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Planung und Ausschreibung der Luftdichtheitsebene Luftdichtheit will geplant sein!

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Alt 08.08.2010, 12:55   #1
Roller-BauSV
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Standard Dichtheit nach §6 EnEV 2009

in der EnEV 2009 steht per Gesetz die Dichtigkeit von Gebäuden festgeschrieben.
Allerdings nur bei zu errichtenden Gebäude.
Frage: gibt es diese gesetzliche Vorschrift auch für Sanierungen bei Bestandsgebäuden? Wenn ja wo festgeschrieben.
Habe das Problem das ich eine Sanierung habe und einem Vorgeschaltetem Architekten klar machen muß das das auch für Sanierungen einzuhalten ist, er aber eine schriftliche gesetzliche verplichtung dafür haben will.
die Din 4108-7 beinhaltet Vorgaben zum Thema Luftdicht. Wäre das bei Sanierungen die richtige Begründung?


Vielen Dank für eure Hilfe

Geändert von Roller-BauSV (08.08.2010 um 13:23 Uhr). Grund: etwas zugefügt
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Alt 08.08.2010, 19:17   #2
Schrödingers Katze
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Bei Sanierungen auf Neubauniveau (KfW Effizienz 100 oder besser) liegt nahe, auch die Luftdichtheit auf Neubaunieveau zu bringen, und entsprechend zu prüfen.
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Alt 08.08.2010, 19:26   #3
Roller-BauSV
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gehen wir aber mal von nur einer Dachsanierung aus gibts da zwingende gesetzliche Vorschriften der Luftdichtigkeit?
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Alt 08.08.2010, 22:09   #4
Schrödingers Katze
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keine Aussage bezüglich eines n50 oder so, aber qualitativ ist ja schon seit der 1. WSchVO Luftdichtheit gefordert. Und gerade bei einem Dach, mit üblicherweise feuchteempfindlichen Dämmstoffen, muß die Konvektionsproblematik ja ausgeschlossen werden.
Man kann ja die Bauschadengefahr deutlich belegen, da braucht es keine zusätzliche normative Forderung.
Falls der Bauherr/Bauträger trotzdem das Risiko tragen will: die Beratung schriftlich bestätigen lassen und in 5 Jahren für das Gutachten den doppelten Preis kassieren...
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Alt 04.09.2010, 21:46   #5
KPS
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Zitat:
Zitat von Roller-BauSV Beitrag anzeigen
gehen wir aber mal von nur einer Dachsanierung aus gibts da zwingende gesetzliche Vorschriften der Luftdichtigkeit?
Mit hoher Wahrscheinlichkeit findet man im Internet für das jeweilige Bundesland eine

Liste der als Technische Baubestimmungen eingeführten Technischen Regeln.

Dort sind z.B. die DIN 4108-2 und 4108-3 benannt . Sie stellen somit geltendes Baurecht dar und sind von allen am Bau Beteiligten bei der Planung, Ausführung und baurechtlichen Überprüfung von baulichen Anlagen zu beachten.
Abweichungen gegenüber derartigen Bestimmungen sind nicht statthaft.

Somit gibt es z.B. auch kein Wahlrecht bezüglich der luftdichten Ausführung von wärmetauschenden Gebäudehüllen im Neubau, wie auch im Bestand.


Exkurs:

Auszug aus DIN 4108-2: 2003-07

Punkt 7 - Anforderung an die Luftdichtheit von Außenbauteilen
„Bei Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche des Gebäudes … ist dafür Sorge zu tragen, dass diese Fugen nach dem Stand der Technik dauerhaft und luftundurchlässig abgedichtet sind …
Aus einzelnen Bauteilschichten zusammengesetzte Bauteile oder Bauteilschichten … müssen unter Beachtung von DIN V 4108-7 luftdicht ausgeführt sein. Die Luftdichtheit von Bauteilen kann nach DIN EN 12114, von Gebäuden nach DIN EN 13829 … bestimmt werden.
Der aus Messergebnissen abgeleitete Fugendurchlasskoeffizient von Bauteilanschlussfugen muss kleiner als 0,1 m³/[mh(daPa^2/3)] sein …
Bei Fenstern und Fenstertüren gelten die Anforderungen nach DIN 18055. Bei Außentüren muss der Fugendurchlasskoeffizient a <= 2,0 m³/[mh(daPa^2/3)] sein, da eine Funktionsfuge vorliegt.“



