 
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Die Aussage, daß ein Haus sowieso nicht luftdicht zu kriegen ist, geistert immer wieder rum. Auch bei erschreckend vielen Gutachtern. Allerdings sollte hier der Gutachter zu einer mündlichen Anhörung geladen werden oder eben schriftlich Stellung nehmen. Dazu muß der Vortrag schlüssig begründet sein. Obwohl: ich mußte auch eine Stellungnahme abgeben. Begründet war der Vorwurf allerdings etwas seltsam. Denn hier wurden Mängel aufgelistet, die im selbständigen Beweisverfahren gar nicht gefragt waren.
 
Alt 10.10.2007, 20:45   #8
eco-casa
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..daß ein Gutachter auch mal angehört wird ist ja irgendwie auch ganz normal, die jeweils unterlegene Partei wird selbstverständlich das nicht immer so hinnehmen ......
in diesem Fall ist es nur eben sehr krass, angeblich war nicht frostsicher gegründet (Gutachterprüfung mit einer Handvoll Kies/Sand zwischen den Fingern zerrieben), das privat erbrachte Bodengutachten wies dann aber eindeutig F1-Boden nach ....hätte ansonsten mal eben mehr als 10.000 Euro gekostet, den "Gut"achter zufrieden zu stellen ....
es gibt ein volles massives Unterdach, trotzdem reitet der Sachverständige auf den nicht vorhandenen "S1"-Latten herum für die Durchtrittsicherheit für die Dachdecker (obwohl die auf dem vollen Unterdach stehen und gar nicht durchfallen können, die Latten an sich sind rechnerisch nachgewiesen)
...........wenn man dem Sachverständigen dann seinen Sachverstand abnimmtund alles hinnimmt kann man seinen Laden zumachen..............
das mit der Luftdichtheit ist dann die Krönung, besonders wie der da mit dem Räucherstäbchen vor der EG-Wand steht und erwartet, daß da nun ein Windhauch kommt und den Sturm aus der Abseitentür ignoriert die direkt mit der fraglichen Konstruktion verbunden ist........
ich komm nicht aus dem Kopfschütteln heraus
Gruß
Arno Kuschow
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Alt 13.10.2007, 15:22   #9
Bertold Moeller
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Standard Manchmal muß man fremde Hilfe in Anspruch nehmen

Es ist doch völlig klar, daß ein Richter den bestellten SV als " seinen" Gehilfen sieht.
Deshalb muß ein dem Gericht bekannter öbuv SV eine Stellungnahme abgeben oder als technischer Berater der Partei bei der Anhörung des Gericht SV dabei sein und qualifizierte Fragen stellen.
Ich kenne diesen SV.
Er hat nie auf dem Bau gearbeitet.
Als Nachfolger eines eingeführten Büros hatte er es relativ leicht bei den Gerichten zu landen.
Ich werde Dir helfen Kollege.
Schon aus Sportsgeist
Gruß
Bertold Möller
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Alt 13.10.2007, 22:21   #10
eco-casa
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Zitat:
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Es ist doch völlig klar, daß ein Richter den bestellten SV als " seinen" Gehilfen sieht.
Deshalb muß ein dem Gericht bekannter öbuv SV eine Stellungnahme abgeben oder als technischer Berater der Partei bei der Anhörung des Gericht SV dabei sein und qualifizierte Fragen stellen.
Ich kenne diesen SV.
Er hat nie auf dem Bau gearbeitet.
Als Nachfolger eines eingeführten Büros hatte er es relativ leicht bei den Gerichten zu landen.
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