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Normen, Vorschriften, Urteile Normen, Vorschriften und Gerichtsentscheidungen, die zum Thema Luftdichtheit von Bedeutung sind.

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Alt 16.07.2007, 16:37   #1
blowcheck
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Ort: 78247 Hilzingen
Beiträge: 19
Standard Grenzwert 1,5 oder 3,0 ?

Hallo.

Neulich geschah auf der Baustelle folgendes:

Messung Einfamilienhaus mit Fensterlüftung, nur der Architekt der Baufima und ich waren im fast fertigen Haus, dann besucht uns plötzlich ein Architekt vom Bauherrenschutzbund, den hat der Bauherr hinzubestellt erfahren wir, Messergebnis n50 = 2,5 , Problemstellen sind bekannt und werden nachgebessert.

Der Architekt vom Bauherrenschutzbund beginnt zickig zu werden und referiert über den gewünschten n50 Wert 1,0 oder besser.

Die Baufirma will aber nur die festgestellten größeren Leckagen beheben.

Reaktion des Bauherrenschutzbundvertreters: dann bauen wir in den Bädern jeweils ein dezentrales Lüftungsgerät ein - dann gilt der Grenzwert n50= 1,5 oder besser.

Mal abgesehen davon, dass diese vorgehensweise ziemlich rüpelhaft ist, frage ich mich: ab wann gilt der Grenzwert von 1,5 tatsächlich ?

Kann in so einem Fall eine kleine Anzahl dezentraler Lüftungsgeräte, den gültigen Grenzwert beeinflussen?

Unter kontrollierter Wohnraumlüftung mit Grenzwert 1,5 verstehe ich eigentlich etwas anderes als der Bauherrenschutzbund.

Wie seht Ihr das?

Freundliche Grüße aus Hilzingen
Stefan Hüsges
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Stefan Hüsges www.dichthaus.de
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Alt 16.07.2007, 17:07   #2
Schrödingers Katze
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Beiträge: 992
Standard 3,0!

Abgesehen davon, daß ein n50 von 1,0 angemessen wäre (s. H. Trauernichts Website) ist die 1,5 rechtlich nur dann maßgebend, wenn die LA im EnEV-Nachweis zur Reduktion der Lüftungswärmeverluste angesetzt wird. Zentral oder dezentral spielt dabei keine Rolle. In dem genannten Fall sollen offenbar nur einige Räume kontrolliert entlüftet werden, somit wäre die 1,5 selbst im Falle der Anrechnung nur auf diese Räume beschränkt.
Die Nachbesserung der Leckagen ist wiederum ein anderes Thema, sie muß, unabhängig von der Größe der L. dann erfolgen, wenn die Gefahr von Bauschäden besteht, oder andere Randbedingungen wie Schallschutzanforderungen oder Rauchdichtheit durch diese Leckagen gefährdet sind.
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Geändert von H. Trauernicht (16.07.2007 um 17:27 Uhr). Grund: Link ergänzt.
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Alt 16.07.2007, 17:23   #3
H. Trauernicht
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Standard 3,0 [1/h] !

Wenn die Frischluftzufuhr weiterhin maßgeblich über Fensterlüftung erfolgt, bleibt es beim Grenzwert 3,0. Ein Paar dezentrale Toilettenlüfter machen ein Haus noch nicht zu einem Haus "mit raumlufttechnischen Anlagen" ( gemäß http://www.luftdicht.de/enev2004/anh...tm#Anhang4Nr.2).
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Alt 24.07.2007, 17:06   #4
LeckageFux
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Standard n50

Lüftungsanlagen müssen geplant werden, d.h. normalerweise wird ein auf das jeweilige Gebäude zugeschnittener, definierter Volumenstrom berechnet.
Mit ein paar Lüftern im Bad oder der Küche ist das natürlich nicht getan.
Es gilt also weiterhin für das o.b.Gebäude max. n50 = 3 [h-1] .

