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Handwerk mit Berührung zum Thema Was muss der Handwerker wissen?

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Alt 15.10.2007, 12:28   #11
Jürgen Schmitz
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Registriert seit: 10.07.2007
Ort: Cheruskerweg 9 in 59929 Brilon
Beiträge: 5
Standard Dämmung luftdicht

Sofern ich eine Hinterlüftung konstruiere, stehe ich doch in der Pflicht die Dämmung so einzubauen, dass diese nicht durchströmt wird (dies gilt auch für andere Bauteile wie Klinkerfassaden o.ä.). Dass die Luft nur über die Dämmung strömt, ist eine Illusion. Die Konstruktion mit den bituminierten Holzweichfaserplatten über der Vollsparrendämmung ist da sicher eine sehr gute Lösung (guter sommerlicher Wärmeschutz). Der Preis sollte für den Ausführenden auch keinesfalls ein Kriterium sein, da sonst die große Gefahr besteht dem Bauherrn auf eigene (nicht unerhebliche) Kosten Geld zu sparen. Zusätzlich bleibt bei einer nicht funktionierenden Billiglösung beiden Parteien massiver Ärger nicht erspart. Die gut ausgearbeitete, funktionierende Lösung muss auch im harten Wettbewerb immer vor dem Preis stehen.
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Alt 15.10.2007, 20:08   #12
M.Beisse
 
Beiträge: n/a
Standard

Selbstverständlich ist das die bessere Lösung. Allerdings kann etwas nur strömen, wenn es einen Ein- und einen Ausgang gibt. Wenn die Außenluft also nach innen strömt, braucht Herbert keinen BDT mehr machen :-) Es ist natürlich auch so, daß die Dämmwirkung durch vorüberstreichende Luft gemindert wird (Stichwort: Wärmeübergangswiderstand). Aber ob das soviel ausmacht? Aber da sind wir wieder beim Thema: es gibt gute Lösungen, nur will die niemand bezahlen.
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Alt 15.10.2007, 23:00   #13
eco-casa
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Registriert seit: 22.06.2007
Ort: 21514 Güster, Am Dorfsee 3 , die Südostkante Schleswig-Holsteins
Beiträge: 603
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Standard Ein- und Ausgang ....

....ist dann eben Traufe und im First, das vorbeistreichen an der Oberfläche der Dämmung ist meines Erachtens sehr wesentlich für die Dämmeigenschaften solange es kein sehr geschlossener Dämmstoff ist wie Polistyrol oder hochverdichtete Dämmplatten ..... aber die übliche Mineralwolldämmung ist doch so fein gesponnen, daß man da sogar ein Stück in die Struktur hineinsehen kann. Die wird definitiv ein Stück weit unwirksam
................und das mit den guten Lösungen, ich denke alle die hier schreiben, haben eine Idee vom richtigen Bauen nur leider stellen wir damit draussen in der täglichen Bauwüste nicht unbedingt die Mehrheit
Gruß
Arno Kuschow
__________________
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow
ECO CASA GmbH

Steinzeit ist vorbei !
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Alt 16.10.2007, 19:22   #14
Bertold Moeller
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: Lübeck
Beiträge: 13
Standard Man schaue : Fachregeln für Dachdeckungen mit Dachziegeln

Tabelle 1.1: Zuordnung und Zusatzmassnahmen.
Dort wird man erkennen, eindeutig, dass eine Verklebung der USB vereinbart werden muß.
Die Hersteller von Klebebändern hätten es sicherlich anders geregelt haben wollen.
Ist aber nicht.
Das Thema Vollsparrendämmung hatten wir bereits ausgiebig diskutiert.
Aus meiner Sicht, nochmals, nur bei einem Unterdach sinnvoll. Bei einer Unterspannund> " größte Vorsicht".
Gruß
Bertold Möller
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Alt 26.10.2007, 17:01   #15
Jürgen Schmitz
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Registriert seit: 10.07.2007
Ort: Cheruskerweg 9 in 59929 Brilon
Beiträge: 5
Standard

Die Fachregeln hinken den tatsächlichen Gegebenheiten etwas hinterher. In der EnEV 2007 wird in §6(1) folgendes ausgesagt:
Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den a.R.dT. abgedichtet ist.
Diese Aussage ist nicht zu unterschätzen und jeder Ausführende sollte sich überlegen, wie er seinen Auftraggeber überzeugt.
Das betrifft nicht nur die Dachkonstruktion. In einem anderen Fall handelt es sich um einen Bau mit geklebtem Porotonmauerwerk, Mineralfaserdämmung, Luftschicht, Klinker. Beim BlowerDoor-Test wurden an den Steckdosen und WC-Tastern Windeintrittsgeschwindigkeiten von 6-8m/sec. gemessen. Dies wäre durch einen einfachen Putz auf dem Aussenmauerwerk vor dem Aufbringen der Dämmung zu vermeiden gewesen. Auch dieser Putz ist in den Fachregeln für so ein Mauerwerk noch nicht vorgeschrieben.
Jürgen Schmitz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2007, 16:27   #16
Schrödingers Katze
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Ort: Wehr, Ba-Wü
Beiträge: 992
Standard

Zitat:
Zitat von Jürgen Schmitz Beitrag anzeigen
D.... Dies wäre durch einen einfachen Putz auf dem Aussenmauerwerk vor dem Aufbringen der Dämmung zu vermeiden gewesen. ....
Es geht auch mit weniger Aufwand: Bei Poroton oder auch bei haufwerksporigem Mauerwerk empfehle ich grundsätzlich
-luftdichte Elektrodosen
-Innenputz, mindestens Grundputz auch hinter Vorwänden.
Dies korrespondiert dann auch mit der normalerweise innen befindlichen Luftdichtheitsebene.
__________________
nothing is foolproof to a sufficiently talented fool
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Alt 29.10.2007, 22:20   #17
planungsgruppe dach
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Registriert seit: 21.06.2007
Ort: Bad Oeynhausen
Beiträge: 12
Standard entweder

Kollege Schmitz,

die Fachregeln hinken (noch) nicht hinterher. Die Passage aus der EnEV bezieht sich auf die Luftdichtheit und nicht auf die Winddichtheit!!!

