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Fragen/Berichte von Bauherren/-frauen "luftdicht" - ist das denn überhaupt gut?

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Alt 25.05.2015, 11:58   #1
Speedy
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Registriert seit: 24.05.2015
Ort: Daheim
Beiträge: 2
Standard Frage zu Dampfbremse und Dämmung

Hallo,

wir bauen zur Zeit unser Eigenheim weitgehend in Eigenleistung.
Nun möchten wir in nächster Zeit mit dem Trockenbau beginnen.

Zum Haus/Dach selbst:

Satteldach mit 45 Grad Dachneigung und Kehlbalkendachstuhl
60mm Holzfaserplatten als Aufsparrendämmung (sd-Wert: 3; Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ 0,044 [W/mK])
Belag Spitzboden: 28mm Rauspund
Der Spitzboden soll zuerst lediglich als Lagerraum dienen, eine spätere Nutzung als Wohnraum ist aber angedacht.
Dämmen möchte ich ihn aber bereits jetzt schon.

Ich stehe jetzt vor der Wahl ob ich die 200mm starken Sparren mit 032er oder 035er Klemmfilz dämmen soll. (Es macht finanziell einen Unterschied von knapp 1000 Euro aus)

Lohnt sich diese Ausgabe?

Des weiteren bin ich noch etwas unschlüssig bezüglich der Dampfbremse
Ich möchte hierbei nicht aufs Geld schauen, die Dampfbremse (Klimamembran) von Is.... mit der Befestigungsmöglichkeit per Klettband wäre meine jetzige Wahl. (sd-Wert 0,3 - 25)

Kann ich diese getrost verwenden, oder wäre ein anderes Produkt die bessere Wahl?

Sollte man bei den verschiedenen Produkten im System bleiben, oder könnte man auch die Klebebänder etc. eines schweizer Herstellers verwenden?

Gruß
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Alt 25.05.2015, 12:57   #2
Schrödingers Katze
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 979
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Hi Speedy,
die energetische Wirksamkeit von dämmtechnischen Verbesserungen eines Bauteils läßt sich nur im Gesamtzusammenhang quantitativ bewerten. Also anhand des EnEV-Nachweises prüfen und ggfalls eine Variante rechnen (lassen). Im allgemeinen wirkt sich aber eine Verbesserung der Dachdämmung meist nur geringfügig aus, das Dach ist ohnehin meist das "beste" Bauteil, auf Seite der thermischen Hülle ist das "schlechteste" Bauteil die größte Stellschraube, meistens die Fenster. Wärme sucht sich den Weg des geringsten Widerstands....
Zur Dampfbremse: Die Eignung´bzw. die optimale Lösung hängt von vielen Faktoren ab: Sonneneinstrahlung / Beschaffenheit / Farbe / Himmelsrichtung der Dachfläche / Nutzung / Feuchteanfall in Räumen unter dem Dach, Lüftungsanlage vorhanden, etc etc. Wer es gaaaaanz genau wissen will, möge eine WUFI-Berechnung durchführen (lassen). Ansonsten: Zulassung, Eignungstests etc befragen. Was die Klebebänder angeht: Der besagte schweizer Hersteller (und einige andere auch) prüft seine Klebebänder auf allen möglichen und unmöglichen Bahnen und Folien. Auf gängigen Dampfbremsen und Dampfsperren sehe ich bei "guten" Tapes (4 oder 5 namhafte Hersteller, darunter auch besagter) keine technischen Probleme. Möglicherweise bei manchen Herstellern von Dampfbremsen, darunter ein ganz großer Baustoffhersteller mit Schwerpunkt Dämmstoffe, aber juristische, da diese Tapes "im System" verlangen, und ansonsten versuchen, die Gewährleistung einzuschränken. Ob das ok ist, mögen Juristen entscheiden.
__________________
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Alt 25.05.2015, 19:59   #3
Speedy
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Registriert seit: 24.05.2015
Ort: Daheim
Beiträge: 2
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Mir liegt ein Wärmeschutznachweis vor, jedoch finde ich darin keine Angabe bezüglich der sd-Wertes...

