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Planung und Ausschreibung der Luftdichtheitsebene Luftdichtheit will geplant sein!

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Alt 02.03.2012, 00:42   #11
OlafB
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Ich habe momentan den Fall, dass das komplette Dachgeschoß eines Mehrfamilienhauses abgerissen wurde (nach Brand).
Dach weg, Schornsteine weg bis auf oberste Geschoßdecke, Zwischenwände weg, alles rückgebaut bis auf den Rohfußboden und den Kniestock.

Jetzt wird komplett wieder aufgebaut.

Zitat:
Somit gibt es z.B. auch kein Wahlrecht bezüglich der luftdichten Ausführung von wärmetauschenden Gebäudehüllen im Neubau, wie auch im Bestand.
Was ich immer noch nicht richtig verstanden habe:
Besteht im Falle einer Sanierung tatsächlich irgendeine Verpflichtung (bzw. der Anspruch) die Etage und das Dach soweit möglich luftdicht zu planen und auszuführen?

Der planende Architekt scheint nicht viel Wert darauf zu legen.

Abgesehen vom Dach das soll schon luftdicht gegen den Innenraum getrennt werden. Allein die ausführenden Firmen scheinen es aus meiner Laiensicht nicht gerade sorgfältig anzugehen.

Wer kann einem im Zweifelsfalle eigentlich sagen, ob in so einem Fall die ENEV für neu zu errichtende Gebäude gilt oder für Bestand? Das Bauamt?
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Alt 02.03.2012, 13:51   #12
eco-casa
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...wenn wie bei der Brandsanierung komplett neue Bauteile geschaffen werden, gelten dafür sicher die Anforderungen an die Luftdichtheit!
Problematisch kann es werden, wenn die Gebäudehülle in sich nicht dicht ist.

Ich hatte mal einen Fall. wo eine einzelne Dachgeschoßwohnung ausgebaut wurde und die Hüllfläche in Richtung Dach eigentlich ganz in Ordnung war, allerdings die Zwischendecke nach unten diverse Durchbrüche hatte für Installationen etc. . Da bekommt man natürlich kein vernünftiges Meßergebnis hin, kann nur in den neu geschaffenen Hüllflächen nach Fehlern suchen und gegebenenfalls deren offensichtliche Fehlerfreiheit bestätigen - aber ohne eine n50-Zahl.

Gruß
Arno Kuschow
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Alt 02.03.2012, 14:33   #13
OlafB
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Laut Bauamt gilt für das Dach und die Fenster die Richtlinien für neu zu errichtende Gebäude. Die Außenwand ist, wenn sie nicht neu gemacht wird, Bestand.

Müssen die Außenwände auch luftdicht sein oder kann man das handhaben wie man will?
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Alt 02.03.2012, 15:25   #14
eco-casa
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Zitat:
Zitat von OlafB Beitrag anzeigen
Laut Bauamt gilt für das Dach und die Fenster die Richtlinien für neu zu errichtende Gebäude. Die Außenwand ist, wenn sie nicht neu gemacht wird, Bestand.

Müssen die Außenwände auch luftdicht sein oder kann man das handhaben wie man will?
...wenn man eine massive Wand putzt, ist sie dicht!
Der Rest sind Fensteranschlüsse die ja dann wohl wieder neu sind und dicht sein müssen.
Gruß
Arno Kuschow
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Alt 02.03.2012, 17:15   #15
OlafB
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Zitat:
Zitat von eco-casa Beitrag anzeigen
...wenn man eine massive Wand putzt, ist sie dicht!
Die Wand sieht zur Zeit so aus

und wird auch nicht verputzt. Der ursprünglich planende und der jetzt baubegleitende Architekt meinen übereinstimmend, das wäre nicht nötig. Außen sei die Wand verklinkert, daher sei sie eh dicht.

Der Trockenbauer will eine Vorsatzschale davor setzen, dämmen und die Dampfsperre bis auf den Boden ziehen:

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen wie bei diesem Aufbau der Anschluss zur vom Dach kommenden Sperre hergestellt werden kann. Strom und Heizung jetzt schon an der unverputzten Außenwand, müssten also noch wieder durch die Dampfsperre durchgezogen werden.