Die Windichtheit muss explizit vereinbart werden. Ein MUSS ist sie (noch) nicht.
Einzig kann es ein Problem in Sachen des konstruktiven Holzschutzes sein. Hier kann könnte man auf die Idee kommen, nicht verklebte Unterdeckungen könnten Insekten Einlaß gewähren.

@ Möller,
eine Unterspannung kann niemals in Verbindung mit einer Vollsparrendämmung angenommen werden, weil Unterspannungen grundsätzlich zu hinterlüften sind. S. auch dazu Definitionen/Kennzeichen von Unterspannungen, Unterdeckungen etc..

@ eco casa,
selbst eine Mineralfaserdämmung wird nicht von der kalten Luft durchströmt. Hier sind Polystyroldämmungen wesentlich gefährdeter, aber nur, weil die erheblich problematischer zu verarbeiten (fugenfrei etc.) sind. Der Verlust bei der Mineralfaser ist im Promillebereich, also wenig belastend.

nochmal @ Schmitz,

der sinnvolle sommerliche Hitzeschutz wird nicht dann erreicht, wenn die Holzfaserweichplatten auf der Außenseite der WD angeordnet sind. Effizienter ist eine solche Geschichte raumseits der Dämmung. Wesentlich effizienter ist die Verschattung von Dachflächenfenstern und die Anordnung von solchen Materialien im Gebäudeinneren, die eine Menge Energie benötigen, um selber "aufgeheizt" zu werden (sehr vereinfacht dargestellt, gebe ich zu).


Insgesamt bitte die richtigen Terminologie anwenden, damit hier nicht unnötig Emotionen aufgewühlt und Fehler gefunden werden, die weder fachlich noch sachlich nicht vorhanden sind.

Grüße

stefan ibold
__________________
stefan ibold öbuvSV der Handwerkskammer Ostwestfalen Lippe zu Bielefeld für das Dachdeckerhandwerk
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Alt 30.10.2007, 08:25   #18
H. Trauernicht
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Ich sehe das so: Den Schöpfern der EnEV ist es egal, ob die Hütte wegfault. Es geht nur um Energieeinsparung, solange die Hütte beheizt wird. Die wärmeübertragende Umfassungsfläche wird auch luftundurchlässig wenn sie außen abgedichtet ist.

Allerdings muss (ebenfalls laut EnEV) entsprechend den anerkannten Regeln der Technik luftundurchlässig gebaut werden. Und da kommt dann die Bauphysik ins Spiel, die in Normen Niederschlag gefunden hat. Die Bauphysik fordert die als Luftdichtheit bezeichnete innere Abdichtung (Kondensatbildung...).
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Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 30.10.2007, 14:09   #19
pascal
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Ort: Dieburg
Beiträge: 29
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Erstmal danke für die zahlreichen und sehr hilfreichen Antworten.

Ab dem nächsten Objekt werde ich mit dem Dachdecker auf jeden Fall eine Verklebung der USB-Stöße vereinbaren.
Und ihn auch bitten, dass seine Arbeiter etwas vorsichtiger sind. Beim letzten Dach waren mehrere Schnitte in der USB (je ca. 15-25 cm lang) und außerdem haben sie scheinbar die Motorsäge auf dem Dach aufgetankt. Dabei ist Benzin daneben gegangen und hat 3 oder 4 Löcher mit einem Durchmesser von je ca. 20cm hinterlassen.


Ich schreibe gerade ein Hinweisblatt für die Handwerker (vor allem Elektriker und Trockenbauer), wie wichtig die Luftdichtheitsebene ist und dass sie sorgfältig arbeiten müssen.

Habe mich letzte Woche mit dem Gehilfen unseres Elektrikers unterhalten und ihm erklärt, was es mit der Luftdichtheitsebene auf sich hat und was es an "wunderwerken der Technik" als Hilfsmittel gibt (Abstandshalter für Halogenstrahler, Dichtungsmanschetten).

War ihm alles Fremd.
Bzgl. der Halogenstrahler unterbrach er mich und meinte: "Ja das ist ja sowieso eine schwierige Stelle. Da MUSS (!!) man ja die Folie im Bereich des Strahlers aufschneiden, damit die nicht schmilzt".

Es ist echt erschreckend, wie unwissend und teilweise auch ignorant die sog. Fachleute gegenüber dem Thema sind.



Mfg, Pascal
pascal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2007, 16:25   #20
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
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Beiträge: 1.709
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Ausrufezeichen

Bitte sehr! Dafür ist dieses Forum da!

Zitat:
Zitat von pascal Beitrag anzeigen
Es ist echt erschreckend, wie unwissend und teilweise auch ignorant die sog. Fachleute gegenüber dem Thema sind.
Ja, ist es!
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