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Normen, Vorschriften, Urteile Normen, Vorschriften und Gerichtsentscheidungen, die zum Thema Luftdichtheit von Bedeutung sind.

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Alt 25.02.2016, 10:40   #1
jo110
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Beiträge: 9
Standard Einzelmessungen zu einem Gesamtwert zusammenfassen

Wenn ein Objekt mit diversen Einzelwohnungen u.a. in der EnEV-Berechnung als 1 Haus gerechnet wurde, nun aber bei der anstehenden Luftdichtigkeitsmessung jede einzelne Wohnung einzeln gemessen werden muß ( Da jede Wohnung nur von außen über Laubengänge zugänglich ist.), wie ist hier dann vorzugehen ? Die Einzelwerte messen und dann einen Gesamt n50 Wert bilden, in dem man in Abhängigkeit (Dreisatzrechnung) des jeweiligen Luftvolumens den Gesamt n50 Wert ermittelt, Richtig ??
Wenn Sie mir hierzu einen Tipp geben könnten.
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Alt 25.02.2016, 11:08   #2
Schrödingers Katze
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Beiträge: 992
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Grundsätzlich volumenbezogener Mittelwert (wie beschrieben), bei Gebäuden mit Bauantrag nach EnEV 2013 > 1500 m³ hüllflächenbezogener Mittelwert. z.B bei Blowtest-Gerät bei Einzelmessungs-Auswertung die netto-Hüllfläche eingeben, es wird dann neben dem n50 auch ein q50 ausgeworfen Mit dem dann den hüllflächenbezogenen Mittelwert errrechnen.
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Alt 25.02.2016, 11:21   #3
jo110
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Beiträge: 9
Standard Hüllflächenangabe total übersehen !

Oh, da habe ich aber was übersehen. Ja das Gebäude hat ungefähr 9000m3 Volumen und beinhaltet 30 Wohnungen. Diese 30 Wohnungen müßten dann alle einzeln gemessen werden und darauf ein Mittelwert errechnet werden. Wie ist das nochmals mit der Hüllfläche ? Muß ich die unbedingt mit angeben (da >1500m3) oder kann man sich rein auf den Volumenbezogenen Mittelwert beziehen und diesen ermitteln. Ist dies zulässig ? Wenn die Hüllfläche mit rein muß, wie wird die dann überhaupt ermittelt bei 30 Wohnungen. Das gäbe ein gehörige Rechenaufgabe an.
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Alt 25.02.2016, 12:18   #4
jo110
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Beiträge: 9
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Die Frage ist, muß ich ab >1500m3 zwingend die Hüllflächengrenzwerte angeben und einhalten muß oder kann ich alternativ auch bei den Volumenbezogenen Grenzwerten bleiben. Da find ich nichts brauchbares dazu.
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Alt 25.02.2016, 12:25   #5
H. Trauernicht
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Macht das denn einen Sinn, diesen fiktiven Raumverbund rechnerisch herzustellen, außen möglicherweise den, eine einzelne nicht bestandene Messung im Mittelwert untergehen zu lassen?

Der Wechsel zu q50 hat ebenfalls wenig Sinn, da es das zusammenhängende Volumen in der Realität nicht gibt.
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Alt 25.02.2016, 12:49   #6
jo110
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Beiträge: 9
Standard Nachfrage

Wenn ich die letzte Antwort richtig verstehe, dann könnte ich auch 30 Einzel-n50-Werte von den 30 Wohnungen ermitteln (was ich ja eh zuerst tun müßte) und diese 30 Einzelwerte dann gar nicht zu einem Gesamt n50 Wert zusammenzufassen, Richtig ? Dann wären ja alle 30 Einzelwohnungen jeweils <1500m3.
Also könnte ich bei der Volumenberechnung bleiben und müßte nicht die in diesem Fall aufwendige Hüllflächenberechnung machen, Richtig ?

Aber schreibt der Gesetzgeber denn nicht trotzdem die Verwendung der Hüllflächenangaben bei Gebäuden >1500m3 zwingend vor ? Oder ist es nur eine entweder/oder-Regelung ?
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Alt 25.02.2016, 13:21   #7
H. Trauernicht
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Sie hätten die gute Begründung, dass eine solche Messung über das große Volumen gar nicht möglich ist wegen der Zugänge über Laubengänge. Sie sollten Ihre Vorgenhensweise auch so begründen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht anerkannt wird.

Soweit meine Meinung.
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Alt 25.02.2016, 13:27   #8
H. Trauernicht
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Alt 07.09.2016, 17:27   #9
alpino
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Ort: München
Beiträge: 34
Standard q50 ist verpflichtend; kein "Vielleicht"- oder "Ebenso"-Wert

Die EnEV:2013 ist da eindeutig: "Abweichend von Satz 1 darf bei Wohngebäuden...deren Luftvolumen 1.500 m³ übersteigt...der...Volumenstrom - bezogen auf die Hüllfläche des Gebäudes - folgende Werte nicht überschreiten:"

Daraus folgern 2 Verfahresnanweisungen:

1) Es muss der q50 verwendet werden - und nur dieser; nicht alternativ. Der n50 ist bei Gebäuden >1.500 m³ nicht mehr relevant - und hat auch keine Vorgaben in der EnEV.

