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Normen, Vorschriften, Urteile Normen, Vorschriften und Gerichtsentscheidungen, die zum Thema Luftdichtheit von Bedeutung sind.

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Alt 20.07.2008, 13:57   #1
H. Trauernicht
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Standard Neuster Stand der Diskussion um Verfahren A/B

Der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen E.V. machte einen erneuten Vorstoß zu der EnEV 2009. Er schlägt in einem Schreiben vom Feruar 2008 an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vor, den EnEV 2009-Entwurf so zu ändern, dass zukünftig Verfahren A (Gebäude im Nutzungszustand) anzuwenden ist.

Das Ergebnis wurde vom FLiB veröffentlicht: Der FLiB konnte sich nicht mit dem Anliegen durchsetzen, den Nachweis nach DIN EN 13829 auf Verfahren A einzugrenzen.

Der Werdegang der Diskussion ist hier nachzulesen:
http://www.luftdicht.de/auslegung-der-enev.htm
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Alt 19.08.2009, 13:26   #2
raaner
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Standard

Hallo Kollegen

Ich nutze diesen Thread mal examplarisch für die Vielen zu dem Thema ob nun Verfahren A oder B.
Die EnEV regelt den energiesparenden Wärmeschutz von Gebäuden, welcher auf Grundlage der DIN V 18599 bilanziert wird. Zumindest für Nichtwohngebäuden und in Zukunft auch für Wohngebäude.
Bei dem Nachweis nach 18599 muß zur Bestimmung des Infiltrationsluftwechsels ein n50-Wert angegeben werden
[DIN V 18599-2:2007-02 6.3.1.1]. Wird ein Luftdichtheits-Test durchgeführt wirkt sich das positiv auf den berechneten Energiebedarf des Gebäudes aus. Dieser Test muß die bekannten n50-Werte von 3,0 ohne und 1,5 mit RLT einhalten.
Und nun kommts:

"Kategorie I: Einhaltung der Anforderung an die Gebäudedichtheit nach DIN 4108-7:2001-08, 4.4 (d. h., die Dichtheitsprüfung wird nach Fertigstellung durchgeführt)"


Und da die 4108-7 nur das Verfahren A kennt, ist die Sache, wie ich finde, ziemlich eindeutig. Zumal für mich persönlich (und meinem Ingenieurverstand) eine Messung im "Nutzungszustand" auch am sinnvollsten ist. Mal abgesehen davon das man mit dem Ergebnis auf der viel zitierten "sicheren Seite" liegt.
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Alt 19.08.2009, 15:34   #3
Schrödingers Katze
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Standard ...sooo eindeutig

ist das wohl nicht, zumal Messung im bezugsfertigen Zustand nicht zwingend Verfahren A heißt. Mir war da so dunkel in Erinnerung, daß ein in D relevantes Stück Papier zwingend Verfahren B fordert, sinnvoll hin oder her....
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Alt 19.08.2009, 16:07   #4
raaner
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Gut, eindeutig ist zu optimistisch
Verfahren A kommt dem Nutzungszustand am nächsten und in diesem halte ich es aus verschiedenen Gründen für sinnvoll zu messen. Es sei denn ich möchte wirklich nur die ausgeführte Qualität der Gebäudehülle testen. Egal das ist eh nur meine pers. Meinung.
Zu dem "relevanten Papier"... es wäre mir neu, dass die Auslegungsfragen rechtlich verbindlich sind. In der Regel halte ich mich auch an die Auslegungsfragen bzw. Antworten, solange sie eindeutig sind, da das die meißten Richter auch tun würden. Allerdings beantworten diese Fragen auch keine Luftdichtheitsexperten, sondern Leute die das große Ganze überblicken müssen. Ich möchte das vielleicht mal ganz platt mit Bauleitern und Fachplanern vergleichen. Bauleiter kennt A-Z ein wenig, der Fachplaner nur D od. vlt. C-E, die dafür aber ganz genau. Wahrscheinlich weiß in dem Ausschuß noch nicht einmal jemand das die 18599 auf die 4108-7 verweist.
Egal, eine EnEV-Schlussmessung ist im Prinzip nur sinnvoll, wenn die Luftdichheitsmessung im EnEV-Nachweis (Wärmeschutznacheis) angesetzt wurde (Denn das ist das was meiner Meinung nach eine "EnEV-Messung" ausmacht). Ansonsten könnte man zur Qualitätskontrolle und aus allen anderen Gründen aus denen eine Messung sinnvoll wäre auch einfach auf Grundlage der 4108 oder einfach 13829 A od. B messen.
Im Moment wäre es ja so, zumindest bei NWG, dass wenn wirklich Verfahren B verbindlich ist, zweimal gemessen werden müßte, denn zur Erfüllung des EnEV-Nachweises muß laut 18599 (welche nunmal die Berechnungsgrundlage der EnEV ist) nach 4108-7 gemessen werden.

