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Detailfragen zur Messung Vorbereitung des Gebäudes, Volumenberechnung, Abdichtungen ...

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Alt 27.09.2012, 15:04   #1
springe
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Beiträge: 16
Standard KfW Mittel, 18599

Hallo Forum,

ich werde demnächst eine Schlussmessung für Einfamilienhaus mit separater Einliegerwohnung durchzuführen haben. Beide Wohneinheiten wurden mit KfW-Mitteln gefördert, bei beiden ist eine Blower-Door-Messung vorgesehen. Der Energieberater hat nach 18599 bilanziert und einen n50-Wert von 2,0 1/h angesetzt (Gebäude ohne Lüftungsanlage, Blower-Door-Test wird durchgeführt).

Nun gehe ich davon aus, dass für die kleine Wohneinheit (unter 100 m3) der Wert von 2,0 1/h nur schwer erreichbar sein wird. Für den Fall, dass dies so ist, würde ich gerne einen volumengewichteten Mittelwert der Luftwechselrate bilden, also 2 x messen aber 1 Gesamtwert für das komplette Gebäude bilden. Der FLIB empfiehlt bei einem solchen Vorgehen, dass eine einzelne Wohnung den anzustrebenden Grenzwert maximal um bis zu 30 Prozent überschreiten sollte.

Hat einer der Kollegen/Kolleginnen Erfahrungen in wie weit die KfW (FLIB hin, FLIB her) dies auch wirklich akzeptiert?

Und zweite Frage: falls der Wert z.B. bei 2,5 statt den angestrebten 2,0 1/h liegt: kann man die Energiebilanz nochmal mit dem tatsächlich gemessenen Wert durchrechnen? Ich weiß, dass dies schon an anderer Stelle im Forum diskutiert wurde. Die Meinungen gingen dabei doch etwas auseinander, vielleicht gibt es mittlerweile ja neue Erfahrungen???

Danke im Voraus,
springe
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Alt 27.09.2012, 17:16   #2
Schrödingers Katze
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Ich messe regelmäßig auch kleine Etagenwohnungen (unter 200m³) für Bauträger, also eher nach normalem Handwerkerstandard ohne besonderes Augenmerk auf Luftdichtheit, mit n50-Werten (zum Teil deutlich) unter 1,0. Wenn ich irgendwo schlechter als 1,5 messe, suche ich schon intensiv nach behebbaren Problemen. Also sollte die 2,0 eigentlich kein Problem darstellen.
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Alt 27.09.2012, 17:32   #3
H. Trauernicht
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"Schönrechnen" geht nicht!

Ich stutze bei dem Wert 2,0. Die EnEV kennt diesen Wert nicht, sondern 3,0.

Dass 3,0 eigentlich zu hoch angesetzt ist, das ist wohl selbstverständlich, wo doch 1,0 gut erreichbar ist.

Aber KFW orientiert sich m. W. an der geltenden EnEV.
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Alt 27.09.2012, 18:35   #4
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von H. Trauernicht Beitrag anzeigen
....

Ich stutze bei dem Wert 2,0. Die EnEV kennt diesen Wert nicht, sondern 3,0.....
Wenn man nach 18599 rechnet, geht bei Gebäuden ohne kontrollierte Lüftung ein Wert von 2,0 in den EnEV-Nachweis ein, sofern ein BDT durchgeführt wird.
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Alt 27.09.2012, 18:50   #5
H. Trauernicht
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Habe ich da etwas verpasst? Auf Grund welcher Vorgaben soll dann 2,0 gelten? Wo kann man diese Vorgabe nachlesen?
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Alt 28.09.2012, 08:14   #6
springe
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Also ich kenne dies so:

Für Berechnungen nach DIN 18599-2 gelten nach Tabelle 4 (Nr. 6.3.1.1) folgende Kategorien zur pauschalen Einschätzung der Gebäudedichtheit:

I: Einhaltung der Gebäudedichtheit wird nach Fertigstellung überprüft 2,0 bzw. 1,0 h-1 (kontrollierte Wohnraumlüftung)
II: zu errichtende Gebäude oder Gebäudeteile, bei denen keine Dichtheitsprüfung vorgesehen ist n50: 4,0 h-1
III: Sonstige Fälle, die nicht in Kategorie I, II oder IV einzuordnen sind 6,0 h-1
IV: Vorhandensein offensichtlicher Undichtheiten, wie z.B. offene Fugen in der Luftdichtheitsschicht 10,0 h-1

Ansonsten weiß ich jetzt konkret von einem Fall, bei dem die KfW das von mir zitierte "FLIB-Verfahren" akzeptiert hat (einzelne Wohnungen innerhalb eines großen, zu messenden Gebäudes, durften bis 30% über dem Grenzwert liegen, falls der Gesamtwert o.k. ist).

Aber hier nochmal die Frage nach der Bilanzierung nach 18599: kann man den real gemessenen n50-Wert einsetzen?
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Alt 28.09.2012, 08:54   #7
Schrödingers Katze
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Nach meinem Kenntnisstand dürfen real gemessene Werte beim Nachweis nach DIN 18599 für die Berechnung angesetzt werden. Ansonsten sind die in der von "springe" zitierten Tabelle anzusetzen.
Andererseits stehen, wie Herbert richtig erwähnt, in der EnEV und der DIN 4108 nur die Werte 3,0 bzw 1,5 oder nach PHPP 0,6.
Ob die 2,0 bzw 1,0 angesetzt werden dürfen, auch wenn die Messung nur 3,0 bzw 1,5 erreicht, ist wohl eher ein theoretisches Problem. So schlecht sollte niemand mehr bauen, und das kann auch zivilrechtlich verlangt werden.
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Alt 28.09.2012, 08:59   #8
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von springe Beitrag anzeigen
.... "FLIB-Verfahren" akzeptiert hat (einzelne Wohnungen innerhalb eines großen, zu messenden Gebäudes, durften bis 30% über dem Grenzwert liegen, falls der Gesamtwert o.k. ist).
....
Das liegt nahe, die Meßnorm sieht eigentlich keine abschnittsweise Messung vor, und außer dem FLiB hat sich noch niemand offiziell dazu geäußert.....
Also ist der "gut gemeinte Vorschlag eines eingetragenen Vereins" - ähnlich nicht bauaufsichtlich eingeführter Normen - das einzige, woran man sich in der Praxis orientieren kann.
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Alt 28.09.2012, 14:17   #9
raaner
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Das Gebäude wurde ja auch als ganzes bilanziert, also benötist Du auch einen "gemeinsamen" n50-Wert. Die 13829 lässt nach meinem Verständnis schon zu, dass einzelne Teile eines Gebäudes separat gemessen werden. Dann aber halt alle. n50 = Leckagestrom V50,ges / Innenvolumen V,ges und fertig. Diesen Wert dann zur Bilanzierung nach 18599 heranziehen.

In der neuen 18599 wird übrigens bei Gebäuden mit Nettovolumen >1500m³ q50 als Bemessungswert herangezogen.
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Alt 29.09.2012, 13:06   #10
springe
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Registriert seit: 06.05.2010
Ort: Mainz
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Standard Danke

für die Antworten!
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