Kann man den sd-Wert aus einem anderen Wert herauslesen?
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Alt 25.05.2015, 20:36   #4
Schrödingers Katze
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 979
Standard

Ja, nicht jeder legt dem Energiebedarfsnachweis auch den Dampfdiffusionsnachweis bei....wobei der nach Glaser für Dächer ohnehin nur noch bedingt aussagekräftig ist. Des SD-Wert (äquivalente Luftschichtdicke) ergibt sich aus der Wasserdampfdiffusionszahl µ des Baustoffs und der Schichtdicke.
__________________
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Alt 22.01.2016, 11:33   #5
Jens Urbas
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Registriert seit: 20.01.2016
Ort: Schalksmühle
Beiträge: 8
Standard Dämmung und Luftdichtheit

Würde Holzwolle in 200mm einbauen. Doppelt GK 12mm. Das braucht dann keine Dampfbremse mehr. Als GK könnte man auch innen Heraklith nehmen und verputzen. Beides ist Luftdicht und braucht in Verbindung mit Holzwolle 200 mm keine Dampfbremse, diese kann sowie so nicht auf Dauer funktionieren.

Viele Grüße

Jens Urbas
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Alt 24.01.2016, 17:26   #6
Volker Berndt
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Registriert seit: 23.01.2013
Ort: Rodenbek bei Kiel
Beiträge: 5
Standard

Ist das dein Ernst was du da schreibst.
Holzwolle ist Bauphysikalisch das bessere Material als Mineralwolle da gebe ich recht. Doppelt Gipskarton könnte vielleicht auch noch als Dampfbremse durchgehen, was ist aber mit den ganzen luftdichten Anschlüssen wie soll das den funktionieren.
Kommst Du aus der Praxis ?

Gruß Volker Berndt
Zimmerermeister
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Alt 24.01.2016, 18:23   #7
MaliAtze
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Registriert seit: 24.11.2007
Ort: Calw
Beiträge: 21
Standard

Zitat:
Zitat von Volker Berndt Beitrag anzeigen
..., was ist aber mit den ganzen luftdichten Anschlüssen wie soll das den funktionieren.
Kommst Du aus der Praxis ?
Das wäre meine Frage auch gewesen...
Das ganze Dampfgebremse geht mir eh zunehmend auf den Wecker.
Wenns nicht luftdicht wird, dann wird es teuer. Das kann man jetzt nach vielen Jahren sicher sagen.
__________________
Luftdichte Grüße
MaliAtze
MaliAtze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2016, 19:20   #8
Jens Urbas
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Registriert seit: 20.01.2016
Ort: Schalksmühle
Beiträge: 8
Standard Ja komme aus dem Bausektor.

Anschlüsse mit Dichtbändern eingeputzt vielleicht?!
Holzwolle ist auch nicht viel besser als MiWo würde ich sagen, aber passt eben zum System und ein bisschen schwerer. Eigentlich kaum ein Unterschied.

Die Luftdichtung mit GK oder HWLP verputz kann jederzeit via Augenschein überprüft werden. Eine Folie leider Nein.

Jeder sollte wissen das sich Holzkonstruktionen im Dach bewegen. Wie? auch um Gotteswillen soll da eine Folie mit Klebebändern halten?

Wenn man dazu noch bedenkt, das bei der sommerlichen Umkehrdiffusion eine Dampfbremse nur hinderlich ist oder?

Wir gehen mal davon aus, das sich das Dach und die Dämmung im Sommer stark aufheizen und in der Nacht wieder abkühlen. Was passiert im Dach?

Ich denke es wird feucht? und das jeden tag! Es versucht nach Innen abzutrocknen im Sommer. Da ist dann diese Blöde Dampfbremse im Weg, auch wenn diese ziemlich Variable und Klug sein sollte.

