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Fragen/Berichte von Bauherren/-frauen "luftdicht" - ist das denn überhaupt gut?

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Alt 04.07.2015, 11:08   #1
Flixwurst
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Beiträge: 2
Standard Schimmelproblem

Hi!

Ich baue jetzt schon länger meinen Dachboden um.

Aufbau sieht folgendermaßen aus:
Dachpfannen, Lattung, Konterl., Hartfaserplatten ca 5mm, Luftschicht ca 2,5 cm, Steinwolle 15cm, Dampfbremsfolien.

Musste mittlerweile festsetellen, dass sich an den Hartfaserplatten (innen an der Seite der Steinwolle) Schimmel festgesetzt hat. Zudem ist die Wollte auch etwas feucht.

Als das Haus gebaut wurde (80er Jahre), wurden anstatt von Unterspannfolieten Hartfaserplatten eingesetzt. -> Schlechte Atmung, weswegen ich eine Hinterlüftung beigefügt haben.

Ist das zu wenig?

Müssen da noch zusätzliche Luftungsöffungne hinzugefügt werden oder müsste da eine Vollsparrendämmung eingebaut werden?

Tipps?
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Alt 04.07.2015, 18:30   #2
Schrödingers Katze
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Beiträge: 974
Standard

Zitat:
Zitat von Flixwurst Beitrag anzeigen
...
Aufbau sieht folgendermaßen aus:
Dachpfannen, Lattung, Konterl., Hartfaserplatten ca 5mm, Luftschicht ca 2,5 cm, Steinwolle 15cm, Dampfbremsfolien
Üblicherweise wurde zu diesen Zeiten als Dampfbremse eine simple PE-Folie verbaut, zudem nicht luftdicht verklebt. Für die Diffusion mag das in manchen Fällen ausreichend sein, Konvektion wurde damals nicht beachtet. Und PE-Folien werden mit der Zeit spröde....

Zitat:
Zitat von Flixwurst Beitrag anzeigen
...
Musste mittlerweile festsetellen, dass sich an den Hartfaserplatten (innen an der Seite der Steinwolle) Schimmel festgesetzt hat. Zudem ist die Wollte auch etwas feucht.
Das ist bei diesem Aufbau nur zu normal. 2,5 cm sind niemals eine funktionierende Hinterlüftung, außerdem kann die Schalung, je nach Zustand der Ziegeldeckung, auch von außen durchfeuchten, und im Winter unterseitig Kondensat zeigen. Das hält kein Holzwerkstoff auf Dauer aus.

Zitat:
Zitat von Flixwurst Beitrag anzeigen
...
....-> Schlechte Atmung, weswegen ich eine Hinterlüftung beigefügt haben.
Atmende Baukonstruktionen gibt es nicht!!! (und soll es nicht geben) Versuchen Sie mal, durch eine wie auch immer geartete Baukonstruktion hindurch eine Kerze auszupusten..... Gemeint ist wahrscheinlich ein diffusionsoffener Aufbau. Aber Diffusion trägt nur 2 bis 3 % zur Entfeuchtung von Wohnräumen bei!

Lösungsvorschlag 1: Runter mit dem alten Plunder
Lösungsvorschlag 2: Nur, wenn die Ziegeldeckung noch ok ist und die Schalung nicht zu sehr angegriffen - Schimmelbeseitigung mit Isopropylalkohol, dann Vollsparrendämmung, möglichst Zelluloseflocken, Dampfbremse nach WUFI-Berechnung anhand realistischer Klima-, Raumklima- und Verschattungsdaten. Die Berechnung zeigt dann auch, ob die Schalung dauerhaft "überlebt" - Hartfaser ist nicht gleich Hartfaser.
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Alt 07.07.2015, 18:45   #3
Flixwurst
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Beiträge: 2
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Danke Für die Tipps! Ich werde es wohl runterreißen müssen...
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Alt 10.09.2015, 00:17   #4
vinojardino
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Beiträge: 3
Standard

Zitat:
Zitat von Flixwurst Beitrag anzeigen
Danke Für die Tipps! Ich werde es wohl runterreißen müssen...
Zitat:

...
Musste mittlerweile feststellen, dass sich an den Hartfaserplatten (innen an der Seite der Steinwolle) Schimmel festgesetzt hat. Zudem ist die Wollte auch etwas feucht.


Ich gebe Schrödingers Katze recht, dass die 2,5 cm im jetzigen Zustand für eine durchgängige Hinterlüftung nicht reichen.
Ich widerspreche aber der Aussage, dass eine winterliche Durchfeuchtung des Holzwerkstoffes unterseitiges Kondensat verursacht. Das unterseitige Kondensat kommt eindeutig von der unzureichenden Diffussionsdichtheit auf der Innenraumseite. Die Faserplatte bildet durch ihr ungünstiges my hier eine "Dampfsperre" auf der falschen Seite.

Möglichkeit 1: Die äußere Holzfaserplatte mit Bohrungen oder Schlitzen gezielt öffnen. Das müsste mit den 2,5 cm "Hinterlüftung" für eine genügende Dampfoffenheit nach außen passen. Ziel ist eine dampfoffene Konstruktion herzustellen.
Kann eventuell hergestellt werden indem die Dachziegel feldweise abgedeckt werden. Mangel ist die fehlende Unterspannbahn.