Geändert von raaner (19.08.2009 um 16:10 Uhr).
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Alt 21.08.2009, 11:34   #5
H. Trauernicht
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Unglücklich Es ist leider nicht so einfach

Das ist ein sehr interessanter Beitrag zu der der "A/B-Diskussion". Aus meiner chronologische aufgebauten Zusammenfassung (s. oben) ist ersichtlich, dass die Arbeitsgruppe der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz bisher festgelegt, dass Verfahren B anzuwenden ist. Diese Aussage wurde bisher bei allen neu in Kraft getretenen EnEVs erneuert, d.h. es wurde jeweils ein angepasstes aber inhaltlich gleich lautendes Auslegungsdokument veröffentlicht. Man darf gespannt sein, wie bei der EnEV 2009 vorgegangen wird.

Zu EnEV 2002: http://www.luftdicht.de/auslegung-de...htm#Auslegung1
Zu EnEV 2007: http://www.luftdicht.de/auslegung-de...m#Auslegung4-2

Folgendes spricht dafür, dass es bei der bisherigen Auslegung bleibt:

1.) Das bisherige Beharren der Arbeitsgruppe der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz auf Verfahren B. Diese Auslegung wurde bisher konsequent verfolgt, z.B. bei der Frage, ob Öffnungen in der Wärmetausch- und Umfassungsfläche, die auf Grund anderer Rechtsbereiche (Sicherheit, Brandschutz) notwendig sind, bei der Messung abgedichtet werden dürfen. Dieses wurde bejaht. Es handelt sich um absichtlich vorhandene Öffnungen. Siehe http://www.luftdicht.de/auslegung-de...m#Auslegung4-1

2.) Der FLiB hat in einem Schreiben vom Februar 2008 an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vorgeschlagen, den EnEV 2009-Entwurf so zu ändern, dass zukünftig Verfahren A (Gebäude im Nutzungszustand) anzuwenden ist. Der Vorschlag wurde nicht aufgegriffen.
http://www.luftdicht.de/auslegung-der-enev.htm#FLiB3

Im Übrigen:
Der hier diskutierte Widerspruch der EnEV-Auslegungspraxis zur DIN 18599 wird eventuell eine neue Auslegungsfrage auslösen. -oder auch nicht. Es gibt auch andere Unstimmigkeiten, die bisher nicht geklärt wurden. Z.B. beschreibt die Auslegung ein Verfahren B, das nicht exakt dem Verfahren B aus DIN 13829 entspricht: http://www.luftdicht.de/enev-verfahrenb.htm

Man sollte nicht auf ein bestimmtes Verfahren beharren. Was wir als Messteams gebrauchen, ist Rechtssicherheit. Der FLiB schreibt in einem Schreiben an das Bundesministerium richtig:
"...Kommt zu dieser Auffassung noch die oben geschilderte Unklarheit hinsichtlich des anzuwendenden Messverfahrens hinzu, dann ist bei Auswahl des Verfahrens B davon auszugehen, dass der tatsächliche n50-Wert für ein Einfamilienwohnhaus nicht bei kleiner 3,0 h-1, sondern wohl eher bei 4,5 h-1 liegt...."
Quelle: http://www.flib.net/newsletter/FLiB_News_01_2007.pdf

Ich beklage, dass in der diskutierten Frage seit Jahren völlige Unsicherheit herrscht.