Der Übergang zwischen Kniestock und Dach sieht so aus, wenn die Sperre nicht bis an die Drempelwand runtergezogen ist:

Der Balken ist die Pfette, die auf der Mauerkrone der Drempelwand liegt.

Hinter der senkrechten Rigipsplatte ist ein Stahlständer in einer 30cm tief ausgestemmten Nische.

Die Nische ist von innen nicht verputzt worden und ist mit Mineralwolle ausgestopft. Die 2cm Rigipsplatte ist davorgeklebt als Brandschutzbewehrung.
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Alt 02.03.2012, 17:37   #16
OlafB
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Zitat:
Zitat von eco-casa Beitrag anzeigen
Der Rest sind Fensteranschlüsse die ja dann wohl wieder neu sind und dicht sein müssen.
Anderes Thema.

Die Fenster sitzen nicht in sondern von innen hinter der Gaubenöffnung. Oben, rechts und links liegt der Fensterrahmen von hinten an den Balken der Gaube an. Unten am hochgezogenen Ende der Zinkfensterbank.

Befestigt sind die Fenster übrigens nur mit 8 Winkelverbindern:

Kann ich immer noch nicht ganz glauben.

Die Fuge zwischen Fenster und Balken / Fenster und Fensterbank ist rundum mit einem Streifen Kompriband (knapp 2cm tief) abgedichtet. Sonst nichts.



Wie man auf dem Bild schon unschwer erkennen kann, läuft das Regenwasser von den Fenstern erst einmal direkt auf die Kompribandfuge und bleibt dort stehen. Da das Band nicht überall durchgehend ist läuft dabei auch Wasser nach innen. Vorzugsweise an den unteren Außenecken, wo das horizontale Band auf das senkrechte trifft.

Dem Wassereintritt soll jetzt entgegengewirkt werden, indem ein Wetterschenkel unten am Rahmen über der Fuge montiert wird...

Unterer Anschluss von innen:

Es gibt keinerlei Abdichtung der Fuge nach innen. Ich habe irgendwo gelesen, dass die Innenfuge dauerhaft luftundurchlässig sein muss? Wenn sie nicht einmal wasserdicht ist, ist das wohl kaum der Fall.

Die Architekten wüßten nicht, warum die Fuge überhaupt luftdicht sein müsste. Der Fensterbauer könne ein Zertifikat für das Kompriband vorlegen, dass es schlagregen- und winddicht sei.

Der Fensterrahmen ist oben mit Sicrall oder Isover Vario an die Dampfsperre angeschlossen.

Rechts und links liegt stramm ein U-Profil am Fensterrahmen an und die Dampfsperre ist dann auf der jeweils anderen Seite des Profils angeklebt:

Geändert von OlafB (02.03.2012 um 17:44 Uhr).
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Alt 02.03.2012, 19:16   #17
eco-casa
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Hallo OlafB, nach dem was ich da sehe, geht da einiges nicht!
Die Verschiebung der Luftdichtheitsebene nach "vor dem Metallständerwerk" geht gar nicht, der vielleicht noch winddichte Fensteranschluß ist auf keinen Fall mit dem luftdichten inneren Anschluß zu verwechseln und würde schon wieder die Dichtheitsebene verschieben, ohne daß da eine Verbindung ist.
Was bei dem Fensterfußpunkt passiert bei Regen und Wind auf dem Fenster stehend mal ganz aussen vor.
Daß man da teilweise Folie sieht und dann wieder ein Stück hineingestopfte Wolle mag zufällig schlimmer aussehen als es ist, wahrscheinlich ist es aber schlimmer als es aussieht!
Die luftdichte Ebene ist hier sicher nicht geplant sondern nur Zufall.

Aber Sie kommen nicht mit Kommentaren aus dem internet weiter! Suchen Sie sich hier aus der Luftdicht-Karte einen regionalen Fachmann Ihrer Wahl heraus
und lassen Sie das real und vor Ort überprüfen. Das ist auch wenn es ein paar Euros erst mal kostet langfristig die billigste Möglichkeit, zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen!
Gruß
Arno Kuschow
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