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Luftdichtheit <> Winddichtheit Unterscheidung ist notwendig.

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Alt 05.10.2012, 19:37   #1
Düffeldoffel
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Registriert seit: 05.10.2012
Ort: Magdeburg
Beiträge: 1
Frage Zugluft Steckdosen: Abdichten ... und dahinter?

Hallo zusammen,

(falls Thema falsch platziert, bitte schieben.)

bräuchte bitte Eure Einschätzung und "Feuer" gegen Argumente meiner Architekt/Baufirmen zum Problem "Zugluft aus Steckdosen und Schaltern"

Situation: Neubau (Bauhaus) schon bezogen; Mauer: 24er Poroton und 14 Außendämmung, Innen- und Außenputz. Blowerdoor wurde damals nicht gemacht "is Quatsch, geht auch so...", wir haben dem Architekten vertraut.

Nach dem Einzug letzten Winter habe ich dann festgestellt, dass es deutlich aus den Steckdosen und Lichtschaltern, die an der Außenwand liegen, zieht. Architekt darauf angesprochen, dann wurden die Dosen im Frühjahr ausgebaut und winddichter Schaum hintergespritzt, "das sollte reichen". Jetzt beginnt wieder die kalte Jahreszeit und ... es zieht immer noch.

ok, Problem könnte man mit Einbau winddichter Unterputzdosen lösen (info aus anderem thread gelesen). ok soweit, falls man die Situation überhaupt ok bzw. "nach Stand der Technik" nennen darf. (ich bin jetzt schlauer als beim rohbau - Danke luftdicht.de!)

Ich frage mich nur, hatte das auch den Architekten gefragt, wo die Luft überhaupt aus dem Mauerwerk kommt, die in die Steckdosen reinzieht. Meine Befürchtung ist, dass die Außenhaut undicht ist. Das verneinte der Architekt.

Zitate:
"MAUERWERK AUF DER BODENPLATTE: HORIZONTALE SPERRE UND ERSTE LAGE IN MÖRTEL ( NICHT GEKLEBT ). MAUERWERK ZUR DECKE ÜBER EG. FILIGRANDECKE MIT RANDSCHALUNG VERGOSSEN.

IM OBERGESCHOSS: MAUERWERK AUF DER FILIGRANDECKE: ERSTE LAGE IN MÖRTEL ( NICHT GEKLEBT ). MAUERWERK ZUM DACH: U-SCHALE ALS RINGANKER, MIT BETON VERGOSSEN, ATTIKAABSCHLUSS: ÜBER DIE ATTIKA GEFÜHRTE DACHBAHN, MIT BOHLE ALS ABSCHLUSS UND BEFESTIGUNG FÜR DIE ATTIKABLECHE.

ALLGEMEIN:
DIE GRÖSSEREN MAUERWERKSFUGEN WURDEN VOM ROHBAUER ZUGEMÖRTELT.DIE FENSTER WURDEN MIT ZUGELASSENEM "WINDDICHTEM" SCHAUM MONTIERT.DIE FASSADENPLATTEN WURDEN OHNEN OFFENE FUGEN MONTIERT.DORT WO SCHNITT- ODER AUSGLEICHSFUGEN WAREN, WURDEN SELBIGE AUSGESCHÄUMT.

Dazu noch der Außenputz .. sollte alles dicht sein" Offene Stellen konnte ich (als Laie) nach Sichtprüfung auch nicht finden.

Gut, trotzem ... es zieht. Seine Begründung "thermische Bewegung" also "Konvektion" im Poroton. Sorry, aber doch nicht in der Geschwindigkeit,. dass eine Flamme schräg steht, oder?

Meine Befürchtung: mit der Korrektur von ziehenden Schaltern und Steckdosen wird nur ein Syptom bekämpft, aber es behebt nicht die Ursache, und die bläst kalte Luft in die Außenwand und führt damit zu Wäremverlusten in der Wand und führt ein WDV ad absurdum ... oder doch "nur" Konvektion?

Danke für Meinungen oder Tipps, wie ich das in den Griff bekomme. Ich weiß ... nachträglich ...