Bei einer Konstruktion ohne Dampfbremse hat man im Winter und im Sommer kein Problem mehr.

Die Gk Platten dienen nicht nur als Dampfbremse sondern als Luftdichtung.
Der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ ist bei einer Schichtenkonstruktion ja auch zu berücksichtigen und nicht nur der SD wert, gerade bei der Schichtenkonstruktion. Der Wasserdampfdiffusionswiderstand nimmt dabei nach Außen hin ganz leicht ab, somit ist eine Konstruktion ohne Dampfbremse möglich. Die Luftdichtung der Anschlüsse mit Kompribändern die eingeputzt werden. Jederzeit Sichtkontrolle, was besseres gibt es nicht oder?

Aufbau von Außen nach Innen:

Holzfaserplatte Außen auf den Sparren = 3 μ
Flexible Holzfasserdämmung kann auch = 3 μ
Gipskarton unter den Sparren 25 mm (weil doppelt) = 8 μ

Da ist auch die Abtrocknen im Sommer nach innen möglich.

Jens Urbas

Dachdecker und
staatlich geprüfter
Bautechniker (Hochbau)

Geändert von Jens Urbas (24.01.2016 um 19:34 Uhr).
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Alt 24.01.2016, 21:19   #9
Volker Berndt
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Registriert seit: 23.01.2013
Ort: Rodenbek bei Kiel
Beiträge: 5
Standard

Hallo Jens

schon mal alles praktisch gemacht ?
z.B. Dachflächenfensterverkleidung (alle Ecken) Entstrangentlüftung, Lampenkabel, sichtbare Zangenlage bzw. Dachstuhl mit ausgebauten Spitzboden.
Zudem dürfte es zur Wand gesehen keine Versetze der Schnittkanten der Gipskartonplatten geben da ein Kompriband einen solchen Stufenversatz nicht mitmacht mal abgesehen das man die Kanten nicht brechen dürfte
Ich denke das das alles Theorie ist.
Holzwolldämmung bzw. natürliche Dämmmaterialien können Wasserdampf gut aufnehmen und genau so gut wieder abgeben ohne dabei Schaden zu nehmen das kann MiWo nicht, deshalb meinte ich das es Bauphysikalisch ein besseres Material sei.
Wasserdampftransport in die Konstruktion im Sommer sehe ich eher als unproblematisch an, da zum einen der Temperaturunterschied nicht so groß ist und zum anderen die relative Luftfeuchte innen und aussen fast identisch ist.
Ankleben der Dampfbremse: ich habe es noch nie geschafft eine Folie so stramm anzukleben das diese bei einer Dachstuhlbewegung (kleinster Millimeterbereich sonst ist wohl was richtig schief gelaufen) abreißen würde.
Aber Aufgepasst variable Dampfbremsen z.B. I....r haben eine Längenausgleich von 10% !!!
Schick doch mal ein Foto von solchen Anschlüssen !

Gruß Volker Berndt
Volker Berndt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2016, 21:38   #10
Jens Urbas
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Registriert seit: 20.01.2016
Ort: Schalksmühle
Beiträge: 8
Standard Ja habe ich.

Es ist ja so das in den meisten Fällen die Kabel, Innerhalb der Installationsebene sind, Stranglüfter im Kniestock, die hängen ja nicht in der Bude rummm. Also haben die im Kontext Luftdichtheit keine Bewandtnis. Da kommt ja der Gk drauf.

Das was aus dem GK raus kommt sind Kabel für die Beleuchtung. Die kann man(n) aber eindichten oder?

Habe das sogar schon oft in der Dachsanierung so gehalten. Selbst wenn Sie die Ränder und alles am GK primären und dann mit dem Flüssigzeug alles abdichten klappt das.

Ich finde halt das man nicht mit Folien bauen sollte, aber jedem selber überlassen.

Gruß Jens Urbas
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