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Zertifizierungen für Messteams Welche Erfahrungen zu Zertifizierungsangeboten gibt es? Wird eine Zertifizierung von Kunden gefordert?

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Alt 28.07.2007, 11:13   #1
leber
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Registriert seit: 11.07.2007
Ort: OWL
Beiträge: 5
Standard Wer darf messen?

Inspiriert durch den Beitrag "Zertifizierung" folgende Frage (die auch immer wieder Kunden stellen):

Wer darf Blower-Door messen und welche Qualifikatikationen sind erforderlich?
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Alt 28.07.2007, 13:27   #2
Schrödingers Katze
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 974
Standard

Zitat:
Zitat von leber Beitrag anzeigen
Inspiriert durch den Beitrag "Zertifizierung" folgende Frage (die auch immer wieder Kunden stellen):

Wer darf Blower-Door messen und welche Qualifikatikationen sind erforderlich?
Messen darf (bis jetzt) JEDER.
Die (offiziell) erforderliche Qualifikation besteht in der Fähigkeit, ein Meßgerät mehr oder weniger richtig einzubauen, die Ergebnisse auszulesen, und selbige mehr oder weniger richtig zu interpretieren. Soweit zur momentanen rechtlichen Situation (die von etlichen gut renommierten, aber teilweise schlecht qualifizierten Verbänden, oder auch von diversen Industrievertretungen/Lobbyisten gut genutzt wird). Darüber, ob mehr Reglementierung erforderlich ist, sind die Meinungen geteilt, schließlich sind Mängel von heute Bauschäden von morgen und Gutachterhonorare von übermorgen
Wir empfehlen jedoch, die Zertifizierung als Nachweis besserer Qualifikation und somit u.U. als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.
Umweltpolitische und berufsethische Argumente will ich hier bewußt nicht nennen.....
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Alt 28.07.2007, 14:46   #3
leber
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Registriert seit: 11.07.2007
Ort: OWL
Beiträge: 5
Standard Ja, aber...

Ja, triviale Frage aber mit Tragweite.

Das im Prinzip jeder messen darf, davon gehen die Ausführenden aus, aber wo steht das? Und, ist das wirklich so?

Gemessen wird standardisiert nach DIN EN 13829, die Ausführungsarten sind in DIN 4108-7 geregelt, die EnEV regelt das "wenn dann gemessen wird..." und die Grenzwerte (PHI natürlich auch), das EnEG gibt der EnEV die Kraft "der Wassersuppe".

Im EnEG §7 Abs. 2 heißt es:
Zitat:
"... Die Landesregierung oder die von ihnen bestimmten Stellen werden ermächtigt, durch Rechsverordnung die Überwachung hinsichtlich der in den Rechtsverodnungen nach den §§1 und 2 festgestetzten Anforderungen ganz oder teilweise auf geeignete Stellen, Fachvereinigungen oder Sachverständige zu übertragen..."
...blättern wir im EnEG zurück, lesen wir unter §1 "Energiesparender Wärmeschutz bei zu errichtenden Gebäuden", im Abs. 2:
Zitat:
"...die Anforderungen können sich auf die Begrenzung des Wärmedurchgangs sowie der Lüftungswärmeverluste und auf ausreichende raumklimatische Verhältnisse beziehen..."
Was dann nun? Darf jeder messen, oder darf messen, wer dazu eine Lizenz, sprich Zugehörigkeit zu einer ermächtigten Fachvereinigung hat?

Mir fallen da auf Anhieb nicht so viele Fachvereinigungen ein, die dass sein könnten, Schornsteinfeger vielleicht.

Gibt es Länder, die solch eine Ermächtigung ausgesprochen haben, oder Vereinigungen die diese erhalten haben?

Wer weiß weiter?


Mfg. Matthias Leber

Link zum Energieeinspar-Gesetz

Geändert von leber (21.11.2011 um 13:42 Uhr).
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Alt 28.07.2007, 15:13   #4
Schrödingers Katze
Moderator
 
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 974
Standard solange die Landesregierungen...

noch niemand ermächtigt haben, darf jeder messen.
Die eigentlich interessantere Frage sollte eher sein: Wer darf Meßergebnisse bewerten und Konsequenzen anordnen?
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Alt 01.08.2007, 07:22   #5
H. Trauernicht
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Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.656
H. Trauernicht eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard

Zu dem Thema "Wer darf messen?" habe ich auf meiner Internetseite eine gleich lautende Antwort verfasst. Dort führe ich auch Einrichtungen auf, die Qualifizierungsmaßnahmen anbieten.

Eine Frage ist auch, wo mein Auftrag als Blower-Door-Dienstleister endet. Dazu habe ich ein neues Thema Gehört die Bewertung von Leckagen zum Messauftrag? eröffnet.
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Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 31.08.2007, 09:12   #6
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.656
H. Trauernicht eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard „Freier“ Sachverständiger“ muss fundierte Sachkunde nachweisen

Hier noch eine Veröffentlichung zum Thema:

aus IfS-Newsletter 6/2007 vom 31.8.07
„Freier“ Sachverständiger“ muss fundierte Sachkunde nachweisen

Die Bezeichnung „Sachverständiger“ oder „Gutachter“ ist nicht gesetzlich geschützt. Deshalb kann Jedermann am Gutachtenmarkt seine Dienste anbieten und sich als Sachverständiger bezeichnen, solange er nicht gegen das wettbewerbsrechtliche Irreführungsverbot verstößt. Auch so genannte „freie“ Sachverständige müssen über fundiertes Fach- und Erfahrungswissen verfügen. Ansonsten können sie wegen irreführender Werbung nach dem „Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“ (UWG) abgemahnt werden. In unserer nächsten Ausgabe der IfS-Informationen haben wir dazu ein Urteil vom OLG München (26.4.2007 – 29 U 5449/06) veröffentlicht. In dem entschiedenen Fall klagte ein öffentlich bestellter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsbewertung von Golfanlagen gegen einen „selbst ernannten“ Sachverständigen, der sich als „freier Sachverständiger für Golfplätze“ bezeichnet und als Leistungspalette „Baugutachten, Wirtschaftlichkeitsgutachten, Wertgutachten“ angab.
Quelle: www.ifsforum.de
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Alt 24.03.2008, 21:51   #7
KPS
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.07.2007
Ort: Erfurt
Beiträge: 256
KPS eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard solange die Bundesregierung

Nachweise für das Funktionieren von luftdichten Gebäudehüllen
- mit der Begründung, dass dies das Bauen in Deutschland "nur weiter verteuern" würde -
nicht zwingend vorschreibt, solange sollte man dies auch nicht über den Umweg von Messdienstleister-Zertifizierungen herbei zu führen versuchen ...

KPS
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