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Handwerk mit Berührung zum Thema Was muss der Handwerker wissen?

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Alt 10.02.2008, 16:46   #1
hupsi
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Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Niederbayern
Beiträge: 4
Standard Nachweis der Luftdichte

Hallo Forums-Experten
Wir sind ein Holzbaubetrieb und haben derzeit große Probleme mit einem
vom Kunden beauftragten "Sachverständigen für Schäden an Gebäuden" der leider zur Materie Dach keinen allzu großen Bezug hat
(das System daß beim Sichtdachstuhl die sichtbaren Sparren nicht durch die Aussenwand dringen und der Dachüberstand durch Stichsparren gebil-det wird sowie die Möglichkeit daß die Konterlatten auf Zug mit zugelassenen Schrauben befestigt werden, kannte er bisher nicht).
Fakt ist jetzt daß dieser Sachverständige uns für die Luftdichtheit am
gesammten Gebäude verantwortlich machen will, unsere sichtbare Dachkonstruktion wurde soweit möglich luftdicht ausgebildet, Problem sind
die Anschlüße an das Mauerwerk. "Luftdichte ist zu planen", dies wurde
anhand fehlender Fachleute nicht gemacht.
Worum es mir geht: Der "Sachverständige" hat eine Thermographie durch-
geführt und einige Stellen mit Temperaturdifferenzen gefunden. Hier sagt
er daß die Konstruktion nicht luftdicht ist.
Ich sage jedoch, daß es sich hier um Temperaturunterschiede handelt,
Ursache noch nicht bekannt, Luftdichte ist mit Thermographie nicht zu
messen. Nebenbei gesagt wurde die Messung bei Innentemperatur von 25°C und einer Luftfeuchte von 65% durchgeführt - sind das realistische Be-
dingungen?
Ich möchte an diesem Gebäude eine Blower Door Test durchführen um die
Luftdichte zu prüfen, die Thermographieaufnahmen interessieren mich im
Moment überhaupt nicht.
Hab ich ein Anrecht auf Durchführung des BDT (auf unsere Kosten) oder
kann mir der Bauherr den Test verbieten?

Vielen Dank und freundliche Grüße
hupsi
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Alt 10.02.2008, 20:10   #2
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.706
H. Trauernicht eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard Thermografie bei Unterdruck im Haus ist sinnvoll!

Mit einer Thermografie, die bei Unterdruck im Haus durchgeführt wird, kann man sehr gut undichte Stellen orten. Beispiele siehe hier: http://www.luftdicht.de/thermografie-beispiele.htm

Bei Luftundichtigkeiten als Ursache für kalte Stellen bilden sich typische Kaltluftfahnen aus, die sogar auf der gegenüberliegenden Seite der Gipskartonplatten zu erkennen sind.

Sie können natürlich nur für Undichtigkeiten verantwortlich gemacht werden, die Sie verursacht habe. Daher kann die genaue Ortung von Bedeutung sein.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg ir1925.jpg (64,5 KB, 15x aufgerufen)
__________________
Motto: Nicht Quantität zählt, sondern Qualität!
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Alt 10.02.2008, 21:30   #3
hupsi
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Niederbayern
Beiträge: 4
Standard Anspruch auf BDT?

Hallo Herr Trauernicht,
so weit, so gut, aber hab ich als Ausführender einen Anspruch auf
eine Blower Door Messung oder kann der AG das mit Verweis auf
die Thermographie verweigern?
mfg. hupsi
hupsi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2008, 21:05   #4
H. Trauernicht
Administrator
 
Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Sehnde bei Hannover
Beiträge: 1.706
H. Trauernicht eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard

Der Blower-Door-Test hat wenig mit der Thermografie zu tun. Es gibt Leckagen, die in einer Thermografie so gut wie überhaupt nicht darstellbar sind. Wenn die Luft durch eine Loch ohne Anstrahlung (-pustung) einer mit der Thermografie darstellbaren Fläche austritt sehen Sie nichts.

Die Thermografie ist bei dieser Betrachtung eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Blower-Door-Test. Mehr nicht.

Aus dem Vorhandensein einer Thermografie einen Anspruch auf Fortlassung der Blower-Door-Messung abzuleiten, ist widersinnig, außer es gibt entsprechende vertragliche Vereinbarungen.
__________________
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H. Trauernicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.03.2008, 21:29   #5
R.Huebner
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 04.12.2007
Ort: Oberfranken
Beiträge: 20
Ausrufezeichen ..Aufgemerkt...

Zitat:
Fakt ist jetzt daß dieser Sachverständige uns für die Luftdichtheit am
gesammten Gebäude verantwortlich machen will, unsere sichtbare Dachkonstruktion wurde soweit möglich luftdicht ausgebildet, Problem sind
die Anschlüße an das Mauerwerk. "Luftdichte ist zu planen", dies wurde
anhand fehlender Fachleute nicht gemacht.
...bitte sehr vorsichtig sein!!

Wer war hier Architekt/Planer ?
In erster Linie wäre dieser dann für die "geplante Luftdichte" verantwortlich.
Dennoch sind Sie als Fachmann durchaus für die Planung mitverantwortlich! Dies bezieht sich natürlich nur auf ihr Gewerk und die entsprechenden Anschlußdetails.

Sollten sie versäumt haben, bei entsprechend schlecht oder nicht herstellbarer Luftdichte, Bedenken anzumelden, wird ihnen dies wahrscheinlich zur Last gelegt werden.

Bitte bleiben sie auch bei einem erfolgreichem BDT vorsichtig.
Machen sie eine Leckagenortung, eine Mängelbeseitugung und eine "schriftliche" Abnahme gegenüber dem Bauherren (dies kann/darf nicht verweigert werden).

Begründung:
Selbst wenn Sie die entsprechenden Grenzwerte (3,0 /1,5) einhalten kann es in ihrem Gewerk und den Anschlüssen durchaus gefährliche Leckagen geben.
Sollten diese später zu einem Bauschaden führen, dann bleiben sie ohne Abnahme voll Haftbar.

--------

Sind Sie allerdings planerisch tätig geworden (Planvorlageberechtigt nach BayBO) kann ihnen eventuell sogar, bei entsprechender Mangelhaftigkeit, eine Klage durch die Planungshaftung drohen.
Wie weit sich diese auf das gesamte Gebäude auswirken kann, ist natürlich von der entsprechenden Situation und dem Gericht abhängig.

--------
Aber ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen...

Bitte berichten sie weiter von Ihrem Fall.....
__________________
Es ist schon über so viele Dinge Gras gewachsen, dass man keiner grünen Wiese mehr trauen kann !
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