Möglichkeit 2: Innen eine dauerhaft garantiert durchgängige dichte Diffussionsschicht herstellen,äußere Holzfaserplatte entfernen und eine Unterspannbahn mit modulierendem my einbauen.
Ob in diesem Fall die Sparrenfächer vollends mit Dämmmaterial aufgefüllt oder durch Sparrenaufdopplung noch erweitert werden, hängt von den verfügbaren Höhen ab und dient lediglich der besseren Wärmedämmung (natürlich auch dem besseren sommerlichen Wärmeschutz).
Aufwand relativ hoch: Dachziegel und Lattung müssen entfernt werden, 100 %ige innere Diffussionschicht ist schwierig umsetzbar.

Möglichkeit 3: Dachziegel, Lattung, Faserplatte und vorhandene Dämmung entfernen.
Durchgängige Diffussionschicht von außen in die Sparrenfächer legen, gewissenhaft an der Wand und den Sparrenauflagen abdichten. Zwischensparrendämmung einlegen und darüber eine durchgehend Dämmschicht (ca. 5 -10 cm Holzfaser etc.) auf den Sparren verlegen, darüber Konterlattung, Unterspannbahn, Lattung und Ziegel. Dann funktionierts. Aufwand hoch, aber sicher.

grüße vinojardino
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Alt 10.09.2015, 18:56   #5
Schrödingers Katze
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Standard @vinojardino

Wie wäre es, die vorhandene und geplante Feuchtetransportsituation erst mal mit WUFI oder ähnlichem zu simulieren? Alle stationären Modelle stellen die Rückdiffusion nicht dar. Auf Basis dieser Berechnung kann amn dann die optimale Dampfsperre oder Dampfbremse anbringen. Absolut dampfdicht von innen funktioniert in der Praxis nur sehr selten. Und eine 100m oder 200m-Bahn ist oft eher kontraproduktiv. Deshalb wurde ja auch der Passus sD > 100 m nachweisfrei endlich aus der Norm getilgt.
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Alt 14.09.2015, 10:41   #6
vinojardino
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Hallo, danke für das Statement
Die Wunderwaffe Wufi als das Allheilmittel ist aber auch kostenintensiv. Nachweislich tendiert die Glaserbetrachtung immer auf die sichere Seite. Und für mich gibt es da keine Kompromisse, entweder "ganz Diffusionsoffen" oder "ganz Diffusionsdicht" .
Mit Wufi kann ich Grenzbereiche für Material und Dicken ausloten und gehe davon aus, dass die Rückdiffusion das System auf jeden Fall stabilisiert.
Ob sich das System in Realität auf Dauer dann auch an meine Simulation hält, muss sich zeigen.
Die Risiken für partielle "Leckstellen" durch schlampige Montage oder schlechtes Material habe ich in beiden Fällen.

Grüße vinojardino
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Alt 14.09.2015, 12:46   #7
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von vinojardino Beitrag anzeigen
Die Risiken für partielle "Leckstellen" durch schlampige Montage oder schlechtes Material habe ich in beiden Fällen.

Grüße vinojardino
Feuchteeinträge durch Konvektion lassen sich abschätzen (BDT) und in WUFI einbinden. Und die Kosten halten sich in Grenzen, ein Dach- oder Deckenaufbau ist in 2 Stunden berechnet, dann vllt nochmal dasselbe für Varianten und Lösungsansätze...
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Alt 15.09.2015, 17:59   #8
vinojardino
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Hallo
2+2 Stunden sind sicher > einem Tausender Wert.
Ich gebe zu, dass es einem Sanierer wert sein sollte diesen Betrag auszugeben für die Minimierung des vorhandenen Risikos.
Aber genau darin liegt das Problem, nur wenige Sanierer wollen Sicherheit kaufen und dann auch noch eine dubiose Simulation, mit der nur kopfgesteuerte was anfangen können.
Die meisten verlassen sich auf den Handwerker, der das schon immer so gemacht hat und es ja wissen muss.

Zu diesem Thema ist übrigens in der aktuellen 9er Ausgabe der Zeitschrift GEB ein mehrseitiger Artikel zur Fenstersanierung erschienen, über die Problemstellung Innendämmung mit/ohne Laibungsdämmung. Wie ich in meiner Ausführung oben auch erwähnte, ist die dortige Konstruktion statisch betrachtet sehr riskant, wird als schlecht gerechnet. Mit Wufi relativiert sich das ganze zu einem minderen Risiko.
vinojardino ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 18:13   #9
Schrödingers Katze
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Zitat:
Zitat von vinojardino Beitrag anzeigen
Hallo
2+2 Stunden sind sicher > einem Tausender Wert. ........
So gut sind die Honorare der Bauphysiker dann doch nicht ganz , wäre aber eine Überlegung wert.
Genaueres auf Anfrage
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Alt 22.01.2016, 11:36   #10
Jens Urbas
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Registriert seit: 20.01.2016
Ort: Schalksmühle
Beiträge: 8
Standard An Flixwurst

Hallo,

könnten Sie mir ein Foto davon schicken?
An meine E-Mail Adresse. Bin nämlich auf der Suche nach Fotos für Schimmel im Dach für meine Homepage, mache ne Beratungsseite.

Würde Ihnen dann auch eine Lösung für Ihr Problemchen im Gegenzug anbieten?

Freue mich sehr.

E-Mail js.urbas@gmx.de

Viele Grüße Jens Urbas
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