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Planung und Ausschreibung der Luftdichtheitsebene Luftdichtheit will geplant sein!

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Alt 25.01.2013, 10:27   #1
Luftikuss
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Standard Luftdichte Ebene bei WDVS am Altbau

Sehr geehrter Herr Trauernicht, sehr geehrte Fachleute,

Ihre Seite stellt schon lange eine wichtige Informationsplattform zum Thema "Luftdichte" dar. Wärend meiner Tätigkeit als Bauleiter wurde mir aber ein Problem bewusst, für das ich auch bei Ihnen keine Lösung finden konnte:

Ich gehe von folgendem Fall aus:

Bei der Modernisierung eines Altbaus wird auf die Außenwand ein WDVS angebracht. Der Innenputz kann aufgrund der vielen altbautypischen Schwachstellen nicht als luftdichte Ebene herangezogen werden. Das WDVS muss konstruktiv gedübelt werden, so dass auch der Außenputz nicht als luftdichte Ebene definiert werden kann.

Nach meiner Erfahrung trifft dies auf die Mehrheit der Altbauten zu. Ich habe aber das Gefühl, das dieses Problem den meisten Planern nicht bewusst ist. Wie bewerten Sie diese Problematik? Über eine Antwort Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Luftikuss

Geändert von Luftikuss (25.01.2013 um 20:51 Uhr). Grund: Entpersonalisierung
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Alt 29.01.2013, 16:12   #2
eco-casa
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Standard

Nach meiner Erfahrung hat eine massive Altbauwand, innen und aussen verputzt in der Fläche keinerlei Luftdichtheitsproblem, insofern kann ich die Fragestellung zur Zeit nicht nachvollziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Arno Kuschow
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Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
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Steinzeit ist vorbei !
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Alt 29.01.2013, 19:18   #3
Luftikuss
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Hallo Herr Kuschow,

vielen Dank erst einmal für Ihre Antwort. Bei einer massiven Altbauwand fallen mir folgende Schwachstellen ein:

Innenputz:
Einbindende Holzbalkendecke; unverputztes Mauerwerk ( Abseiten / Trempel / hinter Vorwänden und Wandschränken); Rohr- und Elektrodurchführungen; Rolladenkästen; Fenster- und Türanschlüsse; unverputzte Schornsteine
usw. usf.

Mauerwerk:
Offene Stoßfugen; sandende Mörtel; Risse; einbindende Bauteile

Außenputz:
Risse; einbindende Bauteile; Rohrdurchführungen
UND: bei einem WDVS ca. 6 Dübel / m² mit einem Durchmesser von 8mm.

Die DIN 4108-7 schreibt vor, dass nur vollflächig verputztes Mauerwerk als luftdicht gilt.
Ich kann unter den o.g. Schwachstellen allerdings keine vollflächig durchgängige luftdichten Ebene erkennen.

Ich hoffe ich konnte mein Problem damit präzisieren.

Mit freundlichen Grüßen
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Wenn das Ihre Lösung ist, dann hätte ich gerne mein Problem zurück.
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Alt 29.01.2013, 21:48   #4
Schrödingers Katze
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Ich gebe beiden recht:
in der Fläche ist das MW luftdicht, die Schwachstellen sind typisch und von innen nur mit großem Aufwand zu beheben.

Aber die Schwächung der Luftdichtheitsebene (alter) Außenputz durch eine Dübelung sehe ich eher als untergeordnet an, im Normalfall kann ja nur in tragfähigen Untergrund (= Stein oder gut vermörtelte Fuge) gedübelt werden, was dann dicht ist. Über den genannten Schachstellen wiederum läuft der Putz durch. Im Zweifel kann man immernoch mit Klebeankern arbeiten, deren Mörtel die Bohrung wieder verschließt.
Falls der alte Außenputz nicht erhalten werden kann oder soll, muß zum Aufbringen des WDVS der Untergrund sowieso egalisiert werden, um Hinterströmungen zu vermeiden. Dies kann ja dann die luftdichte Ebene sein.
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Alt 07.02.2013, 15:59   #5
Luftikuss
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Vielen Dank für das "Recht geben"


WDVS soll ca. 40-50 Jahre lang halten. Da muss man nach meinem Erachten ein Aufsummieren von Feuchte konsequent ausschließen. Ist ja auch eine Haftungsfrage.


Leichtbetonsteine z.B. sind tragfähig aber luftdurchlässig. Gleiches gilt für Hochlochziegel.



Aus dem Grund haben wir immer innen auf luftdichtheit geachtet: Steckdosen, Kabeldurchführungen, Abkleben der Tackerklammer bei der Dampfbremse im Dach usw.


Wenn nun der Außenputz diese Aufgabe übernehmen soll, muss nach meiner Meinung hier genauso akribisch vorgegangen werden wie beim Innenputz.



Eignen sich die von Ihnen genannten Klebeanker dafür? Gibt es Vor- oder Nachteile. Wie verhalten sich die Kosten?

Wir haben diese Klebeanker nämlich noch nicht verarbeitet.


mit freundlichen Grüßen


Luftikuss
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Alt 07.02.2013, 17:23   #6
Schrödingers Katze
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Prinzipiell ist ja die akribische Planung und Ausfüfrung der luftdichten Ebene richtig und notwendig. Trotzdem muß man unterscheiden, ob mögliche kleine Leckagen Bauschäden ermöglichen, oder nur einen etwas höheren Energiebedarf verursachen. Das hängt im erwähnten Fall wohl primär von den verwendeten Materialien ab. Auch wenn partiell temporär Konvektionsfeuchte anfällt, muß das nicht zu Schimmel führen, wenn z.B. geeignete Putze und Anstriche (Kalk- oder Silikatbasis) verwendet werden. Klebeanker gibt es von allen gängigen Dübelherstellern in vielen Varianten, da ist sicher etwas geeignetes dabei.
Hier ist der Platz für grundsätzliche Diskussionen, die auch gerne an einem beispielhaften Einzelprojekt aufgehängt sein dürfen. Kalkulatorische Fragen und konkrete Produkte zur Ausführung sollten jedoch die am konkreten Projekt verantwortlich Beteiligten unter sich diskutieren und entscheiden.
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Alt 11.02.2013, 01:21   #7
eco-casa
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ich gebe auch insofern Recht, daß ein WDVS eine Fassade im Bereich der Wärmedämmung ertüchtigen kann und soll, aber natürlich nicht geeignet ist, ein eigentlich abgängiges defektes Mauerwerk lediglich zu kaschieren.
Eine Bestandswand muß alle sonstigen üblichen Anforderungen erfüllen, bevor sie mit einem WDVS sinnvoll ergänzt werden kann.
Wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt werden, gibt es auch keine Probleme mit dem Wärmedämmverbundsystem !
Gruß
Arno Kuschow

p.s.: der unverputzte Schornstein be- und entlüftet normalerweise nicht über das WDVS.....
p.p.s.: die Vielfältigkeit der Dichtheit bei nicht komplett einsehbaren Konstruktionen ist ungefähr ebenso überraschend, wie die nahezu unerschließbaren Wege von Fehlerluft....... ich gehe aus Erfahrung davon aus, daß ein vollflächig geklebtes WDVS de facto eine weitere luftdiche Ebene bilden kann in der Konstruktion, Verifizierung nur über den bewährten Luftdichtheitstest möglich, alles andere ist pure Spekulation! ;-)
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Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
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Geändert von eco-casa (11.02.2013 um 01:33 Uhr). Grund: Ergänzung
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