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Haftungsaspekte Haftungsrisiken für Bauherren, Planer, Bauüberwacher, bauausführende Fachbetriebe und Gebäudedichtheitsprüfer (keine Rechtsberatung!)

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Alt 05.09.2008, 20:04   #1
H. Trauernicht
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Registriert seit: 20.06.2007
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Beiträge: 1.656
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Ausrufezeichen Haftungsrisiko des Luftdichtheitsmessers

Es gibt auch ein Haftungsrisiko des Luftdichtheitsmessers.

Wenn der Luftdichtheitsmesser z.B. über seinen Auftrag hinaus Qualitätsuntersuchungen anstellt, obwohl er nur den Auftrag hat, eine Luftdurchlässigkeitsmessung nach DIN13829 durchzuführen, erweitert er möglicherweise unbeabsichtigt seinen Verantwortungsbereich.
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 07.09.2008, 12:12   #2
Schrödingers Katze
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Ort: Wehr, Ba-Wü
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Standard Qualitätssicherung

Darin sehe ich eigentlich kein Problem. Wenn wir ein nachvollziehbares Leckageprotokoll an den AG liefern , ist die Leistung erbracht, was der dann damit macht, kann nicht mehr in unserer Verantwortung liegen, selbst wenn er es für "hinterlistige Zwecke" verwendet....
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Alt 08.09.2008, 08:25   #3
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.656
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Standard

Richtig! Wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht in die Position eines Bauleiters manövriert werden, der wesentlich mehr Verantwortung trägt und haftbar gemacht werden kann.
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Alt 08.09.2008, 08:33   #4
Schrödingers Katze
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Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 981
Standard

Wenn ich dafür (und für das Haftungsrisiko) bezahlt werde, übernehme ich auch Controlling-Funktionen, entspricht rechtlich in etwa der Fachbauleitung.
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Alt 08.09.2008, 20:23   #5
KPS
Erfahrener Benutzer
 
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Standard

Schon der Ansatz des beheizte Innenvolumen hat wohl so seine Tücke...

Hier haftet der BDT-Messer gewiss direkt (ohne bezahlte oder nicht bezahlte Zusatzleistungen).

Von meiner zeitweisen "Großzügigkeit" (der Übernahme des beheizten Gebäudevolumens gem. EnEV-Nachweis bei Luftwechselraten, die kleiner als 2/3 der Grenzwerte sind - gem. FLIB-Beiblatt- bei "stichprobenartiger
Überprüfungen") habe ich mich inzwischen verabschiedet, da die Praxiwerte 775 m³ zu tatsächlich nachgemessenen 595 m³ ( vorige Woche) oder 698 m³ zu 417 m³ (heute) auch einen bitteren Nachgeschmack für die ausgestellten "Wärmebedarfsausweise nach EnEV" aufkommen lassen ...

Wenn ich mit mehr als ... km/h zuviel über Deutschlands Straßen jage, gibt das Ärger (zu Recht), wenn ich mich aber (vielleicht als Statiker) bei der Berechnung des beheizten Gebäudevolumens irre, wird das staatlich gefördert!

Man muss nur d'rauf kommen!

Anmerkung: Liebe "Statiker", das ist keinesfalls zur Nachahmung empfohlen, aber wo keine Kläger (Blitzer oder so) ist, ...

KPS
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Alt 14.02.2011, 13:31   #6
Energieberater
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Registriert seit: 02.12.2010
Ort: Essen
Beiträge: 4
Standard

Es gibt ein Urteil des OLG Köln, Urteil vom 28.09.2005, Az.: 11 U 16/05, Fundstelle: IBR 2006, 38
Dies bezieht sich zwar auf Architektenleistungen, ich könnte mir allerdings vorstellen, das dies auch auf Haftungsrisiko des Luftdichtheitsmessers übertragen werden kann. In dem Urteil heißt es:
Auch derjenige, der ohne vertragliche Grundlage, sondern aus Gefälligkeit bauplanende - oder überwachende Tätigkeit im selben Umfang ausübt, haftet im Hinblick auf die überragende wirtschaftliche Bedeutung dieser Tätigkeit nach denselben Maßstäben wie ein Architekt aus einem Architektenvertrag.
Für das OLG Köln macht es in dieser Entscheidung keinen Unterschied für die Haftung eines Architekten, ob ein wirksamer Vertrag besteht oder ob der Architekt faktisch Architektenaufgaben übernommen hat. Zwischen einer vertraglichen Haftung einerseits und der Haftung kraft faktischer Übernahme von Architektenaufgaben bestünden keine Unterschiede. Architekten und Ingenieure müssen sich bewusst sein, dass sie für ihre Tätigkeit dem gegenüber, dem sie die Leistung erbringen, haften, ob ein Vertrag besteht oder nicht, auch spielt keine Rolle, ob Honorar bezahlt wird oder nicht. Zu warnen ist auch vor einer Vereinbarung mit dem Bauherrn zu „eingeschränkter Bauüberwachung“. Der Bauherr will häufig sparen und beauftragt den Architekten nur mit der Planung. Es reicht ihm, wenn der Architekt „ab und zu mal auf der Baustelle vorbeischaut“. Der Architekt muss wissen, dass er die volle Haftung trägt wie ein ordnungsgemäß mit der Bauüberwachung beauftragter Architekt.
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Alt 18.02.2011, 08:48   #7
HUR
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Registriert seit: 11.07.2009
Ort: Mühlenweg 20
Beiträge: 3
Standard Haftungsrisiko des Luftdichtheitsmessers

Sehr geehrter Herr Trauernicht,

mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Luftdichtheitsmessung im Zusammenhang mit einem Gerichtsauftrag durchgeführt wurde. In diesem Fall darf selbstverständlich nur der Auftrag erfüllt werden.

Der SV (Sachverständige) hat die an ihn gerichteten Fragen erschöpfend zu beantworten und soll das durch Tenor der Fragen gedeckten Rahmen nicht verlassen.

Bei Gericht haben die Beweisanerbieter (die Anwälte der streitenden Parteien) gute Gründe und eine Strategie. Der SV würde so Einfluss auf die Prozessführung nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Des. H. Udo Reichstadt
ö.b.v. SV, darüberhin. Q-Beauftr., Fachauditor ...
Mühlenweg 20
42579 Heiligenhaus
eMail: reichstadt@fensterberater.de
Tel. +49 / 20 56 / 96 15 20
Fax +49 / 20 56 / 96 15 22
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