Die festgestellten Leckagen sollten einzeln beurteilt werden, wo befinden sich diese, wie beeinträchtigen sie ggf. das Raumklima bzw. sind Folgeschäden durch Auskühlen der Dämmebene oder der Bauteiloberfläche(n) mit Tauwasserausfall usw. zu befürchten mit anderen Worten - stellen die festgestellten Leckagen in sich einen Mangel dar-.
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jochen rother
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Alt 24.07.2007, 20:51   #5
Schrödingers Katze
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Beiträge: 992
Standard

Zitat:
Zitat von LeckageFux Beitrag anzeigen
... mit anderen Worten - stellen die festgestellten Leckagen in sich einen Mangel dar-.
Verzeih mir bitte die juristische Spitzfindigkeit, aber ein Mangel liegt erst dann vor, wenn nachgewiesen wird, daß ein Folge(Bau-)schaden sehr wahrscheinlich ist. In der Sache hast Du natürlich recht, aber insbesondere beim Umgang mit Bauträgern und GU's sollte immer ein guter Anwalt greifbar sein
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Alt 24.07.2007, 21:45   #6
LeckageFux
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Beiträge: 11
Standard n50 und die §§§§

Herzlich willkommen,

Da § 5 der EnEV ja vorgibt, dass selbst auch GU's und Bauträger luftdicht bauen müssen/sollen , (sind jedenfalls nicht davon ausgenommen)


haben sie dann nicht, wenn ich z.B. einen Lufteintrag am Anschluss Blendrahmen des Fensters zur Wand messen kann, dann ist es nicht EnEV – konform.


Der hygienisch bedingte Mindestluftwechsel durch geplante Undichtigkeiten (Fugendurchlaßkoeffizienten der Fenster) ist hier nicht gemeint.


Die DIN 13829 sagt das ich bei der „Vorausgehenden Prüfung“ die Hütte abgehen soll um die größeren Leckagen zu protokollieren, aber ansonsten soll die Kammer -dicht- sein.



Um auf Deine juristischen Spitzfindigkeiten zu kommen:
Indem ich Bezug auf:

>sind Folgeschäden durch Auskühlen der Dämmebene oder der Bauteiloberfläche(n) mit Tauwasserausfall usw. zu befürchten usw.<

herstellen wollte, dachte ich, es sei alles gesagt, da ich ja so etwas niiiemals wider besseren Wissens, noch ungeprüft (vor Ort) behaupten würde. Also muss ich zukünftig vorher (!) nachweisen das ein Folgeschaden
wahrscheinlich ist. Wie geht das denn? Das hört sich ja an wie:

Peter M. 27 Jahre alt, seines zeichens Fleischereifachverkäufer, war einer der ersten Väter, die das Angebot der Kanzlei Helmut K. angenommen haben, ihr uneheliches Kind 4 Tage vor der Geburt taufen zu lassen oder so,
Vielen Dank anyway für den juristischen Rat,
Gruß Jochen
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Geändert von LeckageFux (24.07.2007 um 21:48 Uhr).
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Alt 25.07.2007, 07:08   #7
H. Trauernicht
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Standard

Zitat:
Zitat von LeckageFux Beitrag anzeigen
... Die DIN 13829 sagt das ich bei der „Vorausgehenden Prüfung“ die Hütte abgehen soll um die größeren Leckagen zu protokollieren, aber ansonsten soll die Kammer -dicht- sein. ...
Gruß Jochen
Ich würde die DIN 13829 eher so lesen: ich soll bei der „vorausgehenden Prüfung“ die Hütte abgehen, um die größeren Leckagen zu protokollieren. Dies Maßnahme ist zusätzlich zu der Messung auszuführen. Die erreichte Dichtheit ist ansonsten mit dem Messergebnis wiedergegeben."

Die DIN 13829 nimmt keine Bewertung der Dichtheit vor, sondern definiert nur das Mess- bzw. Prüfverfahren. Grenzwerte sind woanders gesetzt.

Dieser Fragenkomplex ist aus meiner Sicht sehr grundlegend und wird jeden Messpraktiker berühren.
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Alt 25.07.2007, 07:21   #8
LeckageFux
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Beiträge: 11
Standard 13829

deswegen habe ich ja "Vorausgehende Prüfung " geschrieben, eben weil dies
zusätzlich zur jeweiligen Messung erfolgt, auch was die Grenzwerte betrifft, weiss ich, wo diese zu finden sind.
Danke
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jochen rother
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Alt 25.07.2007, 07:32   #9
H. Trauernicht
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Die Passage "ansonsten soll die Kammer -dicht- sein." schien mir erklärungbedürftig.
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Alt 25.07.2007, 07:54   #10
LeckageFux
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Beiträge: 11
Standard Die Kammer

Aha:
Ich wollte mit dieser Bemerkung den Interpretations-Spielraum verkleinern, insofern, dass ich eventuelle Auslegungsmöglichkeiten der Norm (wie Mindestluftwechsel oder eben große Leckagen protokollieren) mit in meine Überlegung eingeschlossen hatte. Hmm, das hat ja nun nicht so geklappt
Gruß jr
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