2) Bezugswert zur Berechnung des q50 ist die Hüllflläche des Gebäudes! und nicht die Hüllfläche eines Teils davon. Wenn ich also z.B. 30 Wohnungen messe, dann zähle ich alle V50-Werte = Einzelvolumenströme zusammen und dividiere durch die gesamte Hüllfläche; das ergibt meinen korrekten q50 nach EnEV. Wenn man die einzelnen q50-Ergebnisse der Wohnungen zuammenzählen und durch die Anzahl der Wohnungen teilen würde, wäre dies nicht korrekt, da die einzelnen Messergebnisse nicht gewichtet werden; das wäre rechnersich nur OK, wenn die Einheiten alle exakt gleich groß wären.

Allerdings sehe ich - zumindest sicher im Bestandsbau - ein großes messtechnisches Problem: Die Einzelmessungen beinhalten natürlich auch alle Leckagen zwischen den Nachbarwohnungen; d.h. zur links, rechts, davor, dahinter, darüber und darunter liegenden Wohnung. Das kann sich ganz schön aufsummieren und das Ergebnis sogar grob verfälschen, denn die inneren Leckagen zwischen den Einheiten sind bei der von der EnEV postulierten Gesamtmessung nicht enthalten!

Dieses Problem wäre - theoretisch - nur lösbar, wenn man (mit einem zweiten, dritten, vierten... Gerät in den Nachbarwohnungen jeweils bei jeder Druckstufe entsprechenden Stützdruck aufbaut ("Guard zone Verfahren"). Das kann man mit einer Einheit ja mal als wissenschaftlichen Versuch probieren; ist aber in der Praxis nicht bezahlbar und auch nicht realiserbar - fünf Geräte + fünf Prüfer für 1 Messung !!!
__________________
Ich kümmere mich um die Zukunft, denn ich beabsichtige den Rest meines Lebens darin zu verbringen

Geändert von alpino (07.09.2016 um 18:14 Uhr).
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Alt 08.09.2016, 08:14   #10
C. Burkhardt
Moderator
 
Benutzerbild von C. Burkhardt
 
Registriert seit: 24.03.2016
Ort: Neumarkt in der Oberpfalz, Bayern
Beiträge: 68
Standard

Vorsicht: Anlage 4 der EnEV 2014 besagt, dass für Wohngebäude, die nach DIN V 18599 berechnet wurden und deren Luftvolumen 1500 m³ übersteigt, die Grenzen für q50 gelten. Der Verweis auf das Rechenverfahren nach DIN V 18599 steckt in der EnEV Anlage 4 hinter der Angabe "Anlage 1 Nummer 2.1.1". Wichtig ist in der Anlage 4 vor allem das "und"!
Da jedoch die meisten Wohngebäude nach DIN 4108-6 / DIN 4701-10 berechnet werden, stellt sich in der Praxis die Problematik mit der Unterscheidung n50 / q50 bei großen Wohngebäuden gar nicht. Wenn nach DIN 4108-6 / DIN 4701-10 gerechnet wurde, gilt für Wohngebäude immer noch der Grenzwert für n50, egal wie groß das Gebäude ist!

Angenommen man müsste ein Gebäude abschnittsweise messen für das der Grenzwert für q50 einzuhalten ist, wäre ich mit der beschriebenen Berechnung des mittleren q50 nicht einverstanden.
Die Hüllfläche definiert die DIN EN 13829 in Kapitel 6.1.2: ".... Hüllfläche AE des untersuchten Gebäudes oder Gebäudeteils ....".
Für mich logisch wäre die Ermittlung des mittleren q50 wie folgt: Summe der Leckageluftströme der einzelnen Zonen / Summe der Hüllflächen der einzelnen Zonen.

Ich versuche immer, ein Gebäude als ganze Einheit zu prüfen, um möglichst gebäudeinternen Leckagen aus dem Weg zu gehen. Aber wenn man schon gezwungen ist, abschnittsweise zu messen, zum Beispiel weil die Einheiten untereinander nicht im Luftverbund stehen, würde ich es nicht einsehen, die durch gebäudeinterne Leckagen eh schon erhöhte Summe der Leckageluftströme auf die (kleinere) Hüllfläche des Gesamtgebäudes zu beziehen und damit das Ergebnis nochmals schlechter zu rechnen.
__________________
Luftdicht, was sonst?

Geändert von C. Burkhardt (08.09.2016 um 08:28 Uhr).
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