Danke
Düffeldoffel
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Alt 05.10.2012, 21:37   #2
Schrödingers Katze
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Beiträge: 981
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Zunächst einmal sollte man wirklich Winddichtheit und Luftdichtheit nicht vermischen. Die luftdichte Ebene ist normalerweise der Innenputz. Modernes Mauerwerk wird mit unvermörtelten Stoßfugen erstellt, auch Bohrungen für Gerüstanker etc werden üblicherweise, wenn überhaupt, mit Bauschaum zugespritzt oder mit Mörtel (oberflächlich) ausgeworfen. Ein Vollwärmeschutz, respektive der Außenputz ist zwar winddicht, aber nicht luftdicht. Insofern ist eine (normalerweise geringe) Strömung in Hohlkammermauerwerk wie z.B. POROTON nicht ungewöhnlich.
Wie stark die Strömung ist, und ob evtl ein Mangel (mögliche Folgeschäden) vorliegt, kann nur ein Fachmann vor Ort klären. Was mich allerdings aufhorchen läßt, ist die Beschreibung des Fenstereinbaus. Ein "luftdichter Schaum" zum Fenstereinbau ist mir nicht bekannt, wohl aber diverse Kleber und Kompribänder. Noch wichtiger ist, wogegen abgedichtet wurde, will heißen, ob Brüstungen und Laibungen vor dem Fenstereinbau geschlossen und geglättet wurden (Herstellervorschrift des jeweiligen Mauerwerks). Das ist zumindest eine Überprüfung wert, möglicherweise gibt es Baustellenfotos der betreffenden Bauphase.
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Alt 02.11.2012, 17:51   #3
MaliAtze
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Beiträge: 21
Standard Kleine Frage zu den Porotonsteinen:

Hallo erst mal. Ich hätte eine Frage zu den Porotonsteinen: Ich gehe mal davon aus, dass die Steine im Dünnbettverfahren aufeinandergeklebt wurden. Stellt sich mir die Frage, ob dies mit einem deckelnden System erfolgt ist, oder ob die Steine in eine Mörtelwanne mit Kleber getaucht wurden, und dann aufeinander gestellt (verklebt) wurden. Mir ist schon mal passiert, dass der Prüfnebel bei einer Überdruckmessung in allen Steckdosen der Außenwände verschwand und lange, lange, lange außen(und nirgendwo anders auch nicht) nicht ankam (was mich etwas nervös machte). Schon diese Zeitverzögerung läßt ja den Rückschluß auf einen großen "Zwischenspeicher" zu, was dann eben die 30-er Außenmauer war. Der Nebel kam dann irgendwann auch aus dem Sockelprofil des VWS, unter der Fensterbank, am Giebelanschluss raus, und zwar noch lange nach dem letzten Nebeleintrag. Bei getauchten Porotonsteinen geht der (senkrechte) Hohlraum von OK Decke bis UK Decke/Ringgurt durch. Eine Durchdringung innen und eine Durchdringung außen reicht für 24 Std. Luftströmung. Die Nach-Arbeiten waren nicht unerheblich, ich bezweifle, ob sie jemals zu einem befriedigten Ende gebracht werden konnten. Es geht eben nichts über eine professionelle Planung (vor Ausführung der Arbeiten).
__________________
Luftdichte Grüße
MaliAtze
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Alt 04.11.2012, 22:50   #4
Schrödingers Katze
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 981
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Falls diese Steine sachgerecht vermauert werden, wird die erste Schicht klassisch in Mörtel angelegt, alles weitere geklebt, die letzte Schicht, falls nicht betonüberdeckt (also z.B. Brüstungen) mit vermörteltem Vlies geschlossen...so stehts jedenfalls in der Verarbeitungsvorschrift......
Die Stoßfugen sind trocken, also muß die luftdichte Ebene vom Innenputz erbracht werden, und zwar bis auf den Rohboden und auch hinter Vorwänden und ähnlichen "unmöglichen" Stellen. Durchdringungen, also auch Elektrodosen, sind ebenfalls luftdicht auszuführen. Zur Leckageortung ist, da die luftdichte Ebene Innen ist, ein Unterdruckverfahren vorzuziehen, es zeigt dann die Leckagen an der nachzubessernden Stelle. Überdruck und Nebel gibt zwar eine gute Show ab, ist aber zur Lokalisierung, eben wegen der Nebenwege, wenig hilfreich.
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Alt 20.11.2012, 15:26   #5
eco-casa
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Zitat:
Zitat von Schrödingers Katze Beitrag anzeigen
....lösch....Überdruck und Nebel gibt zwar eine gute Show ab, ist aber zur Lokalisierung, eben wegen der Nebenwege, wenig hilfreich.
Das kann ich vollinhaltlich unterschreiben!

Und durch das schlitzen der Kabel und bohren/schlagen der Dosen ins Poroton ist halt jede Dose die in der Nähe eines Stoßes angebracht ist potentiell undicht.
Also konsequent auf die Einhaltung einer durchgehenden luftdichten Ebene achten und die ist hier der Putz mit Übergang auf luftdichte Dosen in den Aussenwänden.

Gruß
Arno Kuschow
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Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
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Steinzeit ist vorbei !
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