Es ist höchste Zeit, dass eine öffentliche Diskussion wie diese stattfindet.
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Alt 26.09.2009, 11:44   #6
H. Trauernicht
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Standard "B" steht nicht für baubegleitend!

Zitat:
Zitat von raaner Beitrag anzeigen
Im Moment wäre es ja so, zumindest bei NWG, dass wenn wirklich Verfahren B verbindlich ist, zweimal gemessen werden müßte, denn zur Erfüllung des EnEV-Nachweises muß laut 18599 (welche nunmal die Berechnungsgrundlage der EnEV ist) nach 4108-7 gemessen werden.
Warum sollte man zweimal messen müssen? Man könnte die beiden Messungen zumindest zu einem Zeitpunkt gleich nacheinander durchführen.

Die beiden in DIN 13829 definierten Verfahren unterscheiden sich nicht in dem Zeitpunkt der Messung im Bauablauf. Man trifft immer wieder die irrige Meinung an, "B" würde für "baubegleitend" stehen.

Richtig ist: Bei beiden Verfahren muss die Luftdichtheitseigenschaft der Gebäudehülle fertiggestellt sein. Die Verfahren unterscheiden sich nur darin, welche Öffnungen abgedichtet werden dürfen. Der Unterschied ergibt sich lediglich daraus, dass einmal "das Gebäude im Nutzungszustand" (A) und beim andern die "Gebäudehülle" (B) im Fokus der Betrachtung steht.
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Alt 26.09.2009, 22:41   #7
raaner
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Des Unterschieds der beiden Verfahren bin ich mir durchaus bewusst.

Die Aussage, dass im Moment zweimal gemessen werden müsste, war nicht ganz frei von Ironie, denn das wäre ja nun völlig absurd und sicherlich nicht gewollt.

Die EnEV 2009 verweist nun übrigens bei den Ausführungen des Referenzgebäudes sowohl bei Nichtwohngebäuden als auch bei Wohngebäuden unter dem Punkt Gebäudedichtheit direkt statisch auf die schon oben von mir genannte Tabelle 4 der DIN V 18599-2 : 2007-02.
D.h. auf die 4108-7, sprich Verfahren A.

Vielleicht sollte die Arbeitsgemeinschaft da demnächst mal reinschauen

Eigentlich ist es mir auch wurscht, Hauptsache es wird endlich mal Klarheit geschaffen.
Ist es denn so schwer in die Verordnung „einen“ Buchstaben mehr aufzunehmen…?
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Alt 14.11.2009, 17:48   #8
H. Trauernicht
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Zitat:
Zitat von raaner Beitrag anzeigen
Ist es denn so schwer in die Verordnung „einen“ Buchstaben mehr aufzunehmen…?
Man will es nicht, hat mir gestern Herr Dr. Renner vom Bundesbaumisterium, den ich auf der Effizienztagung in Hannover darauf ansprechen konnte, geantwortet. Bei unserem Thema wäre das nur ein Wort und ein Buchstabe, bei anderen Themen müsste man aber sehr in die Tiefe gehen und das könne der EnEV-Text nicht leisten.

Seine erste Reaktion war, dass es ganz eindeutig Verfahren B sei, das anzuwenden sei. Er verwies auf die entsprechenden Auslegungen, die verbindlich seien.

Ich konnte ihn noch kurz auf den oben diskutierten Konflikt "Kategorie I aus DIN 18599" hinweisen, den er bisher noch nicht wahrgenommen hatte.

Warten wir's ab!
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Alt 27.01.2010, 22:48   #9
Schrödingers Katze
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Standard EnEV-Auslegung Staffel 11 ist da

und stellt bezüglich A oder B einiges klar!
Näheres unter
http://www.enev-online.org/enev_2009...ev_teil_11.pdf
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Schrödingers Katze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2010, 07:16   #10
KPS
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Danke für die schnelle Info!

(Wende übrigens bereits seit Jahren Verfahren B an, was noch nie zu Beanstandungen führte ...)
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