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Diverses Diskussion über Fragestellungen aus der Messpraxis

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Alt 17.07.2013, 20:38   #1
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
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Beiträge: 1.705
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Daumen runter Es gibt Bauunternehmen, die ihre Dichtheitsnachweise selbst anfertigen.

Wie kann das angehen? Ich meine, solche Nachweise sind strikt abzulehnen.
Mir sind dazu schon verschiedene Fälle begegnet, die zeigen, welche horrenden Missstände es gibt:

Fall 1: Ein Bauherr bittet mich, dazu zu kommen, wenn sein Bauleiter den Blower-Door-Test ausführt. Sein Vertrauen zum Bauleiter ist nicht sehr ausgeprägt. Mit Recht, wie sich zeigen wird.
Ich bereite meine Anwesenheit als Beobachter vor, indem ich das beheizte Volumen selbst ermittele.
Ablauf der Messung: Der Bauleiter baut seine Messeinrichtung auf und beginnt zu messen. Sehr schnell bejubelt er das hervorragende Messergebnis.

Ich frage, wie groß denn das Volumen sei, das er berücksichtigt hat. Er musste gestehen, das wurde gar nicht ermittelt. Stattdessen war ein viel zu hohes Phantasievolumen eingegeben worden, mit dem jedes Haus besteht.

Ich lieferte das zutreffende Volumen und der Dichtheitsnachweis ist nicht gelungen. Es musste nachgebessert werden.

Fall 2: Bei der von mir durchgeführten Messung eines zweistöckigen Hauses, bei dem Fördermaßnahmen von einem Dichtheitsnachweis mit einem n50-Wert unter 1,0 [1/h] abhängig waren, hat sich folgendes zugetragen:

Ich hatte wie immer alle Innentüren zu zugehörigen Bereichen geöffnet.
Der Bauleiter war während der Messung anwesend. Ich wunderte mich EG über stark schwankende Messergebnisse, die im übrigen deutlich über 1,0 lagen. Ich ging den Schwankungen auf den Grund und musste feststellen, dass der Bauleiter damit beschäftigt war, nach und nach Türen im Obergeschoss zu schließen - mit dem Ziel das Messergebnis zu verbessern.

Ich habe dem Bauleiter diese Vorgehensweise untersagt und ihm so deutlich meine Meinung dazu vorgetragen, dass ich die Baufirma als Kunden verloren habe.

Falle 3: Ein Bauherr bittet mich, dazu zu kommen, wenn sein Bauleiter den Blower-Door-Test ausführt. Sein Vertrauen zum Bauleiter ist nicht sehr ausgeprägt. Ich befrage den Bauleiter, wie er denn den Umgang mit dem Messgerät gelernt hätte. Seine Auskunft: Ein Kollege, der mehr Erfahrung habe, hätte ihn eingewiesen, dass er "hier" einen Schlauch anschließen und "dort" einen Wert ablesen muss. Was die Werte genau aussagen und was bei einer Messung überhaupt abläuft, war völlig nicht bekannt.

Ich finde, hier sollte Einhalt geboten werden.
Wer hat eine Idee, wie?
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Alt 17.07.2013, 22:36   #2
Schrödingers Katze
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Registriert seit: 22.06.2007
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Warum den Schadensgutachtern die zukünftigen Jobs einschränken???? *fiesgrins*

im Ernst:
Es steht jedem Käufer einer Bauträger-Wohneinheit frei, seine Interessen von einem beauftragten Controller wahrnehmen zu lassen, dieser ist dann u.a. auch bei der Luftdichtheitsprüfung zugegen und kann auch in Grundlagenermittlungen (Volumen) und Detailpläne (Wärmebrücken, kritische Stellen der luftdichten Ebene etc. Einsicht nehmen und im Namen des Käufers Nachbesserungen einfordern. Im Raum Freiburg beispielsweise ist ein solcher Controller Normalität. Ein Bauträger oder GU, der auf seinen Ruf bedacht ist, wird die o.g. "Spezialisten" wohl bald (im besten Fall) anderweitig beschäftigen - Mundpropaganda ist noch immer die beste Werbung, positiv wie negativ.....
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Geändert von Schrödingers Katze (17.07.2013 um 22:39 Uhr).
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Alt 25.07.2013, 15:17   #3
H. Trauernicht
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Du meinst also: "So laufen lassen. Das regelt sich von selbst."
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Alt 26.07.2013, 08:39   #4
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von H. Trauernicht Beitrag anzeigen
Du meinst also: "So laufen lassen. Das regelt sich von selbst."
bedingt. Ergänzend: Leistung den Endkunden als Controller anbieten....
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