Auszug aus DIN 4108-3: 2001-07

Punkt 6 - Hinweise zur Luftdichtheit
„Wände und Dächer müssen luftdicht sein, um eine Mitführung von Raumluftfeuchte, die zu Tauwasserbildung in der Konstruktion führen kann, zu unterbinden.
Auf die Luftdichtheit von Anschlüssen und Durchdringungen (z.B. Wand/Dach, Schornstein/Dach) sowie bei Installationen (z.B. Steckdosen) ist besonders zu achten.
Auch Querströmungen in Belüftungsschichten innerhalb einer Konstruktion zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sind zu vermeiden…
Sichtmauerwerk und Holzfachwerk sowie Mauerwerk nach DIN 1053-1 allein sind nicht luftdicht im Sinne dieser Anforderung; diese Wandaufbauten müssen auf einer Seite eine Putzschicht nach DIN 18550-2 haben oder es sind sonstige luftdichtende Maßnahmen zu treffen.
Luftdicht in diesem Sinne sind z.B. Betonbauteile nach DIN 1045-1 und DIN 1045-4 oder Putze nach DIN 18550-2 bzw. DIN 18558.
Bei anderen Konstruktionen muss gegebenenfalls, bei Holzbauteilen generell, eine Luftdichtheitsschicht nach DIN V 4108-7 angebracht werden.“

Eventuell ausgenommene Einzelpassagen bzgl. der aufgelisteten DIN-Vorschriften finden sich in den aus den jeweiligen Landes- Listen ersichtlichen und beigefügten Anlagen und betreffen bei den o.a. 2 DIN-Teilen überwiegend lediglich Festlegungen zum sommerlichen Wärmeschutz.

Eine aktuelle Übersicht zum Stand 03.09.2010 bzgl. der Umsetzung der Musterliste der technischen Baubestimmungen durch die einzelnen Bundesländer findet man
hier:

http://www.dibt.de/de/data/UmsetzungLaender.pdf

... hier noch eine gefundene Linksammlung (Stand: 02.02.2009)

http://www.stefan-baar.de/2009/01/te...ubestimmungen/

Geändert von KPS (08.09.2010 um 10:59 Uhr). Grund: Linkergänzung
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Alt 08.09.2010, 12:51   #6
KPS
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Zitat:
Zitat von Roller-BauSV Beitrag anzeigen
Habe das Problem das ich eine Sanierung habe und einem Vorgeschaltetem Architekten klar machen muß das das auch für Sanierungen einzuhalten ist, er aber eine schriftliche gesetzliche verplichtung dafür haben will.
die Din 4108-7 beinhaltet Vorgaben zum Thema Luftdicht. Wäre das bei Sanierungen die richtige Begründung?
Aus dem bereits Geposteten wäre für ein Sanierungsvorhaben im Bundesland Baden-Württemberg folgende Argumentation denkbar:

Die Luftdichtheitsproblematik tangiert öffentliches Baurecht (hier LBO BW § 14). http://www.bauordnungen.de/html/baden-wurtt_1.html#P14

Zur Untersetzung der LBO wird durch die obere Baubehörde des Landes in regelmäßigen Abständen die Liste der Technischen Baubestimmungen http://www.akbw.de/pubimg/p_m_422.pdf aktualisiert und angepasst.

Die darin aufgeführten DIN-Vorschriften verkörpern ebenfalls öffentliches Bauordnungsrecht und sind somit ebenfalls von allen am Bau Beteiligten einzuhalten.

An dieser Stelle wäre auf die DIN 4108-2 und DIN 4108-3 zu verweisen, die bauaufsichtlich eingeführt sind. (Textverweise auszugsweise im vorigen Beitrag) ...

Davon sind Planung, Ausführung und Überprüfungen von Neubauten und Sanierungsvorhaben gleichermaßen betroffen.

Als Argumentationshilfe könnte auch folgender Link dienen, der aber auf zeitlich aktuelle Angaben anzupassen wäre:

http://www.akbw.de/download/update/u..._Sonnentag.pdf

Zur Nachweisführung einer diesbzgl. korrekten Arbeitsweise würde ich empfehlen:

Erarbeitung eines Luftdichtheitskonzepts nach DIN 4108-7 -auch wenn diese Norm (nocht) nicht Bestandteil der o.g. Liste ist-;

Detailplanung für alle kritischen Bereiche;

Strikte Beachtung der erforderlichen Rahmenbedingungen für die Bauablauf- bzw. -ausführungsplanung;

detaillierte Einweisung der bauausführenden Monteure;

konsequente Kontrolle aller kritischen Montageschwerpunkte;

baubegleidende Qualitätskontrolle durch differenzdruckgestützte leckageortungen mit dem Ziel, für das zu sanierende Bauteil selbst und alle Anschlüsse (und Durchdringungen) eine Null-Leckage zu erreichen und protokollarisch zu dokumentieren;

Blowerdoormessungen mit Bestimmung der Luftwechselraten wären vor Beginn und nach Abschluss der Sanierung sehr empfehlenswert.

Der vorgeschaltete Architekt sollte selbst wissen, dass er damit seine Haftungsrisiken deutlich minimieren kann.
Das trifft gleichermaßen auf das bauausführende Unternehmen zu.
Beide sollten gemeinsam dem Bauherrn klar machen, dass auch er bzgl. einer dauerhaft luftdichten Gebäudehüllensanierung kein Wahlrecht hat.

Eigentum verpflichtet eben ...

Für Einwände zur technischen Machbarkeit in Richtung "Null-Leckage" könnte man bestimmt auf einen Spezialbetrieb "um die Ecke" verweisen ... z.B. http://www.luftiqus.de/

Geändert von KPS (09.09.2010 um 07:41 Uhr).
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Alt 09.09.2010, 07:46   #7
KPS
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Standard Nachtrag ...

... zum Thema "Qualitätssicherung" in der Sanierung:

http://www.dena.de/fileadmin/user_up...ender_FLIB.pdf


(soeben gefunden)
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Alt 09.09.2010, 10:12   #8
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von KPS Beitrag anzeigen
... zum Thema "Qualitätssicherung" in der Sanierung:

http://www.dena.de/fileadmin/user_up...ender_FLIB.pdf


(soeben gefunden)
Die qualitativen Tips sind ja gut, aber viele werden wieder nur aus der Tabelle herauslesen, daß n50 mit 3,0 ja ganz ok sei...
Und ausgerechnet Herr Bolender hat so etwas verbreitet....
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Alt 12.09.2010, 11:18   #9
Roller-BauSV
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Standard Messung eines Dachgeschosses

in dem Dena link wird erwähnt, dass ein Dachgeschoss einzeln aus Luftdichtigkeit geprüft werden kann.
Das stelle ich in Frage, denn keiner weiß wieviel durch die darunterligende Geschossdecke entweichen kann.

ODER?
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Alt 12.09.2010, 12:36   #10
KPS
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Das kommt wohl vordergründig darauf an, welche Werkleistung im Sanierungsfall geschuldet ist.

Wenn es sich lediglich um das Bauteil "Dach" handelt, wäre auch nur dieser Abschnitt von der ausführenden Firma so zu sanieren, dass diese Dachfläche inkl. aller Anschlüsse und Durchdringungen dauerhaft luftdicht ist.

Ein rechnerischer Nachweis bzgl. des erreichten Grads der Luftdichtheit auf Grund einer Blower-Door-Messung macht in diesem Fall nur bedingt Sinn und wäre auch dem Sanierungsunternehmen nur dann anzulasten, wenn das sanierte Bauteil selbst den Qualitätsanforderungen der DIN 4108 nicht entspräche.

Ist dagegen vorgesehen, das gesamte Dachgeschoss so zu sanieren, dass aus energetischen Erwägungen die Höhe der Luftwechselrate begrenzt werden soll, wäre dies gewiss mit zusätzlichem Planungs-, Ausführungs- und Mess- bzw. Rechenaufwand